Ab Dezember züchtet Gesundheitsministerium Hasch
Wien, 23. November 2008

Was jedermann verboten ist, darf der Staat in Kürze: Cannabis zu medizinischen Zwecken anbauen.

© AFP

Seit einer Änderung des Suchtmittelgesetzes Anfang Juli ist es dem Staat – unter strengsten Rahmenbedingungen – erlaubt, für medizinische und wissenschaftliche Zwecke Cannabis zu züchten. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit wird das übernehmen. Anfang Dezember tritt die Novelle in Kraft.

Gegen Schmerzen
Es geht um eine Alternative zur Behandlung schwerer chronischer Schmerzen. Forscher haben schon lange erkannt, dass Cannabis gut helfen kann.“ Konkret ist es der Inhaltstoff THC, der bisher nur synthetisch als Dronabinol produziert werden durfte. Mit Absprache der Vereinten Nationen und der EU ist es jetzt möglich, diesen Wirkstoff pflanzlich herzustellen. Ein Pilotprojekt läuft bereits.

Testphase läuft
In einer Halle im Norden Wiens werden die ersten Cannabispflanzen indoor aufgezogen – in Zukunft sollen auf insgesamt 1.200 Quadratmetern Drogenstauden angebaut werden. Der Standort wird geheim gehalten, damit Süchtige erst gar nicht in Versuchung kommen einzubrechen. Außerdem soll die Produktionsstätte natürlich streng überwacht sein.

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit ist dem Gesundheitsministerium unterstellt. Die Ages hat einen Vertrag mit einer privaten Firma abgeschlossen, die das gewonnene THC pharmazeutisch, sprich zu Tabletten oder Infusionen, verarbeitet.



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