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Thema: Hydroxy THC

  1. #1
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    Hydroxy THC

    Hallo,

    erstmal ein großes Lob an dieses Forum.
    Ich suche verzweifelt nach Informationen zu Hydroxy THC, wer kann da helfen?
    Zum Hintergrund:
    Ich bin vom Gericht zu über 3.000 EUR u. knapp 6 Monaten Lappenverlust verurteilt worden, da ich laut Aussage des Polizisten (angeblich) extrem bekifft war. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt so dumm bzw. unwissend das ich alles über mich ergehen lassen habe. Ein geringer Konsum lag ca. 20 Std. zurück, d.h. gekifft (Joint), geschlafen (ganze Nacht), dann arbeiten (ganzen Tag), war noch kurz pinkeln und anschließend wollte ich nach Hause. Polizei hält mich auf will Urin, ich gehe mit zum Polizeipräsidium, wo ich ein Glas Wasser nach dem anderen getrunken habe (musste) bis ich endlich pinkeln konnte (dauerte ca. 2 Std.).
    Die Werte dazu:
    THC 1,3 ng/ml
    Hydroxy-THC wurde nicht aufgeführt
    THC-Carbonsäure 11,5 ng/ml
    Cannabinol 0,4 ng/ml


    Ich bin damals vor ca. 8 Wochen schon mal aufgefallen. Allerdings war die Situation eine ganz andere und die Sache wurde automatisch fallen gelassen, was mich schon sehr wunderte.
    War ca. 9 Std. nachdem (wurde in der Früh rausgewunken - gezielte Drogenfandung) ich, ok ich gebe es zu, am Vorabend kräftig mit einem Freund mehrfach an einem Glasgerät (Bong, Berta, Wasserpfeife) gezogen habe. Hätte ja kein Problem damit gehabt, wenn ich bestraft worden wäre. Wurde ich aber nicht, nada. Bin sonst nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen (26J/m).
    Die Werte dazu:
    THC 3,6 ng/ml
    Hydroxy-THC 1,6 ng/ml
    THC-Carbonsäure 52,5 ng/ml
    Cannabinol 0,4 ng/ml

    Wer sich kurz die Zeit nimmt und die Zahlen betrachtet wird vermutlich feststellen, dass da etwas nicht stimmen kann.

    Ich weiß aus, ich zitiere kurz:
    http://www.drogen-wissen.de/thc.shtml
    Abkürzung für Δ-9-Tetrahydrocannabinol, physiologisch hauptsächlich wirksamer Bestandteil des Cannabis. Die Metabolisierung erfolgt hauptsächlich über das 11-Hydroxy-THC zum 11-Carboxy-THC, das im Blut enzymimmunologisch mehrere Stunden, mittels GC/MS (Cut-Off 5 µg/l) noch bis zu 25 Tage nachweisbar ist, während die Konzentrationen von THC und 11-Hydroxy-THC rasch abnehmen. 70% der THC-Dosis wird innerhalb von 72 h ausgeschieden (40% in das Gewebe, 30% in den Urin als Konjugat).

    Was ja eindeutig belegt, das ich definitiv nicht bekifft sein konnte (leider erst vor kurzem gefunden)!
    Leider bin ich aus Bayern und man hat mich auch bei der 2. Verhandlung als "Lügner" abgestempelt. Laut Gutachter hätte ich vor ca. 4-6 Std. gekifft (stimmt nicht!) der verf*X@te Polizist hat auch noch seinen Senf dazu gegeben und daher müsse mir ...bla bla bla.
    Wer kann da helfen? Wer weiß da was? Vielen Dank schonmal im voraus und schönes Wochenende!

    PS: MPU mache ich aus Prinzip nicht (zweimal oder öfter). Eher noch den polnischen Weg.

  2. #2
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    Hallo Günther,

    vielen Dank für deine Antwort. In erster Linie suche ich Infos zu "Hydroxy-THC". Der Rest ist für das bessere Verständnis gedacht. Ich hatte einen Anwalt, allerdings hat der mir geraten mich passiv zu verhalten. Gerne wäre ich den Anwesenden verbal an die Gurgel gesprungen - würde ich auch heute gerne noch.
    Für mich stellt sich die Frage, ob der genannte Sachverhalt nicht zu einer zufriedenstellenderen Lösung führen kann, gerne auch auf einer höheren Ebene als der deutschen, also auf europäischer Ebene.
    Da ich keine Dukatenscheisser daheim stehen habe und meine finanziellen Mittel stark beschränkt sind, versuche ich auf diesem Weg wichtige Infos zu sammeln und dann in den Kampf zu ziehen.
    Ich hätte damals für ca. 2000,- EUR ein Gutachten erstellen lassen können in dem der Sachverhalt korrekt wiedergegeben wird (ich hatte damals auch schon telefonisch Hr. Grotenhermen gesprochen - Stichwort: 1,3 ng/ml).
    Das von dir genannte Forum ist mir bekannt, aber wie man so schön sagt, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Von daher bin ich mir da nicht so sicher ob dort nur Datensammelungen betrieben werden oder wirklich geholfen wird.
    Übrigens: Die zweite und letzte Verhandlung ist jetzt ein Jahr her.

    Kann hier jemand etwas zu Hydroxy-THC sagen?

  3. #3
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    Hallo,

    ich erstelle regelmäßig ausführliche Gutachten zu dieser Thematik. Sie kosten 150 Euro. Damit wäre Ihnen diese Geschichte vor Gericht nicht passiert.

    Die angebenen Zeiträume zwischen dem von Ihnen angebenen Konsumzeitpunkt und der Probenentnahme sind aufgrund der Werte glaubwürdig. Ein angegebner THC-Wert von 1,3 ng/ml im Blutserum kann durchaus sogar einem realen Wert von unter 1 ng/ml entsprechen, da nach den jüngsten Ringuntersuchungen zu diesem Thema mit in Deutschland arbeitenden Labors erhebliche Fehlerstreuungen im Vergleich zur zu bestimmenden Konzentration vorlagen. Sie hätten daher frei gesprochen werden müssen.

    11-Hydroxy-THC (bzw. 11-OH-THC) spielt bei dieser Thematik keine große Rolle. Es ist ein wirksames Stoffwechselprodukt von THC. Die von Ihnen angebenen Verhältnisse der Werte von THC und seinen beiden Metaboliten bewegen sich im Rahmen des Üblichen.

    Vielleicht können Sie kurz erläutern, was Ihnen so ungewöhnlich vorkommt. Ist es vielleicht die Tatsache, dass alle drei Substanzen gleichzeitig nachgewiesen wurden? Das ist im Allgemeinen so. Nach einiger Zeit sind dann THC und 11-OH-THC nicht mehr nachweisbar, sondern nur noch THC-COOH, weil diese Substanz eine größere Halbwertszeit aufweist.

    Viele Grüße

    Dr. Franjo Grotenhermen

    Grotenhermen F, Karus M, Hrsg. Cannabiskonsum, Straßenverkehr und Arbeitswelt. Heidelberg: Springer, 2002.

    Aus einem Gutachten:

    Messgenauigkeit bei der Bestimmung von THC im Blut

    Ringversuche, deren Ergebnisse Anfang 2005 in der Zeitschrift "Blutalkohol" publiziert wurden, haben ergeben, dass die Messungenauigkeit bei der Bestimmung von THC im Blut im Vergleich zu anderen Drogen und Alkohol sehr groß ist (Schmitt et al. 2005). Die Differenz des Akzeptanzbereichs betrug bei einer Serum-Konzentration von 4,6 ng THC/ml 3,4 ng/ml. Nahe der Nachweisgrenze kann also eine erhebliche Diskrepanz zwischen der analytisch ermittelten THC-Konzentration und der tatsächlich vorgelegenen Konzentration bestehen. Bei einer bestimmten THC-Konzentration von 1,1 ng/ml kann also beispielsweise auch eine Konzentration von 0,8 oder von 1,4 ng/ml vorgelegen haben.

  4. #4
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    Reden Ich auf einmal so glücklich...

    Hallo Hr. Grotenhermen,

    das Gutachen, bot mir ein Kollege von Ihnen an, allerdings auch mit Aussage vor Gericht (bez. auf die 2.000EUR)!
    Ich kann mich auch an etwas in der Art erinnern, das Sie mir etwas in der Art angeboten haben - meine Rechtsanwältin meinte damals das soetwas nichts bringt, da muss schon jemand vor Gericht aussagen
    Kein Geld = kein Recht, bis jetzt.
    Sie hätten daher frei gesprochen werden müssen.
    Ich könnte Sie küssen, Danke!!!*

    Vielleicht können Sie kurz erläutern, was Ihnen so ungewöhnlich vorkommt.
    Gerne.

    Ist es vielleicht die Tatsache, dass alle drei Substanzen gleichzeitig nachgewiesen wurden? Das ist im Allgemeinen so. Nach einiger Zeit sind dann THC und 11-OH-THC nicht mehr nachweisbar, sondern nur noch THC-COOH, weil diese Substanz eine größere Halbwertszeit aufweist.
    Nein, nein. Was mir spanisch vorkam, war die Tatsache, dass ich (1. Vorfall) nach ca. 9 Std. noch ein Stoffwechselprodukt (Hydroxy-THC) inne habe. Soweit ok.
    Bei der zweiten, ich nenne es jetzt mal Freiheitsberaubung, wurde kein Hydroxy-THC gefunden (logischerweise, da länger her). Trotzdem hat der Gutachter (aus München ) vor Gericht ausgesagt, laut meiner Informationen blahblahblah hätte ich vor ca. 4-6 Std. gekifft, was ich wiederum wehement abgestritten habe.

    Jetzt suche ich schon seit über einem Jahr eine Möglichkeit, dem Gericht zu 100% klarzumachen, das ich nicht bekifft sein konnte. Vor ein paar Wochen dachte ich schon an den Stein von Rhozet: "Hydroxy-THC".

    Übrigens: auch das München "Gutachenamt" (k.A. wie die/das heisst), hat die Problematik mit den verschiedenen Werten vom 1. und 2. mal erkannt und es im Gutachten logisch dargelegt (ob es stimmt, steht auf einem anderen Blatt).
    Hab es leider im Moment nicht vor mir.

    Vielen, vielen Dank noch a mal aus München!

    *nein, ich bin nicht schwul

  5. #5
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    Hallo,

    wie gesagt, gibt es bei niedrigen Konzentrationen häufig erhebliche Messfehler, die solche Ungereimtheiten erklären können. Außerdem ist der menschliche Körper keine Maschine, die bei der Verstoffwechselung von Substanzen immer gleich arbeitet. Diese Variabilität ist auch der Grund, warum nach dem Konsum einer Cannabiszigarette bei dem Einen die THC-Konzentration bereits nach 5 Stunden unter einem ng/ml, bei dem anderen aber erst nach 15 Stunden unter diesem Wert liegt (Gelegenheitskonsum bei beiden vorausgesetzt). Daher war die Aussage des Gutachters, Sie hätten zuletzt 4-6 Stunden vorher konsumiert, sachlich nicht korrekt. Viele Gutachter kennen einfach die gesamte Literatur zu diesem Thema nicht.

    Viele Grüße

    Franjo Grotenhermen

    ps: Ihre Rechtsanwältin liegt mit der Annahme, nur ein Gutachten, bei dem der Gutachter auch vor Gericht erscheint, bringe etwas, nicht richtig. Ich bin bisher erst einmal vor Gericht erschienen. Viele meiner Gutachten haben jedoch vor Gericht Positives bewirkt. Auch die Inhalte eines schriftlichen Gutachtens können nicht so einfach weggewischt werden, wenn sie einen Sachverhalt korrekt darstellen.

  6. #6
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    Hallo Hr. Grotenhermen,

    vielen Dank nochmal für Ihre Ausführungen.
    Stimmt, wo Sie es nochmal so konkret sagen:
    Ich hatte vor Gericht die Tatsache der Variabilität kurz zur Sprache gebracht, Sie oder einer Ihrer beiden Kollegen hatte es mir damals telefonisch vor der 2. Verhandlung gesteckt. Vielleicht habe ich es nicht so professionell gesagt, ok. Hat im Endeffekt eh keinen interessiert.


    zwei Sachen (bezieht sich auf die letzte Verhandlung), die mir in diesem Zusammenhang noch eingefallen sind, die Sie mir sicher leicht beantworten können:

    1.) Vor Gericht wurde die Tatsache, das der Zeitpunkt der Blutentnahme und der Verkehrskontrolle (ca.) 2 Stunden auseinander lagen negativ zur Last gelegt. So nach dem Motto:
    1,3ng/ml? - vor zwei Stunden hatte der Angeklagte soviel im Blut, der muss bekifft gewesen sein - ohne einen konkreten Wert nennen zu können. Was halten Sie davon? Ich weiß mittlerweile, dass man keine Werte zurückrechnen kann. Wie kritisch sehen Sie das?

    2.) Der Arzt (Blutentnahme) hatte in dem Gutachten nichts außergewöhnliches entdecken können, außer einer (ich glaube) "mittlere Geschwindigkeit" beim Pupillentest. Lassen wir mal bei Seite welches Adjektiv o.ä. verwendet wurde. Mich würde interessieren, ob es noch andere Gründe für eine leicht verzögerte Reaktion der Pupillen gibt?
    Ich arbeite im Schnitt ca. 9 Std. (teils auch mehr als 12 Std.) pro Tag durchgehend am PC (TFT-Monitor). An dem besagten Tag war es sehr warm und ich bin so gegen ca. 19.00 Uhr aufgehalten worden. Hatte am besagten Tag normal getrunken und gegessen - war stressig in der Arbeit.
    Ich trinke so gut wie nie Alkohol, damals noch Zigaretten geraucht.
    Welche Erklärung würden Sie vermuten? Meine Anwältin meinte damals, dass der Arzt das nur geschrieben hat, damit "die Polizei nicht so dumm da steht" (in dem Protokoll der Polizei konnte man u.a. nachlesen, ich sei "der Drogenszene zuzuordnen"!!! Gut, egal, selbst mein Chef hatte den Polizisten als ... bezeichnet)

    Können Sie noch ein bisschen Zeit für mich aufbringen und mir zu den zwei Punkten noch etwas möglichst positives mitteilen? Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich auf das herzlichste im voraus!

  7. #7
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    Hallo,

    zu 1)
    Tatsächlich ist es nicht möglich, bei Cannabiskonsum die THC-Konzentration zurückzurechnen. Man kann nur davon ausgehen, dass die Konzentration zwei Stunden zuvor größer war. Man kann aber nicht sagen, ob es 2 ng/ml oder 10 ng/ml waren.

    zu 2)
    Eine verzögerte Pupillenreaktion kann nach dem Konsum verschiedener Drogen, aber auch bei Übermüdung auftreten. Tatsächlich wird es vor allem in Grenzbereichen eine recht subjektive Angelegenheit, ob ich als Arzt von einer noch normalen oder schon trägen Pupillenreaktion auf Licht spreche. Eine solche Aussage sollte daher vor Gericht nicht überbewertet werden.

    Viele Grüße

    Franjo Grotenhermen

  8. #8
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    Hallo Hr. Grotenhermen,

    vielen lieben Dank für Ihre Ausführungen. Alles Gute und Gesundheit.

    Ich kann nur hoffen, dass dieser kranke Unsinn bald ein Ende hat.

    So long, mik

    edit: Stein von Rhozet war falsch, ich meinte den Stein von Rosetta

  9. #9
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    neumünster s.-h.
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    hallo

    ich bin vor ein paar wochen auf dem weg zur kieler woche angehalten worden und war trotz 4 tagen abstinenz immer noch psoitiv...
    urintest positiv
    blutentnahme ergab 3,6ng/ml, erlaubt (hab ich aus einem schreiben der führerscheinstelle) wären 2,0ng/ml
    meine frage is jetz ob mir ein gutachten wie oben genannt helfen könnte zu beweisen das ich wirklich 4 tage nich gekifft hab und ob das überhaupt was bringen würde
    die bei der führerscheinstelle meinten auch es gäbe die mölichkeit meinen führerschein zu behalten und nur so zu drogentests zu gehen um zu beweisen das ich "clean" bin...
    tränendrüsen drücken von wegen mein job den ich in aussicht hab hängt davon ab bringt auch nichts oder?
    kann mir ein anwalt vllt minderung bringen
    könnten die ungenauen messmethoden auch bei mir zutreffen oder wär der sprung von 3,6 auf 2,0 zu gross?

    bitte schnell um antwort da ich echt verzweifel
    danke schonmal im voraus
    mfg basti

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