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Thema: es ist die Politik, die Patienten zu Dealern treibt

  1. #1
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    es ist die Politik, die Patienten zu Dealern treibt

    hallo

    ich habe gestern an anderer Stelle, auf Stellas Frage, wie sie denn an Cannabis kommt, geantwortet, daß sie am besten mal
    in ihrem weiteren Umfeld sich umhört, wo sie es sich beschaffen kann.
    Ein Forumsmitglied hat mich dann privat darauf angesprochen, ob ich nicht eine vorsichtigere Formulierung wählen will, zu meinem eigenen Schutz.
    Als ich die Frage gestern morgen gelesen hab, dachte ich erstmal "oh je, die Gretchenfrage" . Aber, welche Möglichkeit hat jemand, schwerkrank und ohne einschlägige Erfahrung wirklich?
    Die einzigen legalen Tips, die man geben kann, sind Dronabinol
    oder eine Urlaubsfahrt nach Holland, um dort zu testen, ob
    das Kraut tatsächlich hilft.
    Dronabinol, das wissen wir ja, wird selten von den Kassen übernommen.
    Und wer kann es sich leisten, für einen Test nach Holland zu fahren? Mal ganz davon abgesehen, dass viele der Kranken, die Cannabis dringend brauchen, schon aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung gar nicht in der lage sind, diesen
    Kraftaufwand zu machen, dürfte das auch bei vielen am finanziellen scheitern.
    Die Fahrt nach Holland oder Schweiz durch Betroffene oder Angehörige, rentiert sich eigentlich nur, wenn man größere Mengen auf Vorrat holt und wenn man dabei erwischt wird,
    ists schon wieder in der StrafKategorie "Verbrechen"
    und man muß selbst dem Arzt oder Anwalt schon klarmachen, wieso das tatsächlich Eigenverbrauch ist.
    Ist mir z.B. letzte Woche auf nem Kongreß begegnet, Da hat mir ein Arzt von einem Patienten erzählt, der an der Grenze mit (ich glaube) 200 Gramm erwischt worden ist.
    Er hat ihm den Eigenbedarf nicht wirklich abgenommen. Dabei ists ne ganz einfache Rechenaufgabe von Fahrtkosten, mengenrabatt etc, ab wann sich der Aufwand lohnt.

    Was also bleibt, ist der Eigenanbau, wobei die Menge, die dabei anfällt, weils ja immer bis zur nächsten Ernte reichen muß, so gut wie immer ebenfalls in die Kategorie "Verbrechen" fällt.

    Oder der Gang zum Dealer. Das ist wahrscheinlich für die meisten die Realität und die naheliegendste Möglichkeit. Und das ist eine rießengroße Sauerei.
    Erstens, weil Patienten sich dort dumm und dämlich zahlen. Die meisten sind ja Dauerkonsumenten und bei einigen kommt da schonmal ein Monatsbedarf von 100 Gramm zusammen.
    Sie sind aber Endverbraucher, die sich ihren Bedarf nur ab und zu holen und deshalb nicht den gleichen Rabatt bekommen, wie ein Wiederverkäufer, der diese menge in kürzeren Abständen kauft.
    Das 2. ist die ganze Atmosphäre rund um Dealer. Das ist ja nicht nur ein sehr gewinnträchtiges Geschäft, sondern man hat sich da auch in einen besonderen Verhaltenskodex einzufügen, die der King bestimmt. Und wenn man das nicht tut, kann das auch schonmal Auswirkungen
    auf die Preisgestaltung oder die Versorgung überhaupt haben.

    Ich finde diese Situation für Schwerkranke absolut unzumutbar.

    Sicher gibt es auch die einen oder anderen Grower, die ihre kranken Freunde mitversorgen, aber ich glaube, das sind bisher Ausnahmen.

    lg Gabi
    zahme Vögel singen von Freiheit - die Wilden fliegen

  2. #2
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    Frage @Gabi

    Tja Gabi,

    damit hast Du recht, wenn man nicht gerade ´n guten Kumpel hat, der entw. nach NL fährt, oder selber anbaut, hat man Probleme.
    Was ist die Alternative? Selber nach NL fahren und mich wieder für ´n paar Wochen einsperren lassen? Das Risiko ist (mir) zu groß! Daher bin ich, wie die meisten anderen hier, bei denen die Natur bedeutend besser wirkt, auf den Gang zum Dealer angewiesen.
    Mein Kumpel, bei dem ich schon seit gut 15 Jahren meinen schnell schwindenden Vorrat aufstocke, macht mir immer faire Preise! Dieser Vorteil mag zwar nur auf die wenigsten vom uns hier zutreffen, aber aus eben diesem Grund darf man das nicht verallgemeinern.
    Im Übrigen darf man sich nicht wundern, daß es Dealer gibt.

    1. Bestimmt die Nachfrage den Preis und das Angebot.
    2. Wollen´s die Politiker ja nicht anders.

    Mein Kumpel muß im Monat von 567€ EU-Rente leben - von irgendwas muß er ja als gehbehinderte Person sein dringend benötigtes Auto finanzieren. Und die Politik macht durch Ihre Einschränkungen, die wieder mal nur die kleinen trifft, gerade Kranke und Rentner zu pot. Dealern und Taschendieben. Denn wie gesagt, irgendwie muß man ja über die Runden kommen!!!
    Und auf eine Möglichkeit, med. Marijuana vom Staat zu bekommen, kann hier ja leider keiner hoffen.

    Gruß Frank

  3. #3
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    Re:Re: es ist die Politik, die Patienten zu Dealern treibt

    Original geschrieben von Gabi
    hallo

    ich habe gestern an anderer Stelle, auf Stellas Frage, wie sie denn an Cannabis kommt, geantwortet, daß sie am besten mal
    in ihrem weiteren Umfeld sich umhört, wo sie es sich beschaffen kann.
    Ein Forumsmitglied hat mich dann privat darauf angesprochen, ob ich nicht eine vorsichtigere Formulierung wählen will, zu meinem eigenen Schutz.
    Als ich die Frage gestern morgen gelesen hab, dachte ich erstmal "oh je, die Gretchenfrage" . Aber, welche Möglichkeit hat jemand, schwerkrank und ohne einschlägige Erfahrung wirklich?

    lg Gabi
    Hi Gabi,

    es geht doch nur um Deinen Schutz und da Du Vorstand bei (I)ACM bist, möchte dieser Leser Dich doch -nur- vor einer Unterlassungsklage schützen!

    Es wäre doch schade, wenn Deine Postings auf einmal (wg. stilistischen Fehlern) verlorengehn und Dir noch mehr Wind um die Ohren weht, als Dir lieb ist..

    Natürlich habe ich Deinen Beitrag gelesen und "Richtig" verstanden und verstehe sogar Deine Formulierung, da es Dir nahe geht, aber "Vorsicht" ist angesagt, in diesem Forum lesen bestimmt mehr Menschen, als uns lieb ist

    Big Brother is watching u..

    Gruss
    Denis
    -
    PS: die Ohnmacht und die Möglichkeiten eines Kranken werden doch schon mit Füssen getreten, daher ist dieses Forum ja da, gell...
    -
    '_' + __~ = *_*

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    Foren-Disclaimer:
    Üblicherweise gehe ich davon aus, dass die von mir verlinkten Seiten keine illegalen Inhalte enthalten sondern seriöse Informationen zu den Themenbereichen Drogen und Drogenpolitik.
    Da ich das aber logischerweise nicht in jedem Falle überwachen kann, fordert das Gesetz von mir, mich von den Inhalten aller verlinkten Seiten zu distanzieren. Das sei hiermit geschehen. Auch möchte ich nicht zum Drogenkonsum aufrufen.
    Sofern sich jemand aufgrund der Dialoge verletzt fühlt, werde ich sie umgehend nach Mitteilung ändern.
    Das ACM-Forum distanziert sich konkret und ausdrücklich von diesem Beitrag.
    Der Autor haftet ausschließlich selbst für seine Äußerungen! Siehe hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/89348

  4. #4
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    hallo Frank

    eigentlich geht es mir nicht um Dealer, sondern darum, daß ich es
    einen Wahnsinn finde, dass Patienten ihre Medizin bei Dealern holen müssen.
    Mir ist klar, daß nicht alle über einen Kamm zu scheren sind, mancheiner
    mit sich reden läßt und dass bestimmt schon etliche Kranke sich die Frage gestellt hat, ob sie in diese Rolle schlüpfen, um den eigenen Bedarf zu decken.
    Und mir ist natürlich auch klar, dass es bedingt durch das Verbot, Dealer geben muß. Schließlich gibt es den Bedarf. Das sind Gesetze des Marktes. Und wenns hart auf hart kommt, bin ich froh, dass das so ist.
    Das ändert aber nichts daran, dass ich es unzumutbar finde, dass
    Patienten sich dort versorgen oder ihre Mütter , Enkel oder Pfleger dort hin schicken müssen.

    Gruß Gabi
    zahme Vögel singen von Freiheit - die Wilden fliegen

  5. #5
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    Daumen hoch @Gabi

    Hi,

    Letztendlich hast Du natürlich Recht. Es ist eine Schande, daß sich Schwerkranke, nur wegen dem Erwerb und Besitz ihrer Medizin in das krimminelle Umfeld begeben müssen und damit selber kriminalisiert werden.
    Ziel muß es sein, daß Patienten aus dem gesamten Wirkungsspektrum der auf dem Markt befindlichen Medikamente das Med. wählen können, das die meisten ihrer Symptome, mit den wenigsten N.w´s., verbessert. Wenn dieses Med. nun ausgerechnet Marijuana ist, dann muß diesen Schwerkranken der Zugang zu diesem Med. auch ermöglicht werden.
    Wenn die "Ulla Schmidt" Kopfschmerzen hat, versucht sie es natürlich auch erst mit Aspirin - und nicht gleich mit Oxygesic ( = ein starkes morphin) o.ä.

    Gruß Frank

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