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Thema: Medizinischer Cannabis in den Niederlanden

  1. #1
    Gast

    Medizinischer Cannabis in den Niederlanden

    An die Benutzer des Forums der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (www.cannabis-med.org)

    Liebe/r Unterstützer/in der medizinischen Cannabis-Anwendung,

    in unregelmäßigen Abständen möchte ich anlässlich aktueller Themen zu einer Diskussion einladen. Diese Themen finden sich jeweils im Forum unter der Rubrik "Aktuelle Diskussion". Heute soll es um Fragen gehen, die sich aus einer Meldung in den letzten IACM-Informationen vom 19. März ergeben. Ich habe diese Meldung unten angehängt.

    Mich interessiert Ihre Meinung zu den folgenden Fragen:
    - Glauben Sie, dass das Büro für Medizinischen Cannabis des holländischen Gesundheitsministeriums die Coffee-Shops nur in Verruf bringen möchte, weil es eine Konkurrenz fürchtet, oder denken Sie, dass eine Qualitätskontrolle bei der Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke sehr wichtig ist?
    - Haben Sie schon einmal schlechte Erfahrungen mit Cannabis aus holländischen Coffee-Shops gemacht?
    - Es gibt Bestrebungen aus der holländischen Politik, das Modell der Abgabe von Cannabis in Apotheken einzustellen. (Darüber wird in den nächsten IACM-Informationen berichtet.) Wäre dies nach Ihrer Ansicht im Hinblick auf die weltweite Entwicklung zur legalen medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten sehr ungünstig oder wäre es nicht so schlimm?
    - Sollte die deutsche Bundesregierung ein ähnliches Programm wie die holländische Regierung auflegen oder sollten andere Modelle erprobt werden, beispielsweise analog dem kanadischen Modell, bei dem Schwerkranke eine Ausnahmegenehmigung vom Bundesgesundheitsministerium erhalten können?
    - Welchen Stellenwert hat für Sie einerseits der Preis von Cannabis und andererseits eine gute Qualität, inklusive biologischem Anbau der Pflanze?

    Ich freue mich auf Ihre Meinung und die Diskussion im Forum.

    Herzliche Grüße

    Dr. Franjo Grotenhermen
    Vorstandsvorsitzender, ACM


    aus den IACM-Informationen vom 19. März 2005:

    Niederlande: Vergleich zwischen Cannabis aus Coffee-Shops und vom Büro für Medizinischen Cannabis

    Wissenschaftler der Universität von Leiden haben in Kooperation mit den Labors Farmalyse (Zaandam) und Bactimm (Nimwegen) die Qualität und den Preis von Cannabis, der von Coffee-Shops verkauft wird, und vom Büro für medizinischen Cannabis (BMC) des Gesundheitsministeriums, der an Apotheken geliefert wird, verglichen.

    Die Forscher fanden, dass Cannabis von Coffee-Shops mit Bakterien und Schimmelpilzen, die Schwerkranke schädigen können, kontaminiert sein kann. Die Mikroorganismen, die auf den Proben gefunden wurden, umfassten Coli-Bakterien und verschiedene Aspergillus-Arten. Coli-Bakterien sind Fäkalbakterien, die ihren Weg in den Cannabis über jemanden gefunden haben können, der seine Hände nicht gewaschen hat. "Dies kann bei gesunden Menschen gut gehen, ist jedoch eine Gefahr für Menschen, die ihn als Medizin verwenden," erklärte der leitende Forscher Dr. Rob Verpoorte. Auf dem medizinischen Cannabis, der vom BMC an Apotheken verteilt wird, wurden keine Mikroorganismen gefunden.

    Es gab nur geringe Preisunterschiede zwischen dem Cannabis aus Apotheken, von Patientenorganisationen und von Coffee-Shops, basierend auf der Menge des THC im Cannabis. Der durchschnittliche Preis in den Coffee-Shops lag zwischen 6 und 7 Euro pro Gramm. Der Cannabis aus den Apotheken war 10 bis 40 Prozent teurer, aber die Coffee-Shops verkauften häufig 5 Prozent zu wenig. Ein Coffee-Shop gab 7,5 Gramm anstelle der 10 Gramm, die bestellt und bezahlt worden waren.

    (Quelle: Newsletter des Büros für medizinischen Cannabis)

  2. #2
    Lilli ist offline Registrierter Benutzer
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    Hallo zusammen
    viele sehr gute Fragen, aber manchmal schwierig zu beantworten.

    1.) "- Glauben Sie, dass das Büro ... die Coffee-Shops nur in Verruf bringen möchte,"....

    Wenn ich das lese, kommt mir zu erst der Gedanke an die politischen Aktivitäten des Herren Anslinger von der amerikanischen Drogenbehörde und seine widersprüchlichen aussagen: Mörderdroge, macht aggressiv..später.. macht pazifistisch.

    Auch hier geht es um Politik. Was soll bezweckt werden? Leider durchschaue ich noch nicht alle Folgen.

    Ich wünsche auf jeden Fall , daß Cannabis weiterhin in Apotheken, als auch in Coffee-Shops erhältlich ist.

    Sicherlich ist eine gute Qualität sehr Wünschenswert. Aber-
    spielen die Bakterien überhaupt eine Rolle?

    -Überleben diese Bakterien wenn sie in einem Joint verbrannt werden?
    -Überleben diese Bakterien wenn sie durch einenVarporiser aufgenommen werden?
    -Überleben diese Bakterien wenn sie 15 min in einem Backofen auf 190°C (oder 150°C) erwärmt werden und dann mit dem Cannabis zusammen über das Essen gestreut werden?
    -Überleben diese Bakterien wenn man aus Cannabis einen Tee kocht und diesen 15 min bei 100°C kocht?

    Meines Wissen gerinnt Eiweiß bei 70°C, also glaube ich, daß diese Bakterien gar nicht mehr aktiv sind. Aber glauben heißt nicht wissen.

    Des weiteren haben wir im Magen so etwas ähnliches wie Salzsäure, können die Bakterien da überhaupt überleben?
    Spielt nicht auch die Anzahl der Bakterien eine Rolle, darüber wird keine Aussage gemacht.

    Irgend etwas ist faul an der Aussage. Ich glaube dieses Forschungsergebnis ist willkommen, um die Coffee-Shops zu schließen, die EU Bestrebungen gehen doch auch in diese Rictung.

    Ich denke das Ziel ist, den Menschen mal wieder durch eine "Gehirnwäsche" Angst vor den Coffee-Shops zu machen, um dann nur noch in Apotheken Cannabis zu verkaufen.

    Einen ausschließlichen Verkauf durch Apotheken halte ich für sehr schlecht, denn die Apotheken verkaufen nur 2 Sorten, die Coffee-Shops verkaufen wesentlich mehr Sorten und können die Kranken bei der Sortenwahl viel besser beraten.

    2.) Habe noch nicht in holländischen Coffee-Shops eingekauft.

    3.) "Abgabe von Cannabis in Apotheken" einstellen?
    Ich denke es sollte beides möglich sein. Abgabe in Apotheken und Caffee-Shops. Es gibt sicherlich einige ältere Leute, die meinen, die Qualität sei in Apotheken besser, oder sie würden dort besser beraten, fühlen sich im Coffee-Shop eventuell als "Drogenabhängiger" + weitere Vorurteile.

    4.) Ja ich glaube für die Masse der deutschen Bevölkerung und vor allem für unsere Politiker, Richter und (leider vieler) Ärzte ist es überzeugender, wenn die Cannabisprodukte auch in den Apotheken vertrieben werden.
    Für kranke Deutsche wäre es eine sehr große Erleichterung, wenn sie nicht nur das außergewöhnlich teure und weniger wirksame Dronabinol in den Apotheken erwerben könnten, sondern, so wie in Holland, jedenfalls 2 Sorten der ganzen Pflanze.
    Wir Deutschen unterliegen immer noch der Gehirnwäsche, Cannabis ist eine "schlimme Droge", mir ging es sehr lange ähnlich, bis ich mich aus Krankheitsgründen sehr ausfürlich damit beschäftigt habe. Cannabis ist ein hochpotentes Medikament, es wird leider von einigen jungen Leuten zu exzessiv genutzt.
    Politiker, Medien und leider viel zu viele Ärzte kennen Cannabis nur als mißbräuchliche Droge, kaum einer kennt das Potential der Heilpflanze Cannabis.
    Wenn die Medizinische Ausbildung auch Cannabis als Heilpflanze beinhalten würde, würde sicher vieles anders aussehen. Wenn sich etwas ändern soll, dann muß bei der Ausbildung der Mediziner begonnen werden, der Rest ergibt sich automatisch.

    5.) "deutsche Bundesregierung ein ähnliches Programm " wie die Niederlande?
    Deutschland sollte überhaupt erst mal den medizinischen Nutzen der Pflanze erkennen und überhaupt ein Programm wollen, welches Programm dann gewählt wird ist egal, hauptsache ist, daß alle Kranken , denen die Pflanze nutzen bringt, diese auch bekommen können oder selbst anbauen dürfen.
    Wie es in Kanada im einzelen abläuft weiß ich leider nicht, ob es Schwierigkeiten gibt Cannabis zu erhalten, ebenso weiß ich nicht ob jeder Niederländer die Pflanze vom Arzt verschrieben bekommt. In den Niederlanden haben die Menschen dann aber immer noch die Möglichkeit diese im Coffee-Shop zu erhalten.
    Siehe dazu auch unter 1.)

    6.) Preis
    Ich wünsche mir Vielfalt. Gute Qualität incl. biologischer Anbau für höheren Preis (entsprechend Ausgezeichnet) und schlechtere Qualität für geringeren Preis, denn es gibt auch einige wenige, die durch Krankheit in die Sozialhilfe abgerutscht sind und denen sollte man die Pflanze auf keine Fall verwehren. Beste Idee, die Krankenkasse bezahlt. Auf keinem Fall halte ich eine so teure (und schlechter wirkende) Medizin wie Dronabinol für gut.

    Ich gebe aber zu bedenken, die Pharmaindustrie kann die Pflanze nicht patentieren, also auch nicht viel daran verdienen, die wird sich trotz finanziellem Loch in den Krankemkassen mit aller Macht und verbreitung von Unwahrheiten oder ähnlichem dagegen wehren.


    Ironie: Wo kämen wir denn hin, wenn alle Krebspatienten eine Lebensverlängerung von einem, 2, 3, Jahren und mehr hätten oder womöglich ihren Krebs heilen würden, weil sie nun nicht mehr an der Chemotherapie, an Auszehrung usw. versterben.

    Es geht der Wirtschaft und Politik doch nicht darum, das Leiden eines Einzelschicksals zu mindern.

    Ich hoffe, daß ich mit meinen letzten beiden Thesen falsch liege.

    Wenn es möglich wäre, hätte ich Lust, Gesundheitspolitiker und andere Verantwortliche anzuzeigen, weil sie meinen Vater vor 10 Jahren, 18 Monate vor Schmerzen haben schreien lassen (wegen Knochenmetastasen, da helfen keine 2500mg Morphin). Damals wußte ich noch nichts von Cannabis als Medizin, sonst wären wir nach Holland ausgewandert. Das war mehr als die Verletzung der Menschenwürde, das war Folter!

    Es darf nicht sein, daß sich ein deutscher Arzt strafbar macht, wenn er das holländische Medikament "Cannabis Simm bedrocan" verschreibt.

    Gebt den Kranken endlich die Pflanze! Sperrt diese Menschen nicht ins Gefängnis!

    Vielen Dank für diese Diskussion
    Lilli
    Geändert von Lilli (13.04.2005 um 00:35 Uhr)

  3. #3
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    Diskussion

    1. - Glauben Sie, dass das Büro für Medizinischen Cannabis des holländischen Gesundheitsministeriums die Coffee-Shops nur in Verruf bringen möchte, weil es eine Konkurrenz fürchtet, oder denken Sie, dass eine Qualitätskontrolle bei der Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke sehr wichtig ist?

    Eine Qualitätkontrolle ist m.E. schon wichtig, aber in den holl.Coffee-Shops fürchte ich keine Einschränkung dieser. Sofern der Preis in den Apotheken günstiger gewesen wäre, hätte man die Absatzprobleme vermeiden können. Jetzt spielen sich die Politiker wieder gegenseitig die Bälle zu, da niemand für den Schlamassel verantwortlich gemacht werden möchte, obwohl es Verantwortliche gibt.

    2. - Haben Sie schon einmal schlechte Erfahrungen mit Cannabis aus holländischen Coffee-Shops gemacht?

    Nein, habe ich nicht. Nur bei den Grenzen.

    3. - Es gibt Bestrebungen aus der holländischen Politik, das Modell der Abgabe von Cannabis in Apotheken einzustellen. (Darüber wird in den nächsten IACM-Informationen berichtet.) Wäre dies nach Ihrer Ansicht im Hinblick auf die weltweite Entwicklung zur legalen medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten sehr ungünstig oder wäre es nicht so schlimm?

    Es wäre sehr ungünstig, die Abgabe einzustellen. Die Abgabe für den medizinischen Gebrauch von Cannabis in den Apotheken in NL ist für Europa sicherlich einzigartig gewesen, was wiederum andere Hersteller aus aller Welt dazu animieren könnte, aus den politischen Fehlern zu lernen und andere Modelle einzusetzen.
    Die weltweite Entwicklung wird sich meistens von anderen Ländern enorm unterscheiden, da das kanadische Modell nicht in jedem Land angenommen wird.

    4. - Sollte die deutsche Bundesregierung ein ähnliches Programm wie die holländische Regierung auflegen oder sollten andere Modelle erprobt werden, beispielsweise analog dem kanadischen Modell, bei dem Schwerkranke eine Ausnahmegenehmigung vom Bundesgesundheitsministerium erhalten können?

    Ich würde es gut befinden, wenn eine solche Ausnahmegehmigung zu dem Erfolg führt, so dass der Patient eine Auswahl an Möglichkeiten hat, die sein Leiden vermindert.
    Es gibt verschiedene Modelle, leider bin ich mit dem kanadischen Modell nicht persönlich vertraut.

    5. - Welchen Stellenwert hat für Sie einerseits der Preis von Cannabis und andererseits eine gute Qualität, inklusive biologischem Anbau der Pflanze?

    Schwere Kost, aber biologische Qualität hat immer seinen Preis, wenngleich auch andere Methoden gute Ergebnisse erzielen, die günstiger sind und nicht gleich ungesünder !

    Denis
    --

    @Lilli, ich hätte auch Lust, den ein-und anderen Verantwortlichen anzuzeigen, leider fehlt mir aber dazu die Prozesskraft und das nötige Geld...

    Geändert von Denis (17.04.2005 um 20:58 Uhr)

  4. #4
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    Hi

    Also ob Coffeshops in Verruf gebracht werden sollen ,kann ich nicht sagen, da ich die wirklichen Beweggründe des holländischen Ministeriums nicht kenne , "aus Konkurrenz" scheidet für mich aber eher aus , ich vermute da steht mehr der Druck der Bundesrepublick und USA dahinter, Cannabisgebrauch zu verbieten.

    Ich hab früher sehr oft in Coffeshops gekauft , allerdings war ich nie ein Freund der holländischen Zucht Sorten , sondern bevorzuge natürliche Outdoor Sorten wie Jamaika,Thai,Columbia oder ähnliches. Alles Sorten, die in Deutschland schwer erhältlich sind.

    Vor ca.3 Jahren ist mir in meinem "Stamm"-Coffeshop in Maastricht jamaikanisches Gras mit Schimmel verkauft worden. Das war das erste mal in 20 Jahren. Es ist aber nach meiner Reklamation eine Woche später ohne Diskussion umgetauscht worden. Nach Auskunft des Verkäufers kann das bei der verwendeten "Importtechnik" schon mal passieren. Wäre hier eine Qualitätskontrolle durchgeführt worden , wär das vielleicht nicht passiert , aber dafür hätte ich einen wesentlich höheren Preis bezahlen müssen, der Kontrolleur oder das Labor muss ja auch mitbezahlt werden.
    Diese Geschichte war aber für mich mit ein Auslöser für den Selbstanbau , da ich mittlerweile auch die räumlichen Möglichkeiten dazu hatte. Nur im Eigenanbau kann ich den 100% biologischen Anbau kontrollieren.

    Für die medizinische Verwendung halte ich Apotheken jedoch für sehr wichtig , da diese eine beständige Quelle für gleichbleibende Qualität sein können. (von den Preisen mal abgesehen).
    Sollte bei mir mal eine Ernte ausfallen , so möchte ich nicht in einer Apotheke, sondern in einer mir vertrauten Umgebung kaufen und geniessen. Ein Stop der Apothekenausgabe ist auf jeden Fall für die Entwicklung zur legalen medizinischen Verwendung negativ . Den kanadischen Genehmigungs-Ablauf kenne ich nicht , ich finde nur der Artzt und auch nur der, sollte entscheiden , ob ein Patient Cannabis legal in der Apotheke erwerben kann oder nicht , da dieser seinen Patienten am besten kennt.

    Viel besser aber fände ich eine Kombination aus Arzt/Apotheke für Kranke, die Freigabe des Anbaus zur Selbstversorgung (für den der kann) und eine halbwegs kontrollierte Coffeshop Kultur.

    Auch der Preisvergleich der Studie hinkt , ich bin in der Lage das Gewicht genau zu prüfen und bin in einem Shop noch nie betrogen worden. Ich kenne etliche Shops in Holland , muss aber schon sagen , das in den letzten Jahren einige Shops dazugekommen sind (einige auch wieder geschlossen worden sind), wo es sich lohnt , einen grossen Bogen darum zu machen. Städte z.B. Venlo meide ich mittlerweile , da dort viel Abzockerei betrieben wird.

    Die Auswirkung von Coli-Bakterien kann ich nicht beurteilen , ich gehe aber davon aus , das im Haschisch immer schon welche vorhanden waren, das Harz wird ja oft mit der Hand gerollt (Afghanistan,Nepal,Indien) und ich glaube kaum , das sich die Hanf-Bauern davor die Händer waschen.

    Ich habe bis jetzt seit über 30 Jahren das Glück , Cannabis nur zum Genuss und zur Entspannung nutzen zu "müssen" , eine Legalisierung für den medizinischen Zweck scheitert meiner Meinung nach nur an der gezielten Fehlinformation unserer christlichen Alkohol Kultur und u.U. auch weil die Profit-Möglichkeiten im illegalen Verkauf einfach zu hoch sind.

    viele grüsse , RubADub

  5. #5
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    Re: Medizinischer Cannabis in den Niederlanden

    hallo

    Wir haben nur ganz selten holländ. Coffeeshop-Gras gekauft und damit keine schlechten Erfahrungen gemacht.
    Trotzdem glaube ich eigentlich schon, dass die Ergebnisse der Studie stimmen und finde ne Qualitätskontrolle von mediz. Gras wichtig, wobei ich da eher an Dünger und Ungeziefervernichtung denke.
    Medizin. verwendetes Gras sollte genauso kontrolliert werden, wie andere Heilpflanzen, die in der Apotheke zu kaufen sind.
    Es sollte gleichermaßen die Möglichkeit geben, sie in der Apotheke zu kaufen, wie selbstanzubauen, allein oder als Patientenanbaugenossenschaft.
    Wenn nur eins von beidem zur Debatte steht, bevorzuge ich allerdings das kanadische Modell.
    2 Cannabis-Sorten sind zu wenig, um den unterschiedlichen Bedarf bei verschiedenen Krankheiten abzudecken. Und der Preis in Holland ist viel zu hoch.Ich glaube nicht, dass Qualitätsstandards diesen Preis rechtfertigen. Auch andere Heilkräuter unterliegen der Qualitätskontrolle und kosten nur einen Bruchteil.
    Angesichts der Kostenpolitik im Gesundheitssektor, denke ich, dass eine
    Fixierung auf die Abgabe in der Apotheke viele Patienten entweder wegen der Indikation oder wegen ihrer Armut von der Versorgung ausschließen würde.
    Wir könnten es uns auf jeden Fall NICHT leisten, für Michael das Gras jetzt z.B. in einer holländischen Apotheke zu besorgen.
    Das allerbeste Modell fände ich, eine Patientenanbaugenossenschaft zu gründen, Gewächshäuser anzumieten,
    Gärtner anzustellen und so eine Selbstversorgung sicherzustellen.

    liebe Grüße
    Gabi
    zahme Vögel singen von Freiheit - die Wilden fliegen

  6. #6
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    Re: Re: Medizinischer Cannabis in den Niederlanden

    Original geschrieben von Gabi

    Patientenanbaugenossenschaft zu gründen, Gewächshäuser anzumieten,
    Gärtner anzustellen und so eine Selbstversorgung sicherzustellen.
    Das wäre eine sehr vernünftige Idee. ich bin dann aber der Gärtner, nä ?!

    Liebe Grüsse
    Denis ,-)
    --
    Geändert von Denis (14.04.2005 um 03:18 Uhr)

  7. #7
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    Mich interessiert Ihre Meinung zu den folgenden Fragen:
    - Glauben Sie, dass das Büro für Medizinischen Cannabis des holländischen Gesundheitsministeriums die Coffee-Shops nur in Verruf bringen möchte, weil es eine Konkurrenz fürchtet, oder denken Sie, dass eine Qualitätskontrolle bei der Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke sehr wichtig ist?

    Ich halte die Qualitätskontrolle bei Cannabis allgemein für wichtig und einen klaren Bestandteil einer Legalisierungsforderung: Kontrolle nicht durch das BtMG, sondern das Lebensmittelrecht etc. Insofern finde ich es auch o.k., auf Missstände bei der Qualität in Coffee-Shops hinzuweisen.

    - Haben Sie schon einmal schlechte Erfahrungen mit Cannabis aus holländischen Coffee-Shops gemacht?

    nein

    - Es gibt Bestrebungen aus der holländischen Politik, das Modell der Abgabe von Cannabis in Apotheken einzustellen. (Darüber wird in den nächsten IACM-Informationen berichtet.) Wäre dies nach Ihrer Ansicht im Hinblick auf die weltweite Entwicklung zur legalen medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten sehr ungünstig oder wäre es nicht so schlimm?

    Ich fände das schon ungünstig. Die Sache hat definitiv Signalwirkung, schließlich ist legaler Zugang zu Hanf weltweit extrem selten und auch in Coffee-Shops offiziell nicht gegeben, die sind schließlich auch nur gedultet. Der Verkauf von Cannabis in Apotheken anderer Länder ist ein überzeugendes Argument, dass es möglich ist, aus Hanf auch Arzneien auf "Krautbasis" herzustellen, die den entsprechenden Ansprüchen genügen. Und es zeigt, dass sich die Deutschen besonders bürokratisch und altbacken anstellen.

    - Sollte die deutsche Bundesregierung ein ähnliches Programm wie die holländische Regierung auflegen oder sollten andere Modelle erprobt werden, beispielsweise analog dem kanadischen Modell, bei dem Schwerkranke eine Ausnahmegenehmigung vom Bundesgesundheitsministerium erhalten können?

    beides sollte parallel passieren und nicht gegeneinander ausgespielt werden.

    - Welchen Stellenwert hat für Sie einerseits der Preis von Cannabis und andererseits eine gute Qualität, inklusive biologischem Anbau der Pflanze?

    Ich halte es für gerechtfertigt, wenn der Preis bei guter (Bio-)Qualität über dem normalen Level liegt. Ich glaube aber, dass das in einem legalen Markt auch ohne Preiserhöhungen über das derzeitige Maß hinaus möglich ist, da die Gewinnspanne für das Risiko wegfällt - das hängt aber vom zukünftigen Steuersatz ab.

  8. #8
    Registriert seit
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    Hallo

    Wie deutest du dann solche Aktionen zu dem Thema
    Ich finde sowas nur noch Lustig! und zeigt mal wieder wie kurz vor einer Entscheidung ein komisches Papier hervorgezogen wird um eien kommision zu beeinflussen. Da ist es ihnen egal welchen Mythos sie wieder mit Lügen ausschmücken müssen. Hallus von Dronabinol. lol.

    """
    Bereits geringe Dosis kann Wahnvorstellungen und mentale Krankheiten auslösen

    Ein überraschendes Ergebnis hat eine Studie über die Verabreichung von Cannabis-Medikamenten gebracht: Denn trotz der streng kontrollierten Untersuchungssituation konnten bei einem Teil der Probanden starke psychischen Störungen festgestellt werden. Entgegen der derzeitigen medizinischen Annahme, dass die Verabreichung einer geringen Dosis Cannabis bei manchen Erkrankungen durchaus gesundheitliche Vorteile birgt, ermittelte nun ein Forscherteam des Institut Universitaire de Medicine Legale, dass Cannabis schädlicher ist, als bisher vermutet.

    Das Forscherteam führte seine Untersuchungen unter strengen klinischen Bedingungen und mit der Erlaubnis einer Ethik-Kommission durch. Den Probanden wurde oral eine geringe Dosis delta-9-tetrahydrocannibol (THC) - dem aktiven Bestandteil von Cannabis - verabreicht. Das Medikament löste jedoch bei einem Teil der Probanden schwerwiegende Angststörungen aus, welche ein typisches Anzeichen für eine durch Cannabis initiierte Psychose sein können. In weiterer Folge klagten die Versuchspersonen über Realitätsverlust, Entpersonalisierung, Schwindel und paranoide Vorstellungen.

    Überraschend waren die Ergebnisse der Studie insofern, da schon bei einer sehr geringen Dosis dieser Halluzinationsprozess einsetzte. Denn wird Cannabis geraucht ist die THC-Konzentration im Blut im Grunde genommen wesentlich höher. Die Auswirkungen der Droge zeigen sich beim Rauchen erst ab einer THC-Konzentration von 10 ng/ml Plasma. Bei den Testpersonen zeigten sich dieselben Effekte bereits bei einer Konzentration von 4,7 bis 6,2 ng/ml und wurden beängstigender als beim Rauchen empfunden. "Möglicherweise wird dieser Effekt dadurch ausgelöst, dass das Cannabis nicht geraucht und inhaliert, sondern oral eingenommen wird. Wir nehmen an, dass durch die Verdauung spezielle THC-Stoffwechselprodukte erzeugt werden, welche die psychotischen Effekte einleiten", erklärte Studienleiter Bernard Favrat.

    In den vergangenen Jahren ist die THC-Forschung massiv forciert worden, denn dem Wirkstoff werden vielfältige therapeutische Vorteile attestiert. So kann die Droge die spastische Muskellähmung bei Multiple-Sklerose-Patienten erleichtern, den Appetit von Aids-Patienten wiederherstellen und als Schmerz- und Anti-Brechmittel bei Krebspatienten fungieren, die sich gerade einer Chemotherapie unterziehen.

    Auf Grund der Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit und unter Einbezug anderer Studienergebnisse, die ebenfalls belegen, dass Cannabis das Risiko für mentale Krankheiten erhöht, fordern Favrat und sein Team nun eine größere Vorsicht beim Einsatz dieser Therapierung eine weitere Erforschung der THC-Wirkung.

    Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der BMC Psychiatry http://www.biomedcentral.com/bmcpsychiatry nachlesbar.

    Quelle: http://www.innovations-report.de

    habe ich nur aus einem anderem Forum so geklaut. Der zweck heiligt die Mittel und ich frage da noch nicht mal nach.
    """
    cya

  9. #9
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    Ausrufezeichen Diskussion

    Hi @ll,


    - Glauben Sie, dass das Büro für Medizinischen Cannabis des holländischen Gesundheitsministeriums die Coffee-Shops nur in Verruf bringen möchte, weil es eine Konkurrenz fürchtet, oder denken Sie, dass eine Qualitätskontrolle bei der Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke sehr wichtig ist?
    Ich halte es aus mehreren Gesichtspunkten für nötig, eine Qualitätskontrolle für med. Cannabis zu betreiben... Bei Krebserkrankungen und der begleitenden Chemotherapie sinkt die körpereigene Abwehr gegen null - hier z. B. sollte nur "sauberes Cannabis" zur Anwendung kommen!
    Andererseits wurde mir in mehr als 20 Jahren noch kein verschimmeltes Gras in holländischen Coffeeshops verkauft!

    - Haben Sie schon einmal schlechte Erfahrungen mit Cannabis aus holländischen Coffee-Shops gemacht?
    Nein.... eher nur Gute!

    - Es gibt Bestrebungen aus der holländischen Politik, das Modell der Abgabe von Cannabis in Apotheken einzustellen. (Darüber wird in den nächsten IACM-Informationen berichtet.) Wäre dies nach Ihrer Ansicht im Hinblick auf die weltweite Entwicklung zur legalen medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten sehr ungünstig oder wäre es nicht so schlimm?
    Sehr ungünstig!

    - Sollte die deutsche Bundesregierung ein ähnliches Programm wie die holländische Regierung auflegen oder sollten andere Modelle erprobt werden, beispielsweise analog dem kanadischen Modell, bei dem Schwerkranke eine Ausnahmegenehmigung vom Bundesgesundheitsministerium erhalten können?
    Ich denke, das kanadische Modell birgt die größeren Vorteile!

    - Welchen Stellenwert hat für Sie einerseits der Preis von Cannabis und andererseits eine gute Qualität, inklusive biologischem Anbau der Pflanze?
    Sollte in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Wobei ich selber die hochgezüchteten holl. Indoorsorten eher ablehnne. Ich bevorzuge eher die alten Sorten (Thai Gold, Purple Haze), die vor 14 Jahren (bei einer Verhaftung nachgewiesen) auch einen THC-Gehalt von 14,7% hatten. Die meisten Indoorsorten träumen von solchen Werten, was natürlich zeigt, daß das ganze Getue, was das Gras teurer und teurer macht, gar nicht nötig wäre.

    @Lilli

    Eiweiß gerinnt bereits bei 41,7°C (Deshalb ist Fieber über 40°C ja auch so gefährlich)

    Gruß Frank
    Geändert von Geheimrat1 (08.04.2005 um 11:21 Uhr)
    Hinweis: In Deutschland ist der Besitz, Anbau, Verkauf, usw. von Cannabis verboten!!! Jede Maßnahme C. zu erwerben, anzubauen und einzuführen, kann strafrechtlich verfolgt werden und geschieht daher in Eigenverantwortung!!!

  10. #10
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    Hallo

    Biogras ist in den Shop zu einen entsprechenedem preis zu kriegen.

    Cya

  11. #11
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    1
    Hallo Zusammen,

    Danke Lilli...
    ich habe Deine Ausführungen mit wohlwollendem Interesse gelesen...ich meine hierzu gibt es nicht sehr viel hinzu zu fügen!

    Gruß
    Dündel

  12. #12
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    umfrage

    Hallo !

    Meine Meinung -

    - Obwohl Qualitätskontrollen notwendig sind, um einen dauerhaften Qualitätsstandard des Produktes zu erfüllen, sollten diese im Rahmen der wissenschaftlich nachgewiesenen Notwendikeit durchgeführt werden, die Frage ist ob z.B. eine Bestrahlung mit UV Strahlen zur Erreichung eines keimfreien Produktes eine medizinische Notwendigkeit aufweist oder ob die Gefahren, die von nicht sterilem Cannabis ausgehen kann, eher gering sind und vernachlässigt werden können.
    Auf jeden Fall müssen die Qualitätskontrollen jedoch so weit führen, um eine Gefärdung der Patienten mit z.b. Schimmelsporen oder anderen pathologisch relevanten Erregern auszuschliessen.
    Vermutlich ist der politische Aussendruck auf die NL Regierung für die Verunglimpfung der Coffeshops und deren Produkte mitverantwortlich.

    - nein. In den letzten Jahren ist aber eindeutig zu erkennen, das das Abskuffen der Blüten vor dem Verkauf eine weitverbreitete Technik ist, dies führt zu Qualitäts/Wirkstoffverlust, jedoch nicht zu Verunreinigungen.Bei billigem Haschisch muss durchaus auch in holländischen Coffeeshops mit Verunreinigungen/Streckmitteln gerechnet werden.

    - Das wäre extrem ungünstig. Soweit ich informiert bin, hat der bezüglich des holl. Apothekenmodells "rausgekickte" SIMM Prof. für sein SIMM18 max 4 euro pro g. gezahlt bekommen, der Rest der Kosten (über 50%) entstanden durch Verpackung,Bestrahlung (Keimabtötung) etc.


    - Die deutsche Reg. soll handeln, beide Wege sind begehbar, das Problem ist nicht Art und Weise des Modells, sondern die Politiker dazu zu bringen, wenigstens über die Option einen Schritt nach vorn zu gehen nachzudenken, in welche Richting der Schritt dann geht, ist zu diesem Zeitpunkt zweitrangig. Das kanadische Modell ist meiner Meinung nach effektiver.

    - Qualität hat seinen Preis, allerdings sollten diese Preisspannen nachvollziehbar und einleuchtend sein und nicht dermassen überzogen wie es momentan noch der Fall ist.

    lg
    Carsten
    Geändert von Carsten (17.04.2005 um 20:34 Uhr)

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