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Thema: Psychisch Kranke im Knast

  1. #1
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    Psychisch Kranke im Knast

    Moin moin!

    Nachdem ich die Meinungsverschiedenheiten weiter unten zum Teil verfolgt habe, möchte ich gerne etwas dazu sagen.

    Studien besage, daß etwa 2/3 aller jugendlichen Straftäter psychisch krank sind im Sinne von Persönlichkeitsstörungen, Neurosen, etc.

    Als "Borderlinerin" habe ich in Psychiatrien viele männliche Borderliner kennengelernt. Der Unterschied bei dieser Erkrankung zwischen Mädchen/Frauen und Jungen/Männern liegt darin, daß letztere ihre Aggressionen gegen andere richten und in der Regel Drogen- oder Alkoholprobleme haben, während das weibliche Geschlecht zur Selbstverstümmelung neigt.

    Nach mittlerweile sechs Jahren bleibt mir nur die Erkenntnis, daß die Männer, die durchgehend und regelmäßig Cannabis konsumier(t)en, mittlerweile, ebenso wie ich, dem Sumpf der Psychiatrie entkommen sind.
    Von den übrigen hört und sieht man wenig und wenn eher brieflich aus dem Gefängnis.

    Ich will nicht soweit gehen zu sagen "Behandelt alle Straftäter mit Cannabis" aber ich will auch nicht wissen, wieviele Psychisch Kranke, Jugendliche und Erwachsene, fälschlicherweise in Gefängnissen sitzen. Oft wegen des Besitzes von Haschisch o.ä.

    Leider kenne ich ein paar junge Männer, die in den Augen der Polizei genau dem Täterprofil eines Drogenbesitzers entsprechen und einen Heidenärger haben, weil sie sich selber mit Cannabis behandeln. Für die arbeitet zum Glück die Zeit.

    Hier sollten wir uns aber doch einig sein. daß Cannabis grundsätzlich GUT ist und auf einer Seite stehen, die da heißt "Legalisierung".

    Viele Grüße und peace
    sera






  2. #2
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    Daumen hoch Re: Psychisch Kranke im Knast

    Original geschrieben von serafine
    Moin moin!

    Als "Borderlinerin" habe ich in Psychiatrien viele männliche Borderliner kennengelernt. Der Unterschied bei dieser Erkrankung zwischen Mädchen/Frauen und Jungen/Männern liegt darin, daß letztere ihre Aggressionen gegen andere richten und in der Regel Drogen- oder Alkoholprobleme haben, während das weibliche Geschlecht zur Selbstverstümmelung neigt.

    Ich will nicht soweit gehen zu sagen "Behandelt alle Straftäter mit Cannabis" aber ich will auch nicht wissen, wieviele Psychisch Kranke, Jugendliche und Erwachsene, fälschlicherweise in Gefängnissen sitzen. Oft wegen des Besitzes von Haschisch o.ä.


    Viele Grüße und peace
    sera


    Hallo serafine,

    Du hast Dich recht gut ausgedrückt, wie sich das Borderline-Syndrom auf beide Geschlechter auswirken kann. Lob!

    Da mir auch die "Gefangenen" (ob in der Psychatrie oder im Knast) am Herzen liegen, würde ich gerne dieses Thema ausweiten.

    Hast Du denn, ungesehn von den anderen Beiträgen, noch eine andere Idee, wie man dieses Tabu-Thema in diesem Thread ausweiten kann?

    Eine Idee ist mir schon gekommen. Es geht um "Paket-Sendungen" Gefangener und deren Inhalt`s! Die Vorschriften müsste ich aber komplett abschreiben und das sind 2 DIN A4 Seiten.

    Hat denn jemand diese Vorschriften "rein Zufällig" schon in einer Text-Datei gespeichert und könnte diese hier in dem Thread mit einbauen?

    Es würde mir ungeheuer viel Arbeit ersparen!

    Erstmal..

    gh
    Denis
    -
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    "nur die Harten komm` in Garten – die Kiffer dürfen etwas länger braten !"
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    Üblicherweise gehe ich davon aus, dass die von mir verlinkten Seiten keine illegalen Inhalte enthalten sondern seriöse Informationen zu den Themenbereichen Drogen und Drogenpolitik.
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    Der Autor haftet ausschließlich selbst für seine Äußerungen! Siehe hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/89348

  3. #3
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    Hallo Denis

    Sorry, daß ich im Moment so langsam bin. Habe es im Mod.-Forum eben schon erklärt. Bei uns herrscht Ausnahmezustand mit vier Kindern. Aber bald sind se weg und dann werde ich auch wieder ausführlicher im Forum schreiben.

    Bisher habe ich mir keine Gedanken gemacht, dieses Thema auszuweiten aber die Idee ansich finde ich sehr gut. Ich selber habe zwar keine Knasterfahrung, aber mein Mann ist so ein typischer Borderliner, der vier Jahre im Knast gesessen hat, eine kräftige Trinkerkarriere hinter sich hat, bis er endlich in einer Psychiatrie gelandet ist.
    Mit Cannabis kommt er interessanterweise übrigens gar nicht klar, wobei ich dafür eigentlich auch schon genügend Gründe habe....finde ich... :-)

    Aber solche Dinge würde ich gerne in der nächsten Zeit mal ausführliche "diskutieren".

    Spätestens Donnerstag lasse ich wieder mehr von mir hören.

    Bis dahin viele Grüße , serafine :hi:

  4. #4
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    Hallo denis!

    So, jetzt habe ich eine Weile nachgedacht und festgestellt, daß ich mich mit dem Thema ansich noch nicht wirklich befaßt habe. Ich selber war "nur" in der Psychiatrie und habe auch keinen Kontakt zu Inhaftierten. Das Thema aber interessiert mich. Allein jedesmal, wenn ich "Beladen" über die Grenze fahre, denke ich darüber nach, wie es mir wohl ohne mein Lebenselixier im Gefängnis ginge.
    Von daher interessiert mich, was Du noch zu dem Thema denkst.
    Was Briefpost o.ä. angeht, bin ich chronisch pleite und auch eher vorsichtig, da meinem Mann das Jugendamt noch auf die Finger guckt und ich keinesfalls irgendwas riskieren möchte.

    Was Cannabispatienten in der Psychiatrie angeht, bin ich eher pessimistisch, daß dieses Thema ergiebig wird.
    Im Gegensatz zu den paar mir bekannten Patienten, die sich selbst mit Cannabis therapieren, kenne ich leider zigmal soviele Borderliner und andere, die in ihrer Ärztehörigkeit wieder und wieder "entziehen". Die meisten sagen, MIT Cannabis gehe es ihnen besser, bis irgendein Arzt ihnen ihnen wieder mal sagt, das sei eine Drogenscheinwelt, die clean nicht aufrechtzuerhalten sei.



    Sorry, ich höre jetzt erstmal auf. Heute ist nicht mein Tag. Hatte den ersten Arbeitstag nach drei Wochen Urlaub und dann gleich Nachtwache. Außerdem geht mein Shit zu Ende und ich bin blank ;-)
    Du siehst, alles Mist...dissoziiere schon wieder.

    Deshalb gehe ich jetzt gleich schlafen, damit ich die nächste Nacht überstehe.

    The show must go on

    Viele Grüße und einen schönen Tag, Yvonne

  5. #5
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    Daumen runter @serafine

    Hi,

    komisch, ich kann das nicht nachvollziehen:

    "Die meisten sagen, MIT Cannabis gehe es ihnen besser, bis irgendein Arzt ihnen ihnen wieder mal sagt, das sei eine Drogenscheinwelt, die clean nicht aufrechtzuerhalten sei."

    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß bestimmt 90% der Ärzte, die ich kenne einer Behandlung mit Cannabis positiv gegenüberstehen. Darunter befinden sich Neurologen, Onkologen, Chirurgen, Orthopäden, usw. Besonders in der Schmerzambulanz (Neurologische Behandlung) und unter den Onkologen (Appetitsteigerung, Übelkeitsbeseitigung bei Chemo) ist die Behandlung mit C. überhaupt kein Thema!

    In der Psychiatrie scheiden sich die Geister. Einige befürchten Psychosen, andere möchten hingegen gerade Psychosen mit C. behandeln. Ich denke, das ist eine rein individuelle Sache. Bei dem einen mags helfen und bei dem anderen nicht. Aber eine Behandlung mit C. von vornherein abzulehnen, ist der falsche Ansatz. Ärzte, die so denken, haben sich möglicherweise garnicht mit den ganzen Möglichkeiten von C. vertraut gemacht. Ein Medikament, mit einem solch großen Wirkungsspektrum gibt es von keinem Chemiekonzern.
    Im Übrigen meine ich, daß es letztlich völlig egal ist, ob eine Psychose ausbricht, weil ein Pat. Cannabis konsumiert und sie dann ausbricht, oder Alkohol trinkt und sie deshalb ausbricht. Ist eine Psychose latent vorhanden, bricht sie auf jeden Fall aus. Und leider kann ich niemandem verbieten, Bier oder noch schlimmer, Schnaps zu trinken. Wieviele Psychosen sind wohl auf Alkoholkonsum zurückzuführen?
    Und Cannabis wird deswegen verteufelt? Die spinnen die Römer!!!

    Gruß Frank

    :smoke:

    :hi:

  6. #6
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    Daumen hoch Angst/Armut/Borderline/Knast

    Hi Yvonne,

    ich kann mir gut vorstellen, wie es -in- Dir vorgeht!

    Als Mutter von 4 (vier) Kindern hast Du sehr grosse Verantwortung und mütterliche Aufgaben.

    Respekt!!

    Das -Thema- Cannabis in Psychatrien und Gefängnissen ist leider nicht so verbreitet, wie das -Thema- Cannabis an sich. Ich könnte Dir Geschichten und Storys erzählen, die würden jeden Zweifel (wie gerade @Geheimrat aus seiner Erfahrung einräumte) ausräumen.

    Und genau in diesem Sinne sollte der "Daumen" sowohl nach oben zeigen, wie nach unten.

    Wenn man in die Klapse oder in die JVA einläuft, übernimmt man eine Rolle, die zu der Situation gerade passt:

    1. angepasstes Verhalten oder
    2. nicht angepasstes Verhalten.

    Beide Verhalten können unter bestimmten Gesichtspunkten Störungen verursachen:

    a) Angst

    Angst ist eine unglaubliche Triebkraft, die Wunder bewirken kann, oder lähmt. Seit über 15 Jahren beschäftige ich mich nun mit dem Angst-Syndrom. Angst ist widerspenstig, Angst ist hartnäckig, Angst ist gemein und auch gefährlich.
    Es gibt Literatur über die Angst, wie noch nie.

    Und jeder hat -Angst-, wer es abstreitet, nimmt Valium oder lügt.

    Angst ist natürlich, Angst ist manchmal auch Krankhaft. Und wer zuviel oder zuwenig davon hat, landet in der Psychatrie oder in den Knast. Beides sind Triebfedern, die jemanden hinreissen lassen könnte, etwas zu tun, was er unter -normalen- Umständen vielleicht anders hätte tun können.

    Leider unterliegen wir Zwängen, die sich immer anders auswirken können, als wir jemals vermuten.

    b) Armut

    Armut in Kombination mit Angst ist eine besondere Triebfeder, die jemanden dazu anstiften könnte, sodass er/sie aufgrund der derzeitigen teilweise Hirnrissigen Gesetze und Verbote zuletzt in die Ausweglosigkeit gedrängt werden.

    Und genau diese Kombination kann schon ein Borderline (Syndrom) hervorrufen.

    c) Borderline ist auch eine Entscheidungsneurose im -Klassischem- Sinne.

    Angst mit Armut vermischt schafft eine Boderline Störung, die schliesslich in den Abgrund driften lassen kann.

    Und somit sind wir gedanklich schon im Gefängniss oder in der Psychatrie. In beiden Fällen habe ich mal dort eine Rolle eingenommen und die Rollen vertauscht.

    Das geht als -Gefangener- prima genauso wie als -Patient-, vorausgesetzt, man weiss, wie krank man selbst ist.

    Allerdings läuft man Gefahr, das man sich selbst diagnostiziert und das kann gutgehen, aber auch nach hinten losgehen.

    Es gibt doch tatsächlich Bedienstete, die sich in der Psychatrie oder im Gefängniss selbst mit Cannabis beliefern lassen und Cannabis konsumieren oder verkaufen. Das mag eine Ausnahme sein, ist aber die Regel (meiner Erfahrung nach natürlich).
    Ich möchte kein Reizthema schaffen, welches andere ja hervorragend beherrschen.

    Die Misstände sind derart komplex, wer unbequem ist/wird bekommt unweigerlich Gegenwind. Aber darauf will ich jetzt nicht hinaus.

    Die Vorschläge, die ich bereits aufzählte (teilweise verschoben), können Dich, Yvonne, anregen. Nur steiger Dich da nicht hinein.

    Das Thema Knast und Psychatrie können wir in -Aller Ruhe- auf uns einwirken lassen.

    Du musst Dich nicht entschuldigen, ich weiss, wie stressig es bei Dir ist (Kinder)

    Nun gut, meine Philosophische Ader kommt manchmal mit mir durch und der Beitrag wird länger, als (von mir) gewünscht.

    Lass es einfach auf Dich zukommen, wenn Dir das Thema -zu nahe- geht, bleib einfach aussen vor. Ich habe vollstes Verständnis!

    Pass -bitte- aber auf Deine "Beladungen" auf, sonst könnte es zur "Belastung" werden (Führerschein, Jugendamt, Verfahren, etc.). :hi:

    Erstmal, ich melde mich schon jetzt für ein paar Wochen ab, da Klinikaufenthalt angesagt ist (schwitzen).

    hg
    Denis

    PS@Frank: Sry, aber hier in Münster ist die Ärzte-Liga ernster, d.h., alle schütteln mit dem Kopf, wenns um "positive Aspekte zur Behandlung mit Cannabis leidender Menschen geht".
    Hier wird eher mit Opiaten behandelt und ich bin ein solch "Behandelter", im Slang (Fachjargon) -Morphinist- genannt!

    PS@me: Leider gibts ja nur 3 Opiatrezeptoren im Gehirn und 2 davon sind bei mir besetzt, einen habe ich für Narkosen freigelassen *lol*. Man meint, ich wäre ein "Querolant" mit -unheimlichem- Galgenhumor. Warum nicht? Ich stelle mich selbst in Frage, lasse mich eines besseren belehren und erkenne meine Macken selbstverständlich an.

    -Es gibt ja viele Wege, aber alle Wege führen nach Rom *fg*!

    :joint: :joint: :joint:
    '_' + __~ = *_*

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