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Thema: Cannabis bei Zwängen. Unterstützung bei Medikament-/ bzw Sortenwahl

  1. #1
    Marlox ist offline Registrierter Benutzer
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    Cannabis bei Zwängen. Unterstützung bei Medikament-/ bzw Sortenwahl

    Hallo liebe Gemeinschaft,

    ich leide seit meinem 10. Lebensjahr an einer ausgeprägten Zwangsstörung. Der genaue Terminus ist "Schwere Zähl-, Wasch- und Kontrollzwänge mit mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten".
    Ich bin seit vielen Jahren in Therapie, deswegen auch zu 50% schwerbehindert und war auch schon für 8 Wochen in einer Klinik. Die Zwänge kosten mich ungefähr 50% meiner bewussten Lebenszeit.

    Es wurden über die Jahre, teilweise auch mehrfach, 5 Medikamente ausprobiert (3 zugelassene und 2 Off-label-use-Versuche), aber leider habe ich keines davon vertragen (schwere Durchfälle und Bauchkrämpfe auch nach mehreren Wochen noch). Vermutlich hängt das mit meinen unzähligen Allergien und Unverträglichkeiten zusammen, die ich seit einer langjährig unerkannten Borreliose an der Backe habe...

    Nun, jedenfalls sind wir im Laufe meiner aktuellen Therapie und der dort durchgeführten Befragung meiner Angehörigen wieder auf die Phase von ca. 18-26 Jahren gestossen, in der ich fast keine Zwänge gezeigt habe. Angesprochen hatte ich das von mir aus nicht, weil ich sehr gut wusste, was der Grund war... Ich war in der Zeit ein sehr regelmäßiger und starker Konsument von Cannabis.
    Da ich heutzutage aber auf meinen Führerschein angewiesen bin, habe ich das nie näher betrachtet, ich habe auch mit 26 jeglichen Konsum eingestellt. Heute bin ich kurz vor 40.

    Nun hat sich ja aber die Gesetzeslage wohl drastisch geändert und so habe ich, von meiner Therapeutin ermutigt, ein paar Selbstversuche gestartet und tatsächlich hilft mir Cannabis, die Zwänge deutlich zu reduzieren. Nicht nur akut unter direktem Einfluss, sondern vor allem auch am Tag danach fällt es mir deutlich leichter, die Zwänge zu besiegen und die Zwangshandlungen (die mein Leben bestimmen) zu reduzieren, teilweise sogar komplett zu unterlassen.

    Der Versuch hat mit Cannabisblüten der Sorte "Blueberry Cheesecake" stattgefunden.
    Ein zweiter Versuch mit der Sorte "Medicine Man" war leider nicht so gut wie mit der ersten Sorte.
    Ein erneuter Gegenversuch mit "Blueberry Cheesecake" brachte aber wieder denselben Erfolg wie beim ersten Mal.
    Konsumiert wurde mit einem extra dafür gekauften Vaporisator ("Crafty" von Storz&Bickel) auf 185°C. Allerdings fällt mir hier die Dosierung enorm schwer, da selbst winzigste Mengen bereits ausgeprägte Rauschzustände auslösen. Ehrlich gesagt, am Wochenende auf der sonnigen Terrasse ist das ja mal ganz spaßig, aber so nicht als Dauermedikation geeignet.

    Meine Therapeutin möchte jetzt mit mir einen Arzt suchen, der mir Cannabis als Medikament für meine Zwangsstörung verschreibt. Sie hat schon jemanden im Auge, der allerdings mit dieser Medikation eher wenig Erfahrung hat, bzw wenn, dann nur für Schmerzpatienten. Allgemein ist es hier in der Gegend sehr sehr schwierig mit psychologisch verbandelten Ärzten über dieses Thema zu sprechen.
    Was mich jetzt zu meiner eigentlichen Frage bringt:

    Welches Cannabismedikament könnte für mich geeignet sein? Ich finde die Dosierbarkeit und den schnellen Wirkungseintritt beim Vaporisieren der Cannabisblüten sehr charmant, so kann man die Dosis leicht selbst anpassen und sich "rantasten".
    Aber leider fehlt mir völlig der Überblick über die verfügbaren Sorten. Wie gesagt würde ich gerne etwas mit geringeren, aber ausgewogenen Cannabinoidgehalten bekommen, damit, so meine Hoffnung, die Dosierbarkeitetwas leichter ist.
    Außerdem sollte die Verfügbarkeit möglichst gut gegeben sein, da scheint es ja auch enorme Unterschiede zu geben, soweit ich bisher hier lesen konnte.


    Vielleicht kann mir ja jemand mit ein wenig mehr Erfahrung weiterhelfen.
    Ach so, ich komme aus der Gegend von Stuttgart, falls jemand noch einen Arzt kennt, der sich auch in Sachen psychologischer Erkrankungen und Cannabistherapie offen zeigt.

    Vielen herzlichen Dank vorab und liebe Grüße an alle,

    Marlox

  2. #2
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    Oral in niedriger Dosis probiert?

  3. #3
    Marlox ist offline Registrierter Benutzer
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    Hallo Moepens,

    nein, oral nicht. Damit hatte ich ganz ganz früher mal schlechte Erfahrungen gemacht. Ich hatte das so in Erinnerung, dass beim Essen noch mehr Wirkstoff aufgenommen wird?
    Beim Verdampfen kann man sich doch recht einfach "herantasten", was bei oraler Aufnahme eher schwer ist wegen der langen Verzögerung.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Marlox Beitrag anzeigen
    Allerdings fällt mir hier die Dosierung enorm schwer, da selbst winzigste Mengen bereits ausgeprägte Rauschzustände auslösen. Ehrlich gesagt, am Wochenende auf der sonnigen Terrasse ist das ja mal ganz spaßig, aber so nicht als Dauermedikation geeignet.
    Der Rauschzustand wird so wahrgenommen weil der Wirkstoffanstieg im Blut schnell stattfindet und die Dosis relativ hoch ist. Oral kann man schrittweise erhöhen bis man eine passende Dosis findet. Am Besten eignen sich dafür z.B. ein Extrakt in Öl, den man wenige Minuten im Mund behält und dann schluckt oder auch Kapseln - diese wirken allerdings durch eine andere Verstoffwechselung stärker, die Aufnahme über den Magen unterscheidet sich hier deutlich von der Aufnahme über Schleimhäute im Mund oder in der Lunge.

    Das Ziel ist ein relativ gleichmäßiger Wirkstoffgehalt im Blut. In den wenigen Fallberichten die es zu Zwangsstörungen gibt wurde mit Dronabinol behandelt, die Enddosis lag bei 15-20mg THC pro Tag, der Effekt stellt sich binnen 2 Wochen ein. Mehrere Gaben am Tag erscheinen sinnvoll.

    Natürlich kann es auch sein dass es nichts für dich ist und eine andere Sorte (inhalativ) sich besser für dich eignet, jedoch wäre es doch einen Versuch wert oder nicht? Sehr sehr wichtig dabei ist es sehr niedrig zu beginnen und die Dosis über Tage ganz langsam und schrittweise zu erhöhen!!!

  5. #5
    Marlox ist offline Registrierter Benutzer
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    Vielen Dank für die hilfreichen Tipps. Das müsste ich dann wohl mal ausprobieren.

    Mit ein Grund für die eingeschlagene Richtung "Inhalativ" war auch, dass ich aufgrund meiner Recherchen Bedenken bezüglich der Kostenübernahme durch die Krankenkasse habe, und falls das nicht übernommen wird, ist ein Fertigpräparat wohl nochmal DEUTLICH teurer. Stimmt das so eigentlich?

  6. #6
    Wernn ist offline Registrierter Benutzer
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    Zitat Zitat von Marlox Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die hilfreichen Tipps. Das müsste ich dann wohl mal ausprobieren.

    Mit ein Grund für die eingeschlagene Richtung "Inhalativ" war auch, dass ich aufgrund meiner Recherchen Bedenken bezüglich der Kostenübernahme durch die Krankenkasse habe, und falls das nicht übernommen wird, ist ein Fertigpräparat wohl nochmal DEUTLICH teurer. Stimmt das so eigentlich?
    Was hast du denn herausgefunden?
    Und wofür hast du dich entschieden? Als Vorschlag: http://www.catmedien.ch/cbd/ wie es in der Schweiz wirkt.
    Geändert von Wernn (15.10.2019 um 18:27 Uhr)

  7. #7
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    Zitat Zitat von Marlox Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die hilfreichen Tipps. Das müsste ich dann wohl mal ausprobieren.

    Mit ein Grund für die eingeschlagene Richtung "Inhalativ" war auch, dass ich aufgrund meiner Recherchen Bedenken bezüglich der Kostenübernahme durch die Krankenkasse habe, und falls das nicht übernommen wird, ist ein Fertigpräparat wohl nochmal DEUTLICH teurer. Stimmt das so eigentlich?
    Die Kosten spielen dabei imo erstmal eine untergeordnete Rolle, es sei denn es fällt komplett aus dem Rahmen.
    Was im Endeffekt für den einzelnen Patienten teurer ist bzw. welche Therapie am Besten geeignet ist hängt von mehreren Faktoren ab. Vom reinen Wirkstoffgehalt her sind Blüten am günstigsten.

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