egal ob Bayern (als einziges Bundesland einen eigenen Bußgeld Katalog) oder sonst ein Bundesland. Das Strafgesetz und Straßenverkehrsgesetz ist Bundes einheitlich,

daher, NUR bei nachweislich Cannabispatienten

sorry, aber ab und an muss man wiederholen, dass es nichts nutzt der Polizei (oder sonst wem) zu sagen man wäre C.-Patient ohne einen Nachweis zu besitzen.

ist der Grenzwert NICHT anzuwenden, da bei diesen Patienten durch die regelmäßige Dauereinnahme dieser Grenzwert in jedem Fall überschritten wird.

Dafür gilt auch in jedem Fall an ALLE Cannabis Patienten:
Bei einer Polizeikontrolle jeden sogenannten Drogen-Schnelltest und auch die Abgabe von einer Urinprobe und Blutentnahme zu verweigern und statt dessen MIT Nachweis (z.B. letzte Kassenrezept (nicht Privat Rezept, dass kann sich jeder jeder Zeit ausstellen lassen) oder Attest vom Arzt) darauf zu verweisen, dass man Cannabis Patient ist.
Weiter gilt für alle Führerscheinstellen in ganz Deutschland:
Bei Medikamenten die auf der BtMG Liste stehen (Betäubungsmittel Gesetz) darf keine MPU (Drogen-MPU) nach FeV Anlage 4 Punkt 9.2.1 angeordnet werden
(bitte jetzt keiner auf die Idee kommen, dass er besoffen fahren kann um sich mittels Cannabis raus zureden) !!!!
Auf der BtMG Liste stehen alle Psychoaktiven Arzneimittel, also jene Medikamente die Einfluss auf die Psyche haben können, wie z.B. Psychopharmaka, Morphium und alle davon abgeleiteten Opiat-Basierten Schmerzmittel und eben auch Cannabis (auf BtMG Liste seit 2007 als Arzneimittel gelistet).

Die FS (Führerschein Stellen) dürfen eine sogenannte Leistungsprüfung nach FeV Anlage 4 Punkt 9.6.2 anordnen (noch mal; das ist KEINE MPU).
Dabei wird geprüft ob die Leistung beim Führen von Fahrzeugen unter das Mindestmaß fällt. Nur im Falle, dass jemand unter Einfluss seines Arzneimittels unter dieses Mindestmaß fällt darf der Führerschein entzogen werden.
Diese Prüfung wird auch in Arztpraxen durchgeführt. Der/die entsprechende Arzt/Ärztin müssen eine Qualifikation zum Verkehrsmediziner haben.
IHR die Betroffenen dürft euch selber aussuchen wo und von wem ihr die Prüfung durchführen lasst.
Das soll heißen, lasst Euch nicht von der FS linken (auch das ist schon vorgekommen) in dem ihr euch von der FS sagen lasst wo ihr die Prüfung machen sollt. Die FS haben in dem Fall KEIN Mitspracherecht.
Was ich schon öfter geschrieben habe, aber nicht oft genug gesagt werden kann:
1. Lasst euch als Cannabis Patienten NIE auf diese MPU ein ! Die kann ein Patient mit BtM Arzneimittel nicht bestehen !!!!
d.h. verweigert die Anordnung zur MPU in dem ihr schriftlich Widersprecht (am Ende der von der FS vorgegebenen Frist) und dort klar und deutlich darauf hinweist, dass ihr C.-Patienten seit, dass die MPU (9.2.1) nicht angewendet werden darf.
Gegebenenfalls könnt ihr euch freiwillig zur FeV Prüfung nach 9.6.2 bereit erklären (besonders wenn ihr noch nicht so lange C.-Patienten seid).
Die meisten FS werden in dem Fall weiter das Gesetz ignorieren und die Entziehung der Fahrerlaubnis anordnen.

2. Der Entziehung der Fahrerlaubnis (die in diesem Fall auch Rechtswidrig ist!) müsst ihr schriftlich Widersprechen und einen Fachanwalt hinzuziehen!
Bitte nicht irgendeinen Anwalt für Verkehrsrecht oder Patientenrecht oder oder
Sondern in jedem Fall einen Anwalt der sich Tatsächlich mit dem Thema -Cannabis und Fahrerlaubnis- auskennt, denn NUR diese Anwälte wissen genau wann 9.2.1 und 9.6.2 angewandt werden darf und wie damit umzugehen ist.
Bei der Suche nach einem Anwalt filtert ihr ganz leicht die "Untauglichen raus":
Fragt einfach um Unterstützung im Falle -Cannabis und Führerschein- (also sagt NICHTS von Patient).
Die meisten Anwälte wiegeln gleich ab, dass das eh Aussichtslos sei, dass man keine Chancen hätte usw..
Nur ein im Thema erfahrener Anwalt wird nachfragen worum genau es geht. Nur ein erfahrener Anwalt wird von selber auf die FeV Punkte 9.2.1 und 9.6.2 ansprechen und NUR diese Anwälte können euch wirklich helfen.
Glaubt mir, ab Punkt 2 habt ihr ohne Anwalt keine Chance aus der Nr. wieder raus zu kommen. Mein Ärger mit der FS läuft jetzt seit 04.10.2016.
Auf der Suche nach einem Anwalt in eurer Nähe kann auch über das Internet bei der BaSt (Bundesanstalt für Straßenverkehrswesen) nachgefragt werden, die kennen in D-Land ansässigen "Spezialanwälte" und können euch ggf. einen nennen.

Hier sollte erwähnt werden, dass diese Anwälte sehr selten sind, daher meist mit Bundeszulassung arbeiten (Anwälte haben für gewöhnlich eine Zulassung für ein oder zwei Bundesländer, aber nicht für das gesamte Bundesgebiet (alle Bundesländer und Zulassung Bundesgerichte).
Anwälte mit Bundeszulassung sind meist teurer (nachvollziehbar, wenn diese nicht nur einige Hundert Kilometer zu den Gerichten fahren müssen, sondern sich auch in den teilweise vorhandenen Unterschieden einzelner Bundesländer auskennen, ABER bei Erfolg muss die Beklagte also die Führerscheinstelle bzw. Gemeinde Euch das Geld inkl. Zinsen zurück zahlen)
3. Habt Geduld, denn ein Prozess vor dem VG (Verwaltungsgericht) (da wird die Klage landen) kann zur Zeit leider 2-3 Jahre und darüber hinaus in Anspruch nehmen.
(Zur Zeit deswegen, die meisten VGs sind wegen der massen Flüchtlingsanträge überlastet. Auch meine Klage liegt seit Juli 2017 sozusagen auf Eis (und wird voraussichtlich erst 2019 an der Reihe sein), weil das VG mit den Verfahren nicht mehr nach kommt (bei VGs werden die Verfahren nach Eingang bearbeitet. Einfach ausgedrückt, jedes neue Verfahren kommt im Stapel ganz nach unten)
4. Die C.-Patienten die ihr Fahrzeug benötigen um täglich auf die Arbeit zu fahren können, meist mit Erfolg, einen Einstweiligen Rechtschutz (auch bekannt als EILverfahren) beim VG beantragen. Der dient dafür die Fahrerlaubnis, bis zum Ende des Hauptverfahren (also die eigentliche Klage gegen die FS) wieder herzustellen. Auch hierfür am Besten gleich den "Spezialanwalt" hinzuziehen.
5. Die von den FS geforderten Bearbeitungsgebühren, auch die für das rechtswidrige Entziehen der Fahrerlaubnis muss von euch erst mal bezahlt werden (am Besten ihr fügt dem schriftlich hinzu, dass die Zahlung NUR unter Vorbehalt statt findet. Oder beantragt eine Ratenzahlung oder nehmt einfach eine Ratenzahlung vor. So lange ihr überhaupt was an die bezahlt und seien es nur 5€ pro Monat können die euch nichts.)