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Thema: Kostenübernahme ohne Arzt

  1. #1
    Notify ist offline Registrierter Benutzer
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    Kostenübernahme ohne Arzt

    Hallo,

    ist es möglich, einen Antrag zur Kostenübernahme der Krankenkasse (in diesem Fall AOk), ohne Arzt(!), zu stellen. Befunde habe ich alle Zuhause rumliegen. Alle Formulare bislang möchten die Stellungnahme eines Arztes, also eigentlich nicht möglich, aber ich lese zu Haufem, dass es einige Personen geben sollen, die einen Antrag ohne Arzt stellen und dieser sogar angenommen wird...

  2. #2
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    Hallo Notify, auf die Gefahr, dass mich hier wer korrigiert oder ergänzt: Viele Ärzte haben Angst, dass sie in die Regresspflicht genommen werden, wenn sie Marihuana verschreiben. Dann bleiben sie möglicherweise noch Jahre später auf den Kosten hängen. Deswegen wollen viele Ärzte damit erst einmal nichts zu tun haben. Wenn nur das das Problem ist, kann der Arzt ein Privatrezept ausstellen. Das zahlt man selber. Mit dem Privatrezept kann man unabhängig zum Arzt die Kostenübernahme beantragen. Nur, dass dieser eben alle nötigen Befunden liefert und die Verschreibung begründet. Es geht immerhin auch nicht ohne Rezept und es muss ein BtM Rezept sein, welches gesondert kontrolliert wird. Das heißt, ohne Arzt geht es also nicht. Du kannst allerdings die Kostenübernahme ohne Arzt beantragen. Ob so oder so, damit die Kassen schon das erste Rezept erstatten, sollte man die Kostenübernahme vor dem Ausstellen des ersten Rezeptes beantragen (es gilt das Datum vom Antrag) - und dazu braucht es die Arztbefunde. Es gibt auch Kassen, die die Rezepte rückwirkend erstattet haben, das ist aber auch Kulanz. Wenn du es brauchst, zahlen kannst und nicht warten willst, brauchst du nur den Arzt, der es dir verschreibt und die Apotheke, die was hat. Der Arzt darf es auch verschreiben, wenn er es begründen kann, wenn die Kassen vermutlich nicht zahlen müssen. Diese müssen nur bei chronischen Leiden zahlen, wenn alternative Behandlungen vermutlich nicht gewünschte Erfolge bringen. Wenn man solch ein Leiden hat und selber zahlen kann und den richtigen Arzt und Apotheker findet, dann kann man sich dennoch mit Marihuana behandeln.

    Noch ein Tipp: Wenn der Arzt mitmacht, dann ruf in der Apotheke an, frag, was die da haben und reserviere es - und lasse dann den Arzt das Rezept auf die Sorte ausstellen. Da können andere Forenmitglieder gewiss noch mehr Tipps geben und auch heulen, da oft nichts da ist.

  3. #3
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    Hallo,
    meint ihr, es würde sich lohnen einen Krankenkassenwechsel von der TKK zur AOK vorzunehmen?
    Ich z.B. zahle relativ wenig bei der TKK (Studententarif), aber seitdem ich mir regelmäßig bei der Apotheke den Geldbeutel leeren lasse, rechnet sich das nicht mehr.
    Natürlich kommt es sicherlich auch darauf an, welche Indikation vorliegt - siehe Profilname.

  4. #4
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    Hm, ich denke, da ist aktuell keine Kasse wirklich besser als die andere.. Von daher weiß ich nicht, ob ein Wechsel was bringen würde..
    Viele Grüße,
    Daniela aka Wonder Woman
    Cannabis Patientenhilfe Oldenburg

  5. #5
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    Ganz oft ist der MDK eingeschaltet und der ist regional organisiert (Wohnort des Patienten)
    Kasse wechseln aber ggf. gleicher MDK Gutachter.

  6. #6
    Notify ist offline Registrierter Benutzer
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    Hm..

    Mein Gedanke ist folgender: Wenn die Krankenkasse es genehmigen sollte, gäbe es ja keinen Grund für den Arzt, medizinisches Cannabis zu veschreiben.

    Das Problem ist, dass ich nicht weiß, wie man einen Antrag ohne einen Arzt stellt. Es muss ja die Menge und die Sorten angegeben werden. Da bin ich etwas unsicher.
    Hast du eine Idee, wie das funktionieren soll?

  7. #7
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    Hallo Notify

    Die Kasse wird nur übernehmen, wenn der Arzt die BtM Rezepte ausstellt und es gut begründet. Der Arzt kann das als Kassenrezept machen, womit er aber eventuell in den Regress genommen wird und dann zahlen kann. Er kann es auch als Privatrezept machen, welches dann bei der Krankenkasse nach dem Einlösen in der Apotheke direkt vom Patienten eingereicht werden kann. Das Kassenrezept reicht hingegen der Arzt ein. Aber immer muss der Antrag auf Kostenübernahme mit genügender Begründung vom Arzt möglichst zuerst gestellt werden, es gilt das Datum der Antragstellung. Dann kann der Arzt schon BtM Rezepte erstellen, die man zuerst selber zahlt und auf Kassenübernahme hofft.

  8. #8
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    Kostenübernahme ohne Arzt und ohne Kassenrezept

    Solche Überschriften führen m.E. oft in die Irre.
    Darf ich in Ergänzung zu Hanfseilner den Versuch unternehmen folgendes darzustellen:

    Das Cannabisgesetz soll, insbesondere regeln, unter welchen Voraussetzungen die ges. Krankenkasse eine Cannabistherapie in Zukunft übernimmt.

    A) Ja, Du kannst den Antrag selbst stellen, wenn Du alle Voraussetzungen die das Gesetz fordert auch erfüllst und mit entsprechenden ärztlichen Attesten darstellen kannst. (Kurzform hier)
    1 schwere Krankheit
    2 Austherapiert bzw. Standardtherapien nicht gangbar (z.B. massive Unverträglichkeiten)
    3 Sehr gut begründete Aussicht besteht, dass Cannabis hilft
    4 Viel Kassen wollen auch die Darstellung des Behandlungszieles


    B) Mindestens zu Punkt 2 kann man das Gesetz so verstehen, dass ein Statement eines Kassenarztes erforderlich ist (strittig)

    C) Ja, Du kannst Dir ggf. ein Privatrezept vorab ausstellen lassen. Z.B. u, zu testen ob Du überhaupt auf C. ansprichst
    Ja ggf. Übernimmt die Kasse das dann ab Antragstellung auf Kulanz

    D) Mal angenommen die Kasse erteilt die Genehmigung. Dann im Prinzip nur für zukünftige Kassenrezepte.

    E) Für die Zukunft dann einfach mal ein Privartrezept anstellen lassen und die Kasse das erstatten lassen läuft im Prinzip nicht weil die Kasse - grundsätzlich - ein sogenanntes Sachleistungsprinzip verfolgt.

    F) Ja, man kann auch ein sogenanntes „Kostenerstatunngsprinzp“ (für Privatrezepte) bei der Kasse beantragen. Dann Ersatzleistungen jedoch nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz. Was sonst noch für Voraussetzungen erforderlich und Nachteile eine Rolle spielen sind und ob sich Kassen dann für C darauf einlassen. Ich weiß es nicht.

    Zusammenfassung:
    Am Ende brauchst Du m.E. auf jeden Fall einen Kassenarzt.
    Zwischendurch könnte ein Privatrezept Dir mal helfen.
    Zum testen und zum belegen Deiner Krankheit (lezteres ist aber umstritten)
    Auf jeden Fall ist es sinnvoll wenn Du bei Deinem Antrag viele Dinge auch für den Arzt vorbereitest und ihm dadurch Arbeit ersparst…
    Geändert von Gunter_H (04.04.2018 um 11:49 Uhr)

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