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Thema: multipel chrinisch krank seit jahrzehnten

  1. #1
    medic ist offline Registrierter Benutzer
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    multipel chrinisch krank seit jahrzehnten

    hallo gemeinde,

    ich bin zwar schon eine weile hier angemeldet, habe aber bisher nicht den mut gefunden mich sichtbar zu machen. falls der beitrag hier im falschen tehma ist, bitte verschieben oder löschen.

    ich bin 62 jahre alt und leide seit über 25 jahren an verschiedenen chronischen erkrankungen, die ich mal kurz aufzählen möchte:
    -schweres asthma bronchiale mit rezidivierenden bronchialausgüssen
    - chronische nasennebenhöhlenentzündung
    -dreifacher bandscheibenvorfall in der halwirbelsäule - implantation von 2 bandscheiben-
    endoprothesen und 1 cage
    -bandscheibenprolaps lws
    -verlust von 2/3 innenmeniskus knie durch unfall--> arthrose
    -arthrose in beiden daumensattelgelenken --> eingeschränkte belastbarkeit beider hände
    -einseitige stimmbandlähmung nach hws-op und leukoplakie auf dem stimmband

    meinen beruf als meister im garten- und landschaftsbau kann ich seit 7 jahren aus gesundheitlichen gründen nicht mehr ausüben. ein antrag auf EU-rente wurde seinerzeit abgelehnt weil ich eine witwenrente beziehe und damit "versorgt" bin.
    seit fast 13 jahren werde ich auf grund der schmerzen in wirbelsäule, knie und daumengelenken mit tramadol (300 mg/tag) behandelt. davor habe ich schon so ziemlich jedes schmerzmittel durch was es gibt. die einen gingen auf den magen, gegen einige habe ich allergien entwickelt und andere halfen nicht.
    anfangs kam ich mit dem tramadol (anfangsdosierung 100 mg/tag) gut klar. irgendwann setzte dann eine gewöhnung ein und die dosierung wurde schrittweise angehoben. Zwischenzeitlich, wenn das tramadol gar nicht mehr gegen die schmerzen half, erhielt ich zusätzlich lyrica und orthodon.
    das tramadol hatte die damals für mich angenehmen nebenwirkung, den permanenten reizhusten unter dem ich durch mein asthma litt, zu dämpfen.
    nach mehreren jahren der tramadoleinnahme begannen die nebenwirkungen sich aber aufzuschaukeln. harn lassen konnte ich nur noch unter pressen, ich hatte schweissausbrüche, die mir sogar im sitzen und nichts tun den schweiß am ganzen körper herunter laufen ließen. Ständig hatte ich ein watteartiges gefühl im kopf und ein infekt jagte den anderen. In diesen 13 jahren fand ich mich durchschnittlich 2x im jahr in notaufnahmen mit krankenhauseinweisungen wieder.
    Im august 2016 habe ich dann angefangen das tramadol in absprache mit meinem hausarzt auszuschleichen. das war mit reichlich entzugserscheinungen verbunden und die schmerzen und der husten nahmen wieder zu. über einen bekannten bekam ich dann eine blütenrispe einer cbd-reichen und thc-armen c.-sorte zum ausprobieren, ob das hilft. es half! schmerzen waren im erträglichen bereich und der husten war nahezu weg.
    Als dann im märz das gesetz raus kam, habe ich -angefangen bei meinem hausarzt- verschiedene ärzte abgeklappert, wegen eines rezeptes. Leider haben alle, bis auf eine privatärztin (die ich aber mit meiner witwenrente nicht hätte bezahlen können) den offenbarungseid geleistet und entsetzt die hände zum himmel gehoben.
    nachdem ich mich im netz einschlägig zur rechtsgrundlage für die verschreibung auseinander gesezt
    hatte, kann ich das den ärzten, die mir das c. als medikament nicht verschreiben wollten, im nachhinein nicht mal verübeln, wenn man sieht was für ein bürokratisches procedere da dahinter steht, geschweige denn deren angst um ihre approbation/regress.
    Im november 2017 nahm ich an einer informationsveranstaltung der deutschen schmerzliga zum thema „cannabis – wirksame medizin, oder gefährliche droge?“ in unserem örtlichen krankenhaus teil. durch ein anschließendes gespräch mit einer der ärztinnen der schmerzklinik, die diesen vortrag (der hörsaal war übrigens mehr als ausgebucht) organisiert hatte, erhielt ich relativ zeitnah einen termin. dieser ist nun in den nächsten tagen. In dem schmerzfragebogen, den ich vorab ausgefüllt habe, habe ich nicht erwähnt, dass ich c. schon erfolgreich ausprobiert habe, weil ich angst hatte, als „suchtgefährdet“ eingestuft zu werden, obwohl es sich dabei um eine nicht psychoaktive sorte gehandelt hatte. Außerdem ist es ja widersinnig sich aus der einen droge (tramadol) rauszukämpfen um sich hals über kopf gleich wieder in die nächste zu stürzen. ich habe die erfahrung gemacht, dass cbd sehr gut gegen meine entzündungen (asthma, gelenke) wirkt und möchte auch keine thc-lastige sorte konsumieren, da ich aufs auto angewiesen bin und beruflich beweglich bleiben muss.
    Nun, da der termin in der schmerzambulanz ansteht, bin ich mir unsicher, ob ich erwähnen soll, dass ich bereits erfahrung mit der wirkung von c. habe, oder ob ich es lieber lasse.
    Vielleicht könnt ihr mir aus euren erfahrungswerten heraus einen rat geben.

    p.s. natürlich sollte es in der überschrift heißen: multipel CHONISCH krank....verflixter fehlerteufel!
    Geändert von medic (02.01.2018 um 17:16 Uhr)

  2. #2
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    hallo Medic

    Ich würde mit offenen Karten spielen.Ich finde zwischen Arzt und Patient sollte ein Vertrauensverhältnis bestehen. Un d da Sie die Veranstaltung organisiert hat, scheint sie ja auch offen für das Medikament Cannabis zu sein.
    zahme Vögel singen von Freiheit - die Wilden fliegen

  3. #3
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    Sehe ich auch so, es wäre gut das zu erwähnen. Es mag etwas Überwindung kosten aber es ist ein gutes Argument und wird bestimmt nicht negativ ausgelegt werden!

    Übrigens spricht eine Sorte mit viel THC nicht gegen das Autofahren. Erstens gibt es verschiedene Formen der Einnahme, die unterschiedlich wirken und vielleicht die Verkehrstauglichkeit erst wieder herstellen statt sie zu beeinträchtigen und zweitens tritt mit der Zeit eine Gewöhnung ein. Medizinisch gesehen wäre so eine Sorte vielleicht doch auch sinnvoll.

  4. #4
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    danke für eure einschätzung. dann werde ich das der ärztin so mitteilen.
    wegen der c.-sorten habe ich noch nicht allzuviel erfahrung, aber deshalb habe ich mich ja unter anderem hier angemeldet. ich weiß nur dass die blütenrispe, die ich damals von einem bekannten bekam, eine sorte mit 8 CBD: 5 THC war. und die hatte gut geholfen. nun hänge ich leider (hoffentlich nicht mehr allzu lange) an meinen cortikoiden und schmerzmedikamenten (u.a. wieder opiate).
    Geändert von medic (02.01.2018 um 22:18 Uhr)

  5. #5
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    hallo medi, hier findest Du die Sortenporträts: https://forum.arbeitsgemeinschaft-ca...ten%FCbersicht
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  6. #6
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    vielen dank, habe mir das ausgedruckt und werde es morgen der ärztin vorlegen, falls sie einschätzt, dass c. mir helfen könnte.

  7. #7
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    heute mal eine aktualisierung meiner situation.
    ich kann mich erst jetzt dazu aufraffen, da mein erlebnis in der schmerzambulanz mich völlig desillusioniert und meinen glauben an die ärzte ziemlich erschüttert hat.
    besagte ärztin zeigte zwar sehr viel verständnis für meine situation und meinte auch, dass sie wisse, das cannabis bei vielen symptomen wirksam sei und ihr auch bekannt sei, dass es u.a. bei schmerzen und asthma hilft, meinte aber auch, dass sie mir nichts verschreiben könnte, weil ich auf der schmerzschiene noch nicht austherapiert sei. sie verschrieb mir mal wieder lyrica und sagte dass ich es einschleichen soll, bis zur vorläufigen dosierung von 3x 75 mg.
    ich sagte ihr zwar, dass ich lyrica in der vergangenheit ohne eine für mich nennenswerte linderung bereits eingenommen hatte, und das sogar schon in höherer dosierung, aber sie meinte, ich solle es nochmal probieren.
    ich löste das rezept ein und schluckte brav das lyrica - wirkung: vernachlässigenswert, wie schon in der vergangenheit, dafür aber wieder das bekannte watteartige gefühl im kopf und eine verminderte konzentration (weswegen ich es in der vergangenheit immer recht schnell wieder abgesetzt hatte). nach knapp einem viertel jahr ereilte mich dann ein ziemlich heftiger asthmaanfall und ich lag über eine woche buchstäblich flach und wunderte mich, dass es mir scheinbar von tag zu tag immer schlechter ging.
    was ich erst nach ca. 14 tagen realisierte (da ging es mir langsam etwas besser) war, dass ich offenbar einen entzug vom lyrica hatte, denn ich hatte mich durch den asthmaanfall nicht um ein folgerezept gekümmert.
    zu meinem nächsten termin fragte ich dann die schmerztherapeutin, ob lyrica abhängig macht. sie bejahte und konnte überhaupt nicht verstehen, dass ich keine abhängig machenden medikamente wieder einnehmen will. der entzug von 13 jahren dauermedikation mit tramadol hatte mir gereicht. so etwas brauche ich nicht wieder.
    die schmerztherapeutin sagte mir, dass sie mir erst dann cannabis verschreiben könne, wenn ich ALLE gelisteten schmerzmittel (auch opiate und morphine) erfolglos durch hätte. das hätte also für mich mal wieder geheißen, dass sich mein asthmastatus dann schleichend verschlechtert und ich wieder mit äußerst schmerzhaften und und bis zum bluthusten führenden bronchialausgüssen hätte herum schlagen müssen (opiate unterdrücken den hustenreiz und provozieren daher bei mir eine festzetzung des zähen schleimes in den bereits bestehenden aussackungen meiner bronchien bis hin zu bronchialausgüssen --> folge: extremer hustenreiz, bis hin zu blutigem auswurf).
    ich habe also abgelehnt und mir berlosin (novaminsulfon) verschreiben lassen, was ich jetzt bis zu 6x am tag einnehme, um wenigstens etwas schmerzlinderung zu haben.
    durch mein asthma, was mir jetzt wieder häufiger zu schaffen macht, bin ich permanent erschöpft und antriebslos, zumal dazu auch noch die schmerzen in wirbelsäule und gelenken kommen. mir fehlt einfach die kraft, mich auf die weitere (wahrscheinlich erfolglose) suche nach verschreibenden ärzten zu machen. ich frage mich, warum man so von ärzten und krankenkassen im stich gelassen wird, wobei das problem wohl eher auf seiten der krankenkassen liegt, denn ich habe von einigen ärzten die sehr vorsichtig formulierte aussage erhalten, dass sie angst von repressalien und regressforderungen der kassen haben und deshalb nicht verschreiben.....es sei denn....ich brauche ein privatrezept.
    ja, ihr lieben mediziner, macht ihr das doch mal, mit einer kleinen rente von unter 600,00 € im monat!

    traurige und hoffnungslose grüße

    medic
    Geändert von medic (05.09.2018 um 23:59 Uhr)

  8. #8
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    Haben die etwa alle das Stockholm Syndrom ? Geiseln der Pharmamafia ?
    Die Kassen haben Milliarden gehortet und stellen sich an als würden sie bald verhungern wenn sie die ärztliche Befürwortungen akzeptieren.

    Irgendjemand schrieb zum Thema auf einer Kommentarseite einer Kasse singemäß 'Schnauze voll' und:
    "Es werden keine Gefangenen mehr gemacht"
    Was vermutlich bedeuten sollte, daß Ärzte, die sich rausreden dann auch keine wirklich netten Worte mehr bekommen.
    Übersicht medizinischer Möglichkeiten: https://s3.amazonaws.com/leafly/cont...heel-large.jpg
    Auch dort wo oberflächlich betrachtet reines THC sinnvoll scheint, sind noch weitere Inhaltsstoffe angebracht:
    http://30c1be84fhhqj3xa1lmshckme.wpe...nfographic.png
    Und noch zu CBD https://images.weedmaps.com/pictures..._CBD_Wheel.png

  9. #9
    medic ist offline Registrierter Benutzer
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    tja, leider sieht es häufig genug so aus (vielleicht nur in den neuen bundesländern?), weswegen ich die ärzte sogar teilweise verstehen kann:

    Ärztekammer Sachsen gegen Medizinalhanf
    Veröffentlicht am: 7. März 2018 - 14:33
    Von: Michael Knodt

    Nachdem ein Arzt aus dem ländlichen Sachsen einem Patienten ein Privatrezept für Cannabisblüten ausstellen wollte, erlebten beide eine böse Überraschung. Der Arzt wollte bei seiner ersten Cannabis-Verordnung nichts falsch machen und schrieb vorab die Sächsische Landesärztekammer (SLÄK) an.
    Diese leitete die Anfrage des Arztes an die Kommission Sucht und Drogen der SLÄK weiter. In der Antwort, die dem DHV anonymisiert vorliegt, wurde dem Arzt unter konkreter Androhung von berufs- und strafrechtlichen Konsequenzen von der Verordnung abgeraten. Der Leiter der Kommission, Dr. Frank Härtel, kritisiert eine in seinen Augen unzureichende Diagnose des behandelnden Arztes und stellt fest, dass Cannabis bei der vorliegenden ADHS-Diagnose die falsche Medikation sei und das Krankheitsbild eher verschlimmern könnte. Es handele sich nach Auffassung der SLÄK demnach um eine "Deckdiagnose" bei einer Cannabisabhängigkeit. Deshalb bittet die SLÄK den Arzt schriftlich
    ""[...] , Ihr Verordnungsverhalten unter Berücksichtigung der o.g. Hinweise zu prüfen und zukünftig entsprechend auszurichten",
    um dann mit ernsthaften Konsequenzen zu drohen:
    "Letztendlich könnte eine Beibehaltung Ihrer Verordnungsweise als Verstoß gegen berufsrechtliche Bestimmungen gewertet werden. Auch ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz (§29 Abs.1 Nr.6 in Verbindung mit §13 Abs. 1 BtMG) kommt in Betracht.[...]."
    Der behandelnde Arzt hat darauf hin seinen Patienten darüber unterrichtet, er dürfe ihm aufgrund der Antwort kein Cannabis verschreiben, worauf sich der Patient an den DHV wendete.
    Die Pressestelle der SLÄK selbst betont auf Anfrage des DHV, es handele sich hier um einen Einzelfall und die Entscheidung liege weiterhin beim Arzt:
    "Das Ihnen vorliegende Schreiben der Sächsischen Landesärztekammer bezieht sich auf eine konkrete Anfrage des Arztes an unseren Berufsrechtsausschuss. Unter Einbeziehung der Kommission Sucht und Drogen der Sächsischen Landesärztekammer wurde der geschilderte Sachverhalt bewertet. Im Ergebnis dessen hat die Sächsische Landesärztekammer dem Arzt die Ihnen vorlegende Empfehlung gegeben, seine Verordnung von Cannabis im Hinblick auf das Betäubungsmittelgesetz bzw. die Diagnosestellung zu überprüfen. Das weitere Vorgehen obliegt allein dem Arzt."
    Ob und wie eine solche Praxis auch bei anderen, verschreibungsfähigen BTM angewendet wird, blieb seitens der Pressestelle genauso unbeantwortet wie die die Frage, ob die SLÄK im Rahmen des neuen Gesetzes Ärzten bei der Vermeidung von Deckdiagnosen im Vorfeld unterstützt oder bereits zum Thema bereits publiziert habe. Bislang hat die SLÄK das neue Gesetz mehrmals im Kern kritisiert und lehnt dessen Inhalt eindeutig ab. Anregungen oder Unterstützung zur praktischen Umsetzung für ihre Ärzte hingegen sucht man bei der Ärztekammer Sachsens bislang vergebens. Im Gegenteil, die Angaben der SLÄK zu möglichen Applikationsformen sind unvollständig, teilweise fragwürdig oder einfach fehlerhaft.
    Immerhin fordert die SLÄK im aktuellen Ärzteblatt Sachsen ihre Mitglieder dazu auf, der Redaktion ihre Erfahrungen mit dem neuen Gesetz und Cannabis-Verordnungen mitzuteilen. Bleibt zu hoffen, dass dies in der nächsten Zeit zu einer besseren Einschätzung des medizinischen Potentials von Cannabis seitens der SLÄK führen wird.
    Betroffene Patienten sollten sich bewußt machen, dass unabhängig von derartigen Aussagen die Therapiehoheit in jedem Einzelfall beim behandelnden Arzt liegt. Auch unerfahrene Ärzte sollten sich daher nicht von solchen Schreiben einschüchtern lassen, sondern im Sinne der Patienten die jeweils optimale Behandlung wählen.

  10. #10
    medic ist offline Registrierter Benutzer
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    ärzte selbst beschreiben das wohl so:

    Zitat: Kommentar zum Thema: Jeder zweite Antrag auf medizinisches Cannabis abgelehnt aus „aerzteblatt.de“:
    von Practicus ( Arzt)

    In gewohnter Unkenntnis der von ihnen zu verantwortenden Bedingungen der Vertragsmedizin hat die Politik leider vergessen, die Vorschriften zur "Off-Label-Verordnung" von Arzneimitteln in den AMR anzupassen. Ergebnis Die Kassen DÜRFEN in der Mehrzahl der Fälle die Kosten für Medizinalhanf gar nicht übernehmen! - zu den abgelehnten Anträgen müssen ja die wegen Aussichtslosigkeit gar nicht erst gestellten Anträge hinzugezählt werden.
    Haupteffekt des Gesetzes ist eine enorme Preiserhöhung für das Naturprodukt "Cannabisblüten". Durch die Vorschriften zur Rezeptur und zur Qualtätskontrolle wird aus dem Überreichen einer Dose mit 5g granuliertem Hanf mit (ungenau) deklarierten Anteilen von THC und CBD für 75 EUR ein qualitätsgesicherter Herstellungsprozess, der den Preis auf ca 200 EUR hochtreibt. Wer bisher eine Ausnahmegenehmigung des BfArM besaß, aber keine Kostenübernahme der Krankenkasse erhielt, muss sich jetzt vom Schwarzmarkt versorgen - mit tragbaren Kosten, aber enormen juristischen Folgen.
    Der verzweifelte Versuch, oberflächlich "Fortschrittlichkeit" zu demonstrieren und gleichzeitig an der unbegründeten Prohibition um des Verbotes Willen festzuhalten, ist gründlich danebengegangen!
    Nicht zu vergessen: Trotz Genehmigungsvorbehalt stellen die Kassen fröhlich Prüfanträge gegen die verordnenden Ärzte - Cannabisverodnung ist ja keine Praxisbesonderheit
    Für mich ist die Konsequenz ganz einfach: Cannabis? Bei mir nicht!

    Für mich selbst entsteht nach meinen diversen ärztegängen und -anfragen der eindruck, dass man besonders sch...dran ist, wenn man gleich mehrere schwere chronische erkrankungen hat und dafür jeweils zum facharzt geht, denn jeder arzt versucht die verantwortung auf den nächsten fachkollegen abzuschieben.
    Geändert von medic (06.09.2018 um 13:56 Uhr)

  11. #11
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    Solche Beispiele:
    Der Leiter der Kommission, Dr. Frank Härtel, kritisiert eine in seinen Augen unzureichende Diagnose des behandelnden Arztes und stellt fest, dass Cannabis bei der vorliegenden ADHS-Diagnose die falsche Medikation sei und das Krankheitsbild eher verschlimmern könnte.
    Basieren auf dem Irrtum, daß Cannabis, allzuoft ja nur auf THC reduziert, ein BtM wäre.
    Der Dr. hat's offensichtlich nicht begriffen und geistigen Müll im Kopf.
    Das gilt es klarzustellen.
    1. Keine erwiesenen Todesfälle
    2. Internationales Übereinkommen von 1961 als noch nichtmal THC identifiziert war
    3. Falschbehauptung im BtMG, THC und Cannabis insgesamt wäre(n) Betäubungsmittel

    Der DHV bringt leider außer dem recht simplen Verlangen, das Kraut aus dem BtMG zu streichen,
    keine Argumente, die klarstellen, daß das Kraut eben fälschlich im BtMG erwähnt ist.
    Und das ist klarstellbar mit 3 grafisch dargestellten Zusammenfassungen von Anwendungen verschiedener Sorten gegen verschiedene, auch kombinierte med. Probleme.
    Dabei wird im Kontext ersichtlich, daß THC ahnlich wie auch Coffein eine stimulierende Substanz ist.
    Kann ein BtM denn beispielsweise Appetit anregen, das (quasi psychische) Niveau steigern, um als ADHS-Betroffener über den stressigen und Nervosität erzeugenden Dingen stehen zu können ?!
    Übersicht medizinischer Möglichkeiten: https://s3.amazonaws.com/leafly/cont...heel-large.jpg
    Auch dort wo oberflächlich betrachtet reines THC sinnvoll scheint, sind noch weitere Inhaltsstoffe angebracht:
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  12. #12
    medic ist offline Registrierter Benutzer
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    danke erst mal für das einstellen der grafiken. die kenne ich alle drei, denn ich befasse mich seit fast 2 jahren (etwa zu dem zeitpunkt, als ich mit dem opiataustieg begann) intensiv mit dem thema cannabis als medizin und bin zu informationszwecken u.a auch bei leafly unterwegs.
    nachdem ich festgestellt hatte, dass zunächst cbd-tropfen meine beschwerden recht gut linderten und zu dem zeitpunkt das "cannabis als medizin gesetz" kurz vor der verabschiedung stand, habe ich die ersten ärzte kontaktiert.
    gut, zu dem zeitpunkt war das wissen der ärzte zu cannabis noch fast null (ist leider oftmals immer noch nicht wesentlich besser) und ich blieb erst mal bei den cbd-tropfen, die in der monatlichen summe (zum schluss 10%iges)doch zu teuer für mein nicht allzu üppiges budget waren. kurz nach dem gesetzeserlass bot mir dann ein bekannter eine blütenrispe an und machte mich darauf aufmerksam, das zur asthmatherapie auch ein wenig thc förderlich ist, weil es die bronchien erweitert. das vaporisieren habe ich schnell wieder aufgegeben, da es meiner lunge doch nicht so gut bekam. ich habe dann angefangen , die gemahlene blüte mit getrocknetem cannabislaub zu vermischen und als tee mit etwas butter zuzubereiten. das hat so gut geholfen, dass ich weitere ärzte aufgesucht, bzw. angeschrieben habe und nach der möglichkeit der verschreibung gefragt habe. leider mit durchschlagendem misserfolg.
    also habe ich mich im frühsommer 2017 etschlossen mir selbst zu helfen, da es kein arzt tun wollte. ich habe einige pflanzen in meinem gewächshaus aus von meinem bekannten besorgten samen (cbd 8%, thc 5%) angebaut.
    wenn man aber einen böswilligen nachbarn hat (der gern spioniert), dann ist es nur eine frage der zeit, wann das schief geht (und dabei wusste der nachbar sehr genau, dass es mir oft sehr schlecht geht). und es ging dann im september 2017 auch gründlich schief.
    mehr möchte ich dazu hier nicht sagen (wenn dann nur per pn), da ich immer noch darauf warte, was auf mich zu kommt.
    ich hatte ganze 3 monate mit dem tee ein seit langem nicht mehr gekanntes gefühl wieder richtig luft zu kriegen und wieder ein halbwegs "normaler" mensch ohne dauerschmerzen zu sein, bis der arm des gesetzes meinte mich dafür kriminalisieren zu müssen, dass ich nach über 25 jahren dauerschmerzen und luftnot es nicht mehr ausgehalten habe, dass zwar die hoffnung auf hilfe am horizont stand, mir aber immer wieder auf die finger geklopft wurde, wenn ich versuchte danach zu greifen.
    man fragt sich nach so einem erlebnis, was man als fast 65 jahre alter mensch, der zeitlebens (teils körperlich schwer) gearbeitet hat und immer brav den fiskus bedient hat und zum bruttosolialprodukt einen regelmäßigen beitrag geleistet hat, überhaupt für ein recht auf körperliches/seelisches wohlbefinden hat. wahrscheinlich keins!
    jahrzehntelang bekam ich die unterschiedlichesten produkte der pharmakonzerne als hoch wirksam angepriesen, nur dass einem niemand gesagt hat, dass alle diese medikamente neben ihrer zweifellosen wirksamkeit auch teilweise verheerende nebenwirkungen hatten.
    ich denke da nur an das kortison, was ich bei schlechten asthmastatus auch längerfristig in oralform verordnet bekomme. was für die lungen (zumindest im moment) gut ist, ist sehr schlecht für meine wirbelsäule und meine gelenke. das zeugs schwemmt auf, knüppelt das immunsystem runter (bronchialinfekte haben dann leichtes spiel), erhöht den blutzuckerspiegel (was mir seit jahren zuckerwerte kurz vor der behandlungsbedürftigkeit beschert) und fängt langsam an nierenprobleme zu machen. da ich viele jahrzehnte auf grund der erhöhten infektanfälligkeit häufig antibiotika bekommen habe, hat sich auf viele der antibiotika eine allergie ausgebildet. die liste der präparate die ich noch nehmen kann ist sehr dünn geworden. konventionelle schmerzmittel haben mir fast den magen ruiniert.
    das tramadol, was ich 13 jahre lang verschrieben bekommen hatte war knapp unter der marke dosiert, in der (gerade bei asthmatikern) hätten atemlähmungen auftreten können.
    geändert haben diese ganzen "segen der modernen medizin" an meinem gesundheitszustand nicht nur gar nichts, nein im laufe der jahrzehnte hat sich vieles noch verschlechtert. und alles was die ärzte, in deren händen ich mich wieder gefunden habe, darauf zu antworten haben ist schulterzucken und manchmal auch der satz: sie kriegen schon die wirksamsten medikamente, was anderes gibt es leider nicht. sie müssen mit ihrer krankheit leben lernen.
    ein arzt hat mir mal gesagt: mit asthma kann man heutzutage 100 jahre alt werden...
    ja, vielleicht, dann aber mit permanenter körperlicher einschränkung und irgendwann mit einem sauerstoffgerät.
    vielleicht sollte man diesen ärzten mal ans herz legen, mal nur für eine stunde durch einen strohhalm zu atmen. dann wüssten sie, wie sich ein asthmatiker einen großen teil seiner lebenszeit fühlt!
    zumindest bleibt mir momentan noch soviel kraft übrig, um wütend zu sein, wütend auf die politik, die solche unausgegorenen gesetze installiert, wütend auf die ärzte (nicht alle!), die sich eher um ihr einkommen, als um ihre patienten sorgen und nicht zuletzt wütend auf die übermächtigen pharmakonzerne und deren lobbyisten, die einer verträglichen und wenig schädlichen naturmedizin massivst knüppel zwischen die beine werfen, um ja keine einbrüche in ihren umsatzzahlen hinnehmen zu müssen.
    wenn ich eins gelernt habe, dann das: solange man arbeiten kann und es auch regelmäßig tut, ist man ein geachtetes mitglied der gesellschaft. geht das nicht mehr, weil man sich dabei die gesundheit zum wohle des staates ruiniert hat, interessiert sich niemand mehr für einen.
    wahrscheinlich muss ich nun warten bis ich ein palliativfall bin, um wieder hoffnung zu haben, dass man mir meine schmerzen und meine luftnot auf eine verträgliche art und weise nimmt, oder ich muss mir wieder selbst helfen, mit allen nun bekannten konsequenzen.

    sorry, wenn ich vielleicht etwas verbittert klinge, aber man wird dünnhäutig, wenn man kein land sieht und sich ständig nur wie ein halber mensch fühlt.
    Geändert von medic (06.09.2018 um 21:25 Uhr)

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