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Thema: Arzt hat Angst vor Regress

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  1. #1
    Jahkob ist offline Registrierter Benutzer
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    Arzt hat Angst vor Regress

    Hallo Zusammen,

    ich habe diesen Thread auch schon im DHV Forum unter "Repressionsfälle & Rechtsfragen" gepostet aber ich dachte das könnte hier ebenfalls interessant sein.



    ich habe nun nach mehreren Jahren therapie endlich die Kraft den Weg zum Cannabis-Rezept zu gehen. Ich erarbeite gerade mit meiner Therapeutin zusammen ein empfehlungsschreiben und habe auch schon ein intensives Gespräch mit meinem Hausarzt zu dem Thema geführt.

    Seine größte Angst ist es bei einer Verschreibung von Cannabis nach einer gewissen Zeit in Regress genommen zu werden und ein Privatrezept kommt aus Kostengründen nicht in Frage.

    Jetzt habe ich beim stöbern zum Thema Regress folgendes gefunden:

    http://www.christmann-law.de/neuigke...t-was-tun.html

    Der interessante Part:

    "Prävention eines Regresses

    Patienten können sich erforderliche und teure Medikamente von ihrer Kasse vor der Rezeptierung genehmigen lassen. Diese belasten dann das Budget nicht."

    Da dies bei der Verschreibung von Cannabisblüten auf Rezept eh der Weg ist den man gehen muss dann wird doch theoretisch bei einer Zusage auf Kostenübernahme gleichzeitig das Medikament (in diesem Fall Cannabisblüten) aus dem regulären Budget des Arztes ausgenommen und auf Regressforderungen verzichtet.

    Würde gerne mal eure Meinung bzw Erfahrungen diesbezüglich wissen

    Grüße aus Bayern!

  2. #2
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    aus der Antwort der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen kannst Du ersehen, dass die AOK bereits Wirtschaftlichkeitsprüfungen erwägt:

    " Sehr geehrte Frau Gebhardt,

    zu den von uns veröffentlichten Kosten der unterschiedlichen Cannabispräparate auf der Basis der möglichen täglichen Höchstverschreibungsmenge ist zu sagen, dass diese Preisangaben nicht von der AOK Hessen sondern vom AOK Bundesverband stammen. Will man Preise vergleichen, muss man sich natürlich an vergleichbaren Mengen/Dosierungen orientieren.

    Offensichtlich gehen aber auch Sie davon aus, dass Cannabisblüten nicht preisgünstig sind. Nur so kann Ihre Bitte verstanden werden, dass die KV sich dafür einsetzen soll, dass Cannabisblüten günstiger werden und nicht in das Praxisbudget eingerechnet werden sollen. Hierzu ist zu sagen, dass die KV nicht den geringsten Einfluss auf die Preise/Kosten irgendwelcher Arzneimittel hat und dass die Therapie mit Cannabisblüten nur dann in ein Praxisbudget nicht eingerechnet werden würde, wenn sie eine zwischen den Krankenkassen und den KVen vereinbarte Praxisbesonderheit wäre. Einer Praxisbesonderheit „Cannabistherapie“ werden die Krankenkassen niemals zustimmen.

    Zu Ihrer Information darf ich Ihnen noch mitteilen, dass ich die Verordnungskosten der Cannabisblütentherapie von 2 Patienten erfahren habe:

    • Patient 1: 9.216 Euro Cannabisblütenkosten im März bis Juni 2017. Jahrestherapiekosten 36.864 Euro
    • Patient 2: 2.438 Euro für einen Monat. Jahrestherapiekosten 29.256 Euro

    Zu beiden Patienten gibt es Überlegungen, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung dieser Verordnungen durchzuführen.

    Aus diesen beiden Beispielen sehen Sie, dass die hohen Verordnungskosten, die vom AOK Bundesverband ermittelt worden sind, offensichtlich real sind. Da, wie schon mehrfach erwähnt, zumindest der Bundesverband der AOK ernsthaft erwägt, Wirtschaftlichkeitsprüfungen bezüglich dieser Therapie durchzuführen und dies zu existenzbedrohenden Regressen in einzelnen Praxen führen kann, ist es eine Sorgfaltspflicht der KV Hessen gegenüber ihren Mitgliedern hierüber zu informieren. Dies haben wir mit unserer Veröffentlichung getan.

    Mit freundlichen Grüßen
    ...
    Kassenärztliche Vereinigung Hessen"
    zahme Vögel singen von Freiheit - die Wilden fliegen

  3. #3
    Jahkob ist offline Registrierter Benutzer
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    Es ist eine Frechheit was gerade Abläuft!

    Mein Hausarzt ist so eingeschüchtert weil vor ein paar Jahren ein Arzt in meiner Stadt in Regress genommen wurde und seine Praxis deshalb schließen musste. Ausserdem hat er mir erzählt das gerade in Bayern die Krankenkassen vor der verschreibung warnen. Jetzt habe ich das Problem das er mir aus lauter Angst nichteinmal ein privatrezept ausstellen will.

    Ich hoffe es ändert sich bald was, diese Zustände sind nicht akzeptabel!

  4. #4
    Aurora ist offline Registrierter Benutzer
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    "Kassen und Apotheken sind am Zug

    Angesichts gestiegener Preise für Cannabis in Form von Blüten will das BMG eine separate Lösung.

    Die Preise für Cannabis in Form von Blüten haben sich stark erhöht, seit Cannabis als Folge einer Gesetzesänderung von Ärzten beispielsweise Schmerzpatienten verschrieben werden kann. Informationen über die Höhe der Preise lägen der Bundesregierung jedoch nicht vor, heißt es in der Antwort von BMG-Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Burkhard Blienert. Das Ministerium habe den Deutschen Apothekenverband und den GKV-Spitzenverband aufgefordert, abweichend von den Zuschlägen der Arzneimittelpreisverordnung eine eigene Vereinbarung zu treffen – wie bei anderen Rezepturen auch. Die Verhandlungen dazu liefen."

    https://www.aerztezeitung.de/politik...heken-zug.html l

  5. #5
    Jahkob ist offline Registrierter Benutzer
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    Also das jetzt die Apotheken anfangen was dagegen zu unternehmen wenn sie gleichzeitig am meisten davon profitieren ist fraglich. Die Krankenkassen sind meiner Meinung nach am Zug und müssen sich stärker für niedrigere Preise einsetzen. Es kann nicht sein das in den Niederlanden das Apothekencannabis 5€ pro Gramm kostet und in Kanada ~8$ pro Gramm. Wir liegen wie ich mitbekommen habe zwischen 11,50-38€ je nach Apotheke. Ich persönlich hoffe ja das sich der Preis einpendelt sobald die Patientenversorgung mit Cannabis endlich aus deutschen Landen erfolgt.

    Mir tun besonders die Paleativfälle leid die jetzt teilweise wieder bei 0 anfangen müssen... da kommt man mit den eigenen Diagnosen ganz schön ins grübeln.

  6. #6
    Jahkob ist offline Registrierter Benutzer
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    So kleines Update:

    habe morgen einen Termin bei meiner Therapeutin. Hoffentlich hat sie zwischenzeitlich eine Psychologin für ein Privatrezept gefunden. Ausserdem bin ich am Donnerstag nochmal beim Hausarzt und eine Liste der Medikamente die ich in den letzten 3-5 Jahren wegen der ADHS, bipolare Störung, Depressionen und Schlafstörungen um diese dann am Freitag bei der Neurologin vorlegen zu können.

    Momentan bin ich noch unschlüssig was meine Vorgehensweise bei der Neurologin angeht. Eigentlich war geplant bei ihr Tests zu veranlassen um meine Depression genauer zu bestimmen. Da ich jetzt aber seit über 4 Monaten auf diesen Termin warte hat sich zwischenzeitlich eben die Gesetzesänderung bezüglich der Verschreibung von Cannabis ergeben. Und wie im Eröffnungspost geschrieben arbeite ich zusammen mit meiner Therapeutin an einem Schreiben in der sie die verschreibung von Cannabisblüten empfiehlt.
    Inzwischen hat auch mein Hausarzt signalisiert das er mir Hilft meine Diagnosen sowie alle verschriebenen Medikamente aufzulisten und falls nötig ein Schreiben zu verfassen.

    Jetzt weiß ich nicht so ganz was und vor allem wie ich all das als Neupatient bei einer mir unbekannten Neurologin anspreche.

    Ich halte euch auf dem laufenden....

    Grüße aus Bayern...
    Geändert von Jahkob (04.09.2017 um 14:44 Uhr)

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