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Thema: Meldung bei Lieferausfällen

  1. #1
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    Ausrufezeichen Meldung bei Lieferausfällen

    Angesichts der aktuellen Lieferprobleme: Damit es auch offiziell wird, BITTE gebt JEDES Mal wenn eure Sorte nicht verfügbar ist, eine Meldung an der Bundesministerium für das Gesundheit. Nur wenn sich Menschen bei den Ämtern melden, gibt es das Problem auch offiziell!

    Bundesministerium für Gesundheit
    https://www.bundesgesundheitsministe...tformular.html

    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
    poststelle@bfarm.de


    Wer möchte kann zudem seinen lokalen Bundestagsabgeordneten oder die gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktion anschreiben.
    zahme Vögel singen von Freiheit - die Wilden fliegen

  2. #2
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    Vielen Dank, sehr hilfreich!

    Gibt es auch für so ein Anschreiben an die politischen Akteure eine Art "Melde-Vorlage"? Oder besser ein persönlicher gehaltenes?
    Bin mir mangels Vorerfahrung unsicher, was da besser wirkt.

    Liebe Grüße, Martin

  3. #3
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    Habe eben, in jeweils leicht abgewandelter Form, an Herrn Groehe und Frau Mortler eine Mail geschickt.
    Keine Ahnung, ob Leser dieses threads davon profitieren, aber ich setze einfach mal den Wortlaut der
    Mail an die Dame hier rein:

    Sehr geehrte, Frau Mortler!

    Ich bekomme seit Mitte Mai zur Therapie mit Medizinal-Cannabisblüten ein
    Betäubungsmittel-Rezept ausgestellt.

    Von den verordneten 3 Sorten
    - Bedrobinol
    - Pedanios 8/8
    - Bedrolite

    bekam ich erst am 8. Juli eine geringe Menge Bedrobinol aus der Apotheke.

    Derzeit werden sämtliche Sorten Medizinal-Cannabisblüten von den 4 Importeuren
    als "absehbar nicht verfügbar" an die Apotheken gemeldet, so dass eine
    Verordnung über andere Sorten keinen Erfolg hat.

    Damit werde ich weitgehend meinen erheblichen Krankheitssymptomen überlassen,
    und es wird mir eine aussichtsreiche Therapie versagt.

    Auf Ihrer Internet-Präsenz beschreiben Sie an prominenter Stelle die neue
    Gesetzgebung zu Medizinal-Cannabis, ich betrachte diese als eine echte Leistung
    in der medizinischen und politischen Entwicklung unserer Gesellschaft, worauf ich
    persönlich erheblichen Stolz empfinde!

    Nur, was hilft das mir und den vielen anderen schwer leidenden Menschen, wenn sie
    trotz vorliegender Rezepte, und die Erlangung eines solchen ist mit erheblichen, auch
    nachvollziehbaren, Hürden versehen,
    nicht eine einzige Sorte planbar und verlässlich aus der Apotheke geliefert bekommen?

    Was gedenken Sie zu tun, um diesen Missstand zu verbessern?

    Auch empfinde ich es als etwas enttäuschend, dass auf Ihrer besagten Internet-Präsenz,
    neben der Darstellung dieses gesetzlichen Erfolgs, keine Informationen über diese für
    die Patienten persönlich katastrophalen aktuellen Schwierigkeiten gegeben werden.

    Mit herzlichen Grüßen,

  4. #4
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    Ich habe ein persönliches Schreiben verfasst. Als Antwort bekam ich in etwa so etwas:

    Sehr geehrter Herr... Sie sprechen das Thema Cannabis an. Lassen Sie mich hierzu folgendes sagen:
    Textbaustein, Gesetzestext, Textbaustein, ...

    Es ist auf keinen einzigen meiner angesprochenen Punkte geantwortet worden.
    Interessiert niemanden, solange das nicht abends in der Tagesschau kommt oder in der Bild steht... Leider...

    Grüße.

  5. #5
    Fagro ist offline Registrierter Benutzer
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    Diese Mitteilungen halte ich für sehr sinnvoll. Hoffentlich wird davon rege Gebrauch gemacht. Ich überlege, jede Sorte einzeln zu melden.



    PS So, meine Meldung für eine Sorte ist abgesetzt, ich bekomme drei.
    Geändert von Fagro (26.07.2017 um 10:09 Uhr)

  6. #6
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    Hallo Leute,

    schreibt am besten auch das BfArM und die Apothekerkammer an!
    Vom Bundesministerium für Gesundheit habe ich ebenfalls nur Textbausteine als Antwort bekommen. Wenn sich aber z.B. die Apothekerkammer beim BMG meldet, hat das noch einmal einen anderen Stellenwert für die.

    Edit: BfArM wurde ja bereits erwähnt. Es gilt aber: je mehr Leute von dem Problem wissen, desto wahrscheinlicher wird sich damit beschäftigt...
    Geändert von kafkaesque (26.07.2017 um 11:43 Uhr)

  7. #7
    Fagro ist offline Registrierter Benutzer
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    Nach einem Gespräch mit meiner Apothekerin heute, weiß ich nicht mehr, in wie weit die Importeure eine Rolle spielen.

    Pedanios schickt Mitarbeiter nach Kanada, um neue Produzenten und damit Kontingente unter Vertrag zu nehmen.

    Ich werde Pedanios eine ebensolche E-Mail schicken, da ich nur deren Sorte nutze.

  8. #8
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    Meine Mail ans BfArM lautet wie folgt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte Sie auf die prekäre Versorgungssituation bezüglich medizinischen Cannabisblüten in Deutschland aufmerksam machen.

    Die Mitte März in Kraft getretene Gesetzesänderung war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Wie Ihnen inzwischen bewusst sein sollte hapert es jedoch massiv an der Umsetzung:
    • Viele Ärzte sind nicht bereit sich überhaupt mit dem Thema Cannabis als Medizin auseinanderzusetzen, geschweige denn cannabisbasierte Arzneimittel zu verschreiben.
    • Die Krankenkassen lehnen massenhaft Anträge ab, weil das Wort chronisch in § 31 Abs. 6 S. 1 SGB V gestrichen wurde, somit der geplante Bezug zu § 62 SGB V nicht mehr deutlich wird und dies erst durch Gerichte bestätigt werden muss.
    • Die Preise für unverarbeitete Cannabisblüten in Apotheken sind durch die Einstufung als Rezepturarzneimittelausgansstoff um bis zu 100% gestiegen und im internationalen Vergleich nicht zu rechtfertigen. Ganz abgesehen von der Forderung der Bundesapothekenkammer, die eine Weiterverarbeitung fordert, welche vom rein wissenschaftlichen Standpunkt nur dafür sorgt, dass die Wirkstoffe im Cannabis-„Pulver“ schneller abgebaut werden, was weder zur angestrebten Dosierungssicherheit führt, noch dem Patienten nutzt.

    Die Suche nach einem Arzt, der Kampf mit der Krankenkasse und die exorbitanten Kosten auf Privatrezept, die sich nicht jeder leisten kann, belastet Menschen mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen noch zusätzlich – das war nicht das Ziel, ist aber die Realität.

    Die bisherige Krönung der massiven Probleme bei der Umsetzung der Gesetzesänderung ist die Tatsache, dass z.Z. kaum oder gar keine medizinischen Cannabisblüten mehr lieferbar sind. Eine begonnene Therapie kann nicht mit Sicherheit weitergeführt werden, Patienten müssen um ihre, dank Cannabis, zurückgewonnene Lebensqualität bangen und einen, durch Versorgungsengpässe verursachten, Therapieabbruch fürchten.

    Ich bin 27, Architekturstudent, leide am FMS, chronischen Schmerzen und Morbus Bechterew, befinde mich im Widerspruch gegen meine Krankenkasse und muss mich für die benötigten Cannabisblüten verschulden, denn ohne diese Therapie wäre ich nicht in der Lage mein Masterstudium im Oktober aufzunehmen.
    Laut Auskunft meiner Apotheke ist z.Z. noch die Sorte Bedrocan verfügbar, welche ich nicht ideal vertrage, außerdem ist es vermutlich nur noch eine Frage der Zeit bevor auch diese Sorte ausverkauft sein wird. Das Ausweichen auf Sativex oder Dronabinol ist für mich finanziell keine Option.

    Meine Fragen an Sie sind folgende:
    • Wie gedenken Sie die Versorgung der Patienten in Deutschland zu gewährleisten, bis Cannabisblüten aus heimischer Produktion verfügbar sind? Können Sie das überhaupt und können Sie das garantieren?
    • Rein hypothetisch, falls nun, auf Grund der Versorgungsproblematik, Anträge auf Eigenanbau genehmigt werden – was ist mit den Patienten, die wie ich, weder die Zeit noch die Mittel für den Eigenanbau haben?

    Mit freundlichen Grüßen

  9. #9
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    Das ist super geschrieben!
    Kurze Anmerkung zum Eigenanbau:
    Es gibt genug, die das auf die Reihe bekommen. Dadurch wäre dann die benötigte Menge aus der Apotheke drastisch reduziert.
    Somit würde das auch Patienten zu Gute kommen, welche nicht die Möglichkeit zum Anbau haben. Also rein theoretisch versteht sich ;-)

  10. #10
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    Zitat Zitat von bluenote Beitrag anzeigen
    Das ist super geschrieben!
    Kurze Anmerkung zum Eigenanbau:
    Es gibt genug, die das auf die Reihe bekommen. Dadurch wäre dann die benötigte Menge aus der Apotheke drastisch reduziert.
    Somit würde das auch Patienten zu Gute kommen, welche nicht die Möglichkeit zum Anbau haben. Also rein theoretisch versteht sich ;-)
    Danke
    Zum Eigenanbau - es ist auch mein Gedanke, dass dadurch dann Apotheken entlastet werden würden. Wollte es halt wenigstens mal in den Raum werfen. Ich ziehe wegen meines Studiums bald wieder in eine WG und suche gerade nen Zimmer. Hab durch die Blume auch schon ne Absage bekommen, weil ich Cannabispatient bin und Eigenanbau inner WG ist einfach nix.
    Ich vermute aber, dass das BfArM die Zuständigkeit im Bezug auf die Versorgungssituation abstreitet.

  11. #11
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    Der Versuch, sich mit Eigenanbau den Zugang zu ermöglichen, ist verständlich. Ich bin kein Jurist, aber mir fällt dazu folgendes ein:

    - Illegal, sofern keine Ausnahmegenehmigung vorliegt, diese zu erlangen ist auf dem aktuell gangbaren Weg für die Mehrheit der Patienten utopisch.

    - Was legal dafür spricht, mir fällt nur die persönliche Notlage ein, wie das dann juristisch zu bewerten wäre entzieht sich meiner Kenntnis.

    Ich frage mich, ob es da mit einer Art "Sammel-Klage" möglich wäre in einen legalen Status zu gelangen. Nur, wer könnte so etwas prominent organisieren und einleiten? Wo sind
    die Profis, die sich so einer Aktion widmen würden?

    Martin

  12. #12
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    Zitat Zitat von bluenote Beitrag anzeigen
    ...Interessiert niemanden, solange das nicht abends in der Tagesschau kommt ...
    heute wurde in der tagesschau berichtet:
    http://www.tagesschau.de/inland/cann...ezept-101.html

  13. #13
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    Auch im TV?
    Viele Grüße,
    Daniela aka Wonder Woman
    Cannabis Patientenhilfe Oldenburg

  14. #14
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    die nächste läuft jetzt 20 uhr an ansonsten bin ich nur über diesen artikel gestolpert leider nicht im TV

  15. #15
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    Zitat Zitat von Fagro Beitrag anzeigen
    Nach einem Gespräch mit meiner Apothekerin heute, weiß ich nicht mehr, in wie weit die Importeure eine Rolle spielen.

    Pedanios schickt Mitarbeiter nach Kanada, um neue Produzenten und damit Kontingente unter Vertrag zu nehmen.

    Ich werde Pedanios eine ebensolche E-Mail schicken, da ich nur deren Sorte nutze.
    klingt interessant, frage mich wenn sie andere hersteller unter vertrag nehmen, wie das mit den dosenangaben abläuft
    derzeit gibt es ja hinten auf der dose die angabe hersteller: the peace naturals project (mit geheimhaltung der sorten) und nur angabe 14/1 - 16/1 usw

    peace naturals hält die sorten ja auch in canada geheim ,dort heissen die dann "raphael" usw

    wäre spannend wie pedanios die dosen mit neuem hersteller vertreibt, hoffentlich ändern die nicht nur die hersteller-angaben und die dosenangaben bleiben bestehen, ist wünschenswert wenn mann wenigstens um 2 ecken rückschlüsse auf die sorten ziehen könnte (hersteller/canada)

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