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Thema: SATIVEX&Dronabinol vs. Blüten (Diskussion mit Arzt - Bitte um Argumente) - OT: Dosis

  1. #1
    F.MUC ist offline Registrierter Benutzer
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    SATIVEX&Dronabinol vs. Blüten (Diskussion mit Arzt - Bitte um Argumente) - OT: Dosis

    Ich führte heute ein längeres Gespräch mit meinem Schmerzspezialisten und fand zu einer seiner Thesen keine überzeugende Erwiderung. Ich hoffe Ihr könnt mir argumentativ weiterhelfen.

    Mein Arzt ist generell positiv gegenüber Cannabispräperaten eingestellt und verschreib schon seit Langem Sativex und Dronabinol. Er hat jedoch massive Vorbehalte gegenüber Blüten.

    Seine Argumentation ist zum einen, dass die Wirkstoffaufnahme beim Rauchen oder Verdampfen von Blüten um mehrere Größenordnungen höher ist und zum anderen , dass durch die schnelle Anflutung ein deutlich höheres Suchtpotential besteht.

    Seine Argumentation zum relativ höheren Suchtpotential ließ sich zumindest teilweise durch Studien widerlegen, die den Konsum von Blüten bezüglich des absoluten Abhängigkeitspotentials miit Tabak, Alkohol und anderen Suchtmitteln vergleichen.

    Sein Hauptargument, dass die um Größenordnungen höhere Wirkstoffaufnahme zwangsläufig zu einem High führt, dass insbesondere das Führen von Fahrzeugen absolut in Frage stellt, zu entkräften viel mir ausgesprochen schwer.

    Ich wies auf mehrere Texte hin in denen die Auffassung vertreten wird, dass gut eingestellte Patienten nach der Eingewöhnungsphase durchaus Fahrzeuge führen können.
    Weiterhin wies ich auch darauf hin, dass gerade Microdosing mittels Verdampfer und mit Waage befüllten Dosierkapseln (z.B. beim Mighty) eine recht konstante Dosierung sicherstellen und insbesondere versehentliche Überdosierungen vermeiden helfen kann.

    Er geht trotzdem davon aus, dass verdampfende/rauchende Patienten zwangsläufig "zwei Stunden high sind". Den Entourage-Effekt sieht er als noch nicht genügend abgesichert an und erwiderte zu Recht, dass SATIVEX, als standardisierter Vollauszug, bezüglich des Entourage-Effektes nicht schlechter dastehen sollte als Blüten.

    Mein Argument, dass das schnelleren Anfluten beim Verdampfen aus Patientensicht sogar ein Vorteil ist, das es eine präzisere Dosierung erlaubt, da die Wirkung nicht erst nach 30-90 Minuten einsetzt überzeugte ihn ebenfalls nicht voll, da er einen durchgehend konstanten Wirkstoffspiegel bei Schmerzpatienten befürwortet, bei dem auch bei, durch Belastung ausgelösten, Schmerzspitzen nicht großartig "nachgelegt" werden muss.

    Ich durchlaufe mit ihm gerade das Verfahren zur Kostenübernahme für Sativex, da er z.Z. nicht zu Blüten zu bewegen ist.

    Habt Ihr Vorschläge welche Argumente ich noch anführen könnte? Insbesondere seine These, dass beim Verdampfen wesentlich größere Wirkstoffmengen aufgenommen werden erscheint mir schwer zu widerlegen.

    Btw. kann mir bitte auch mal jemand verraten, wieviel Gramm Blüten, bzw. Sprühstöße Sativex das therapeutische Analogon zu 20 Tropfen Dronabinol (NRF 22.8; 100mg; 4ml) sind?

    Ich freue mich über jeden Hinweis.

  2. #2
    mad ist offline Registrierter Benutzer
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    Das Thema ist zwar schon ziemlich alt, aber ich hatte heute ebenfalls ein ähnliches Gespräch. Ohne, dass ich Blüten und Sativex bisher genommen habe (Sativex erst in ein paar Stunden erstmals!): Sativex enthält wohl eine standardisierte Sorte/Mischung, die ggf. für spezielle Krankheitsbilder nicht gut geeignet sind. Bei Blüten gibt es mehr Auswahl und man kann so die passende suchen und finden. Beispielsweise soll Sativex nicht einschlafend wirken; für jemanden, der es genau hierfür nutzen möchte ist es also nicht nützlich. Auch die Wirkungskurve ist anders. Sativex soll langsam die Wirkung steigern und über einen längeren Zeitraum abgeben; Blüten wirken schneller und die Wirkung ist schneller weg. Manche möchten die schnelle Wirkung haben (Einschlafprobleme) und benötigen somit keine lange Wirkung. Schmerzpatienten könnten wohl Sativex besser nutzen, da es schneller und gleichmäßiger wirkt. Ärzte und Apotheken haben wohl flächendeckend etwas gegen Blüten, da es nach deren Aussage schwerer zu dosieren ist und zu viel unbekannte Stoffe enthalten sind.

    Bei mir (RLS / Schlafstörung) testen wir nun Sativex um zu prüfen, ob es gegen meine Muskelzuckungen hilft. Sollte ich nicht gut einschlafen können, werden danach Blüten getestet.

  3. #3
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    Zitat Zitat von mad Beitrag anzeigen
    Bei mir (RLS / Schlafstörung) testen wir nun Sativex um zu prüfen, ob es gegen meine Muskelzuckungen hilft. Sollte ich nicht gut einschlafen können, werden danach Blüten getestet.

    SativEx enthält kein CBN und kein Linalool. Siehe verlinkte Grafiken in meiner Sig.

    Und die Ärzte haben sich wiedermal manipulieren lassen.
    Wie von der Pharmaindustrie lassen sie sich auch von SativEx u. Dronabinolherstellern
    zu deren intelligenzfreien dealern machen. Für Zeug das garnicht richtig wirkt.

    Den Entourage-Effekt anzuzweifeln ist als würden Ahnungslose im Bereich Elektronik grademal
    Widerstand u. Standardtransistor kennen.
    Aber die gesamte Komplexität von Schaltungen mit weiteren passiven Bauteilen innerhalb von
    längst existierenden integrierten Schaltkreisen, in die man irgendwie nicht reinschauen
    kann... können sie garnicht fassen
    *Kopf --> Tisch*
    Übersicht medizinischer Möglichkeiten: https://s3.amazonaws.com/leafly/cont...heel-large.jpg
    Auch dort wo oberflächlich betrachtet reines THC sinnvoll scheint, sind noch weitere Inhaltsstoffe angebracht:
    http://30c1be84fhhqj3xa1lmshckme.wpe...nfographic.png
    Und noch zu CBD https://images.weedmaps.com/pictures..._CBD_Wheel.png

  4. #4
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    Ich habe in den Grafiken nicht gefunden, was diese Aussage bestätigt "SativEx enthält kein CBN und kein Linalool". Woher hast Du das?
    zahme Vögel singen von Freiheit - die Wilden fliegen

  5. #5
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    Ja, richtig erkannt.
    Es ist aber doch bekannt, daß im Wesentlichen nur THC, CBD und Pfefferminzöl in SativEx enthalten sind.
    Was in den Grafiken übersichtlich zusammengefasst ist, besagt, wenn man sie mal eingehend und im Zusammenhang studiert, daß SativEx vergleichsweise mangelhaft ist, also einiges garnicht enthält.

    CBN ist nicht anregend, sondern eher Müdigkeit bewirkend. THC gleicht das einerseits zwar vorübergehend aus, aber die Wirkung von Linalool wird auch durch THC intensiviert.
    Caryophyllene: gegen Muskelspasmen und auch gegen Schlaflosigkeit. Und auch bei Linalool ganz vorne insomnia und als letztes dazu am Rand convulsions.

    SativEx beträfe also (auch nur eingeschränkt) bloß das gelbe "Kuchenstück" in der Terpene_Wheel_Infografik.
    Übersicht medizinischer Möglichkeiten: https://s3.amazonaws.com/leafly/cont...heel-large.jpg
    Auch dort wo oberflächlich betrachtet reines THC sinnvoll scheint, sind noch weitere Inhaltsstoffe angebracht:
    http://30c1be84fhhqj3xa1lmshckme.wpe...nfographic.png
    Und noch zu CBD https://images.weedmaps.com/pictures..._CBD_Wheel.png

  6. #6
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    Nein, das ist nicht richtig. Sativex ist ein Vollpflanzenextrakt aus zwei unterschiedlichen Strains, bei denen der eine auf THC und der andere auf CBD standardisiert ist, aber alle anderen Bestandteile ebenfalls enthalten bleiben.
    zahme Vögel singen von Freiheit - die Wilden fliegen

  7. #7
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    Und beide wohl auf jeweils sehr hohen Gehalt, oder eher niedrig ?
    Bei niedrigem Gehalt würde sich die Relation für andere Inhatsstoffe ja begünstigen.
    Die Inhaltsstoffe, die so gerne bei kompletten Blüten als störend suggeriert werden.

    Wäre es tatsächlich so, dann weiß man also auch bei SativEx garnicht was man bekommt.
    Dazu prinzipiell noch überteuert
    Übersicht medizinischer Möglichkeiten: https://s3.amazonaws.com/leafly/cont...heel-large.jpg
    Auch dort wo oberflächlich betrachtet reines THC sinnvoll scheint, sind noch weitere Inhaltsstoffe angebracht:
    http://30c1be84fhhqj3xa1lmshckme.wpe...nfographic.png
    Und noch zu CBD https://images.weedmaps.com/pictures..._CBD_Wheel.png

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