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Thema: Cannabis-Öl selber herstellen

  1. #1
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    Cannabis-Öl selber herstellen

    Hallo zusammen,

    es gibt ja viele Leute, die Cannabis-Öl selber herstellen, mit Olivenöl oder Kokosöl z.B.
    Falls jemand spezielle Tipps hat, sind die hier willkommen.

    Ein Frage von mir wäre z.B., wie man das fertige Öl am besten unterwegs mitnehmen kann, z.B. auf Reisen.
    Hat jemand schonmal versucht, das fertige Öl in leere Gelantine-Kapseln zu füllen ? Mit so einer Kapselpresse oder was ähnlichem?

    Gibt es wirklich keine Alternative zu den Apotheken-Fläschchen mit integrierter Pipette? Bei mir sind die nach kurzer Zeit immer undicht, das gibt fiese Flecken wenn da was austropft. Jemand ne Idee?

    __________________________________________________
    Kompetente Anleitung zur Ölherstellung von der ACM-Website:
    http://www.cannabis-med.org/index.ph...&id=192&lng=de

  2. #2
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    Extraktion mit Ölivenöl, teilweise Decarboxylierung, Abfüllung in Pullulan Kapseln

    Hallo Artemis,

    ich benutze angelehnt an die auch von Dir verlinkte Laborstudie von Dr. Hazekamp ein Verfahren mit Olivenöl. Das fertige Öl fülle ich in Pullulan Kapseln.

    Verwendet werden 10 Gramm Blüten, 5 Gramm werden decarboxyliert (Umwandlung von THCA / CBDA in THC / CBD, je nach Ausgangsmaterial) und 5 Gramm werden ohne Vorbehandlung verwendet (Erhalt von Terpenen, welche bei der Behandlung im Ofen sonst stark reduziert werden).

    Hier eine kurze Beschreibung des Verfahrens zur Kapselherstellung mit teilweiser Decarboxylierung unter Verwendung von Ölivenöl:

    Benötigt werden:



    • 10 Gramm Blüten zerkleinert (im Grinder), mit Feinwaage abgewogen in 2 x 5 Gramm Portionen
    • 100 ml Bio-Olivenöl
    • Pullulan Leerkapseln, Größe 00 mit Verschlussrand
    • Spritze zum Befüllen der Kapseln, vordere Öffnung muss groß genug sein, verstopft sonst leicht
    • Kapselfüllmaschine für Kapseln Größe 00
    • Geeignetes Trockenmittel in staubdicht versiegelten Päckchen
    • Luftdicht verschließbarer Aufbewahrungsbeutel oder anderes Gefäß (z.B. Pillendose)
    • Klebeetiketten
    • Einmachglas mit Gummi und Drahtbügelverschluss, Größe ca. 250 ml
    • Pizzastein
    • Alufolie oder Backpapier
    • Einkochtopf mit Sieb und Deckel
    • Pürierstab
    • Thermometer mit Oberflächenfühler



    Vorgehensweise:


    1. Pizzastein im Ofen auf 140 Grad Oberflächentemperatur vorheizen (durch Thermometer mit Oberflächenfühler prüfen, bei meinem Ofen heize ich auf 180 Grad Umluft vor, um nach ca. 2 Stunden 140 Grad Oberflächentemperatur in der Mitte des Pizzasteins zu erreichen). Jeder Ofen hat eine gewisse Abweichung von der am Gerät eingestellten Temperatur, es sollte also unbedingt gemessen werden.
    2. Den Ofen abstellen, die Tür ein paar Minuten auflassen, damit die heiße Luft abziehen kann. Dann 5 Gramm zerkleinerte Blüten auf einem Stück Alufolie (Backpapier geht auch) ausbreiten und für 10-20 Minuten auf dem vorheizten Pizzastein im verschlossenen, aber ausgeschalteten Ofen liegen lassen.
    3. Die 5 Gramm zerkleinerten Blüten aus dem Ofen und die 5 Gramm unbehandelten zerkleinerte Blüten in das Einmachglas füllen.
    4. Die nun insgesamt 10 Gramm zerkleinerten Blüten (Hälfte decarboxyliert, Hälfte 'roh') im Einmachglas mit 100 ml Olivenöl mischen (drauf gießen).
    5. Einmachglas fest verschließen (Gummi einlegen, Drahtbügelverschluss schließen) und mit einer entsprechenden Menge Wasser (Füllstand Wasser mindestens so hoch wie der Inhalt im Glas) im Einkochtopf auf das Sieb stellen und den Topfdeckel verschließen.
    6. Einkochtopf auf mittlerer Stufe langsam erhitzen, bis das Wasser zu kochen beginnt, dann auf kleine Stufe zurück schalten, damit Wasser weiter leicht köchelt (Stufe nicht zu klein wählen, mindestens 98 Grad Celsius Wassertemperatur).
    7. Ab dem Zeitpunkt wo das Wasser kocht, mindestens 2 Stunden bei mindestens 98 Grad köcheln lassen. Wer sich nicht sicher ist, sollte auch hier nachmessen. Im Zweifel die Temperatur lieber etwas zu hoch wählen, da im Wasserbad nicht mehr als 100 Grad erreicht werden können und dies unbedenklich ist. Es verbraucht jedoch mehr Energie als nötigt, also so exakt wie möglich einstellen.
    8. Währenddessen die Kapselfüllmachine nach Anleitung mit Kapseln bestücken.
    9. Nach 1 Stunde Wasser Füllstand im Einkochtop prüfen und ggf. etwas kochendes Wasser aus einem Wasserkocher nachfüllen.
    10. Nach mindestens 2 Stunden Einmachglas heraus nehmen und mindestens eine halbe Stunde abkühlen lassen.
    11. Einmachglas öffnen und Inhalt mit Pürierstab fein pürieren. Dabei vorsichtig vorgehen und nichts verspritzen oder verschütten. Falls das Einmachglas zum Pürieren nicht geeignet ist (zu klein, nicht hoch genug), den Inhalt vorher in ein geeignetes Gefäß umfüllen.
    12. Pürierten Inhalt unter ständigem Rühren auf eine Spritze ziehen und mit der Spritze die Kapseln in der Füllmaschine randvoll befüllen. Dabei zügig und gleichzeitig vorsichtig vorgehen. Der Inhalt darf sich in der Spritze nicht absetzen, die Spritze muss ggf. regelmäßig hin- und her gekippt werden, um den Inhalt in Lösung zu halten.
    13. Kapseln mit der Füllmaschine entsprechend der Anleitung der Maschine verschließen und aus der Maschine entnehmen.
    14. Kapseln mit einem Päckchen geeignetem, staubdicht verpacktem Trockenmittel in einen Aufbewahrungsbeutel geben und mit einem Klebetikett versehen. Auf das Etikett sollte drauf: Herstellungsdatum, Hinweis zum verwendeten Verfahren (z. B. decarboxyliert?, Dauer?, Temperatur?, Dauer des 'Einkochens'?), verwendetes Öl und verwendete Blütensorte(n), Mindesthaltbarkeitsdatum entsprechend des verwendeten Öls.
    15. Beutel luftdicht verschließen, lichtgeschützt und leicht kühl lagern (zum Beispiel Schlafzimmer oder niedrig eingestellter separater Kühlschrank). Nicht über 25 Grad Celsius lagern und nicht direktem Sonnenlicht aussetzen. Möglichst wenig öffnen, d.h. am Besten einen Beutel für den Hauptvorrat anlegen (mit Trockenmittel), aus diesem 1 mal die Woche einen Beutel für den Wochenvorrat (mit Trockenmittel) befüllen und aus diesem einen Beutel für die tägliche Anwendung befüllen. Bei dem Beutel für die tägliche Anwendung kann auf das Trockenmittel verzichtet werden.



    Die Kapseln lösen sich im Magen schnell auf (wenige Minuten) und ein Wirkeintritt ist nach ca. 30 bis 45 Minuten zu erwarten.

    Die Hauptwirkung hält bei mir ca. 3-4 Stunden an. Danach kann bereits nachdosiert werden. Insgesamt wirkt eine Kapsel ca. 6-8 Stunden bei mir.

    Ich empfehle zur Eindosierung mit einer Kapsel zu starten und mindesten 3-4 Stunden zu warten, um die Stärke der Wirkung abschätzen zu können.


    Wer keine Lust auf die Decarboxylierung im Ofen hat (hierbei muss genau gearbeitet werden, eine zu hohe Temperatur (ab ca. 150 Grad Celsius) birgt die Gefahr, dass die Hauptwirkstoffe THC (bei 157 Grad Celsius) und CBD (ab 160 Grad Celsius) sich verflüchtigen), kann auch den Schritt mit dem Ofen überspringen und direkt 10 Gramm zerkleinerte Blüten unbehandelt mit 100 ml Olivenöl ins Einmachglas geben.

    Komplett ohne vorherige Decarboxylierung im Ofen ist der Anteil an Terpenen sehr hoch. Da die Decarboxylierung im verschlossenen Einmachglas bei ca. 98 Grad jedoch nicht so effektiv wie die im Ofen ist, ist der Anteil der Hauptwirkstoffe (THC & CBD) dann vergleichsweise gering.

    Das von mir beschriebene Verfahren mit teilweiser vorheriger Decarboxylierung im Ofen führt insgesamt zu einem mittleren Gehalt von Terpenen, THC & CBD im Öl.


    Persönlich stelle ich nur einmal im Monat eine entsprechende Menge für ca. 30 Tage her.

    Die von mir verwendeten Kapseln aus Pullulan haben einen Verschlussrand, welcher ölige Flüssigkeiten zuverlässig einschließt, halten den Inhalt sicher (über einen Monat getestet) und sind relativ gut feuchtigkeitsbeständig im Vergleich zu Gelatine.

    Ich verwende Bio-Olivenöl, da ich ich es preiswert in guter Qualität bekommen kann. Es sind natürlich auch andere Ölsorten geeignet, diese haben jedoch möglicherweise andere chemische Eigenschaften und könnten die Wirkung verändern, was ja gewünscht sein kann.

    Die Blüten können durchaus von verschiedenen Sorten gemischt sein (wenn man Erfahrung damit hat, nicht einfach 'wild' mischen). Die Mischungen unterscheiden sich teilweise in der Wirkung erheblich und sollten auf einem Etikett am Kapselbeutel angegeben werden.

    Es ist auch möglich nicht nur eine 10 Gramm Mischung von mehren Sorten zu verwenden, sondern auch zum Beispiel gezielt 5 Gramm von einer Sorte (niedriger Gehalt an Terpenen, hoher Gehalt an THC und / oder CBD) decarboxyliert zu verwenden und 5 Gramm von einer anderen Sorte (hoher Gehalt an Terpenen, niedriger Gehalt an THC und / oder CBD) roh zu verwenden.

    Verschiedene Kombinationen zu probieren lohnt sich, da die Wirkung sehr verschieden sein kann!

    Für die Leute, die keine Lust auf Kapseln haben, eignet sich eine Filterung mit einem French-Press Kaffeebereiter und anschließende Abfüllung in Flaschen.
    Statt den pürierten Inhalt in einer Spritze auf zu ziehen, einfach die pürierte Masse in eine saubere French-Press geben, runter drücken und dann das Öl mit Trichter in eine Braunglasflasche (z.B. 50 oder 100 ml) mit Tropfeinsatz für Öle füllen und mit einem Schraubverschluss verschließen. Diese Flaschen sind dauerhaft dicht.

    Der Rest aus der Presse kann in einem Glas mit Schraubverschluss (sauberes Marmeladenglas, usw.) wie Pesto mit etwas Olivenöl übergossen im Kühlschrank aufbewahrt werden und zum Beispiel mit Dosierlöffel über Nudelgerichte gegeben werden. Er lässt sich natürlich auch mit enstsprechenden weiteren Zutaten (Salz, Knoblauch, Pinienkerne, Käse, usw.) zu einem richtigen Pesto zubereiten.


    Über Fragen, Tipps und Anmerkungen freue ich mich! :-)

    Viele Grüße aus Hannover

    Michael
    Geändert von xlr (26.05.2017 um 13:18 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler korrigiert, Ergänzungen hinzugefügt.

  3. #3
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    Hallo Artemis

    Also das mit den Pipetten ist so, dass gewisse Pflanzenöle oder Stoffe das Gummi angreifen. Deswegen gibt das auch andere Pipetten mit einem anderen Gummi. Gehe bitte in die Apo und erfrage das, damit die dir die richtigen Pipetten verkaufen. Sonst lösen diese sich auf oder man muss die Flaschen immer senkrecht stehen haben.

    Kokosöl soll als Öl perfekt sein, damit die Cannabinoide nach dem Verzehr sehr gut aufgenommen werden sowie es auch eine gewisse Haltbarkeit mit bringt.

    Sobald ein brennbares Lösungsmittel zum Öl Machen verwendet wird, bitte sehr auf die Sicherheit achten, damit die Bude nicht abfackelt.

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