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Thema: Cannabis hilfreich bei Colitis ulcerosa?

  1. #1
    Julia ist offline Registrierter Benutzer
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    Cannabis hilfreich bei Colitis ulcerosa?

    Hallo,

    ich habe seit über 8 Jahren eine chronische Entzündung des Dickdarms (Colitis ulcerosa), die trotz Cortison und verschiedener Immunsuppressiva (Humira, Entyvio) immer mehr oder weniger aktiv ist.
    Ich habe deshalb ständig Durchfall, Bauchschmerzen/-krämpfe und Appetitlosigkeit.

    Vor kurzem bin ich auf einen Artikel gestoßen, der mehrere Studien nennt, bei denen Cannabis bei Patienten mit Morbus Crohn geholfen hat (Morbus Crohn: Cannabis kann Symptome lindern!)

    Wenn Cannabis bei Morbus Crohn hilft, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass es auch bei meiner Colitis hilft? Und muss ich Cannnabis mit THC nehmen, oder gibt es auch Nutzhanfsorten, die genauso gut helfen?

    Danke schonmal für die Antworten!

    Liebe Grüße, Julia

  2. #2
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    Hallo Julia,

    ist unter den "Entzündungen" auf Seite 20 des Buches "Die Behandlung mit Cannabis und THC" von Dr. Grotenhermen / Dr. Reckendrees mit aufgeführt.

    Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass es hilft, kann wohl niemand mit Gewissheit sagen. Welches Verhältnis zwischen CBD und THC "richtig" wäre, eine Wirkungswahrscheinlichkeit zu erhöhen, müsste in entsprechenden Studien zu den jeweiligen Symptombildern wohl noch erforscht werden.

    Es spräche jedoch wenig dagegen, zunächst den "Nutzhanf" anzuwenden und die individuelle Wirkung auszuloten. Persönlich zähle ich den Darm zu den Systemen, die auf die Psyche sehr direkt reagieren. Manche Forscher sprechen gar von einem Darmgehirn und wieder andere nehmen an, unser Gehirn sei nur eine Auslagerung des "Darmgehirns", das sich "sensorisch" besser aufstellt. Was eine psychoaktive Wirkung wie Entspannung und Stessabbau auf unser Bewusstsein ausübt, könnte somit auch für das Darmgehirn gelten.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas wirkt, relativiert sich in dem Maß, in dem der Geist diese Möglichkeit annimmt oder ablehnt. In den Doppelblindversuchen bei Medikamentenstudien, in denen weder Ärzte noch Probanden wissen, ob sie einen Wirkstoff oder ein Placebo erhalten, erreicht der Placebo-Effekt "Wirksamkeiten" von bis zu 35 %. Selbst wenn die Probanden informiert sind, ein Placebo zu erhalten, "wirkt" es bei wenigen Menschen noch...

    Es könnte also gesagt werden, es gibt sowohl Placebo. als Nocebo-Effekte: Wenn ich nämlich ein Medikament unbewusst oder bewusst ablehne, "sträubt" sich ohnehin alles dagegen und die Wahrscheinlichkeit einer Wirkung nimmt entweder ab, oder könnte sogar gegenteilig zu Überreaktionen führen.

    Lehnt es jemand insofern ab, ein Heilmittel mit einem Rauschzustand verbinden zu müssen, wäre diese Frage im eigenen Bewusstsein zu beantworten.

    Daneben sprichst Du mit Deiner Frage den Heiligen Gral der Cannabisforschung an: Eine bestimmte Heilwirkung für ein bestimmtes Symptom, ohne zwangsläufig ein zuweilen unerwünschtes High zu beinhalten.

    In Israel wird begonnen, bestimmte Züchtungen für bestimmte Symptomkreise zu entwickeln. Was ebenso erforscht wird, ist sogenanntes "Pflanzentunig", bei dem bestimmte zusätzliche Lichtspektren in den Pflanzen zur Bildung heilungsfördernder sekundärer Pflanzenwirkstoffe führen.

    Schade, dass so wenig "vernetzt" geforscht wird. Die "grüne Farbschwingung", die mit dem Cannabis verknüpft sein könnte, wird auch dem Erzengel Raphael zugeordnet, der Engel der Heiler genannt. Im Pflanzenversuch bewirkte grünes Licht zusätzliche sekundäre Pflanzenwirkstoffe mit Schutzfunktionen für das Herz-Kreislauf-System.

    Was möglichen Bedenken wegen eines unerwünschten Rauschzustandes betrifft, wirkt jede individuelle Bewusstseinsstruktur "anders". Wichtig zu wissen wäre dahingehend:

    "Wir haben es nicht mehr einfach mit der Pharmakologie eines Genussmittels zu tun", so Roger Perwett von der Universität Aberdeen, "sondern mit der Physiologie eines neu entdeckten Systems im Gehirn". (1)

    Ich finde es betrachtenswert, dass die Natur keinen Antagonisten entwickelt hat, also keine "Wirkungsblockade an einem Rezeptor" vorgesehen hat. Ein Antagonist blockiert einen Rezeptor auf einer Zellmembran, wodurch sich die Zellen vor einem "Übermaß" schützen könnten, so die Evolution dieses jemals für nötig gehalten hätte...

    Wie dieses "neue System", das schon in der Fruchtfliege vorkommt, funktioniert, kann leider noch niemand mit Gewissheit agen. Dazu müssten sie den Gehirnstoffwechsel schon verstanden haben, aber davon ist die Pharmakologie weit entfernt.

    "Die Chemie des Marihuanarauschs" (2) wurde im Grunde erst 1990 mit der Entdeckung des ersten auf THC reagierenden Rezeptors im Ansatz sichtbar. Von Raphael Mechoulam an der Universität Jerusalem wurde dieses körpereigene "Botenstoffsystem legalen Marihuanas" mit dem Stoffklassennamen "Anandamide" benannt. Ananda ist das Sanskrit Wort für Glückseligkeit.

    Ob nicht fast alle aktuell ein wenig Glückseligkeit vonnöten hätten? Neuronen produzieren ohnehin ein legales High, wenn man sie nur lässt. Eine Forscherin namens Candace Pert, die lange Zeit am Opiatrezeptorsystem gearbeitet hat, bringt zum Beispiel in russischen Frauenknästen den opiatsüchtigen Insassinnen bei, sich die Entzugserscheinungen durch "Eigenproduktionsmeditation in der Zirbeldrüse wegzumeditieren", und sich zumindest subjektiv besser zu fühlen. (sinngemäß aus: Candace Pert, Moleküle der Gefühle)

    Auf welcher Ebene wir Dinge nicht verdauen können, ist insofern die Frage, die in meinen Augen im Geist gestellt wird.

    Erwarten wir von einer "physischen Medikamentengabe" die Veränderung unseres "Bewusstseinszustandes", zäumen wir das Pferd von hinten auf. Jedes Symptom ist ein Symbol für eine Ursache von Disharmonie im Gesamtsystem von Geist, Seele und Körper.

    Nach Descartes Kuhhandel mit dem Papst blendet die Wissenschaft Geist und Seele jedoch pflichtschuldigst weiterhin aus...




    Quelle:

    (1) Hanf - Die Wiederentdeckung der Butzpflanze... , Herer, Bröckers, Katalyse, Zweitausendeins-Verlag 1993, 21. Auflage, Seite 443
    (2) ebenda, Seite 441
    Geändert von Michael (03.07.2016 um 11:36 Uhr)

  3. #3
    Julia ist offline Registrierter Benutzer
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    Hallo Michael,

    vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich hoffe die Lücken in der Forschung werden bald geschlossen, damit Schwerkranke, wie ich, von der heilenden Wirkung von Cannabis gezielter profitieren können.

    Liebe Grüße
    Julia

  4. #4
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    Hallo Julia,

    es waren nur Gedanken, die im Grunde mich selbst betreffen. Denke wohl, Menschen könnten die Gedanken lesen, die ich hinter den Worten meine. Ich lehne es zum Beispiel völllig ab, ein langwirkendes Insulin zu spritzen, in dem ein Aluminiumanteil benutzt wird. Aber ich komme nicht drumherum, obwohl mein Verstand sich der möglichen Nebenwirkungen bewusst ist. Das meinte ich oben mit Nocebo-Effekt, neben anderem...

    Was in Deinem Körper geschieht, kann ich nicht beurteilen und wollte es mit obigen Worten auch nicht, sollte der Eindruck entstanden sein. Wobei wir ja der Geist in der Seele sind, die den Körper bewohnt, glaube ich zumindest...

    Wollte nur Neugier dafür wecken, offener auf Ursachen und Wirkungen zu achten, was letztlich zur Selbsterkundung der Heilpflanze Cannabis dazugehört.

    Es ist halt schade, dass nun jedes "Krankheitsbild" den Nachweis einer positiven Wirksamkeit erfordert. Daneben ist auch die Definition des Begriffs des Schwerst- und Schwerkranken eines Durchdenkens würdig, denn wenn verhindert werden kann, dass aus Schwerkranken später Schwerstkranke werden, müsste ein ethisch intaktes System die Verwendungsbreite ausdehnen, ohne den Nützlichkeitsnachweis noch abwarten zu dürfen.

    Ja, Forschung wäre wichtig für Wege zur Gesundheit. Aber Hildegard von Bingen zum Beispiel zeigt auf, dass unser Wissen über Heilpflanzen im Grunde nur "verschütt" gegangen ist. Wir wissen fast alles über Krankheiten. Über Wege zu Gesundheit in Resonanz mit pflanzlichen Wirkstoffen sollten wir daher insgesamt neu nachdenken.

  5. #5
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    Es gibt im Handel wirklich viele Hersteller und Anbieter, die CBD Extrakte legal veräußern. Die sind nicht billig aber man kann es ausprobieren. Ich kann jetzt aber nicht sagen, ob man bei derartigen Problemen mit einer geringen Dosis von vielleicht 50 mg pro Tag (Bei 5% Extrakt ein Gramm) etwas erreicht oder ob man wie bei Epileptikern eher mit 300 und mehr mg pro Tag kalkuliert. Man sollte es vielleicht auch über den Tag verteilt einnehmen und es erst mal mit wenig probieren und vielleicht wirkt es auch erst nach Wochen.

    Aber: Wenn man große Mengen dieser CBD Extrakte konsumiert, reagiert der Drogentest möglicherweise positiv, da ein ganz wenig THC enthalten ist. Dann wären die Extrakte mit hohem CBD Anteil besser, da in diesen ebenfalls maximal 0,2% THC für den Handel in der EU enthalten sein darf. Endoca hat hochkonzentrierte Extrakte.

  6. #6
    Rasko Gast
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