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Thema: Unglaubliche Realsatire - Part 1

  1. #1
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    Daumen hoch Unglaubliche Realsatire - Part 1-7

    Zur allgemeinen Information poste ich eine Satire von einem Bekannten und würde mich auf jegliche Kritik und Resonanz freuen.

    MfG
    Denis

    _________________________

    Viel Spass beim lesen !




    KULTUR IM TAL DER AHNUNGSLOSEN

    Unglaubliche Realsatire der Verurteilung eines Verbrechens nach dem BTM - Gesetz

    Es ist lediglich ein paar Tage her, daß ich für meinen einstigen Willen - einem Fremden gegenüber zuvorkommend und hilfsbereit zu sein - ziemlich hart von der Justiz abgestraft wurde, Stress, Angst sowie enormen Geldverlust erdulden mußte und letztendlich doch nur erkennen durfte, wie sehr unser scheinbar hochgezüchtetes Rechtswesen am brüchigen Stock geht, so daß auch die Anschaffung eines Rollstuhls kaum gegen die allgemein dementen, verkalkten Ausfallserscheinungen des Justizsystems wird helfen können.
    Übrig blieb meinerseits nach diesem umfangreichen Strafverfahren bloß ein resignatives Kopfschütteln und der wohlmeinende Hinweis für eine ganz bestimmte Klientel von hunderttausenden Kranken, das marode Gesundheitssystem weiterhin nach Kräften zu fleddern, damit es endlich zusammenbricht und auch die Gerichte die notwendigen Schlußfolgerungen ziehen.
    Dann – vielleicht – wird man erkennen, daß es doch noch Pfade gibt aus dem düsteren Tal der weit verbreiteten Ahnungslosigkeit, wo man mit Menschenleben spielt, als seien Schicksale nur so wichtig wie ein Fliegenschiss an den Speichen des besagten Rollstuhls.

    Alles begann in einer kalten Januar – Nacht, als ich mich gerade bereit machte, meine Nachtschicht in der Taxizentrale anzutreten.
    Ich freute mich auf die Arbeit, denn ich machte den Job bereits drei Jahre, und zu dieser Jahreszeit in der Nachsaison war die Taxidisposition locker und easy zu bewerkstelligen.
    Die Bezahlung war angemessen, und darüber hinaus lernte man jede Menge über Menschen, über deren Marotten, Ansichten oder momentane Zustände.
    Für mich war diese Tätigkeit eine Art Anker und Grundpfeiler meiner Existenz geworden, denn zuvor hatte ich über etwa drei Jahrzehnte ein ziemlich unstetes Leben zwischen Drogenabhängigkeit, Knast und allerlei existenzieller Improvisation geführt. Intensive Phasen der Heroin- und Kokainsucht wechselten sich ab mit lang anhaltenden Versuchen, meinem Dasein eine andere Richtung vorzugeben, als möglicherweise eines Tages doch nur überdosiert das Zeitliche segnen zu müssen.
    Auf dem harten Weg durch diesen schwer zu durchschauenden Irrgarten meines täglichen Überlebenskampfes trieb es mich in einem halben Jahrhundert quer durch die gesamte Bundesrepublik: Von Hamburg nach Saarbrücken, dann nach Lübeck und später nach Bayern, von dort nach Heilbronn und schließlich nach mehreren Entgiftungen auch nach Geesthacht.
    In dieser Kleinstadt begann ich erstmals Taxi zu fahren, und ich fand Gefallen an der lockeren Arbeit, die nicht besonders hohe Anforderungen stellte.
    Die Mega-City Hamburg aber war nicht allzu weit entfernt, und das Koks, das die Schwarzen damals in St. Georg vertickten, wurde zur immer größeren Gefahr für mich, denn es war billig und gut und überschwemmte geradezu den Markt. Es war ständig lockende Versuchung.
    Dennoch hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits die Schnauze gründlichst voll vom Gift - Business und seinen mit immenser Angst besessenen Auswirkungen. Es schien wie ein hungriges Monster zu sein und fraß mich permanent auf, um mich in aller Regel gut vorverdaut wieder auszukotzen.
    Also wechselte ich nach einigen Monaten erneut meinen Aufenthaltsort, als geradezu passend auch eine Beziehung auf Sex- und Drogenbasis in die vorhersehbaren Brüche gegangen war.

    Auf Sylt wurden zu jener Zeit Taxifahrer gesucht. Durch den annoncierenden Arbeitgeber wurde zudem eine Unterkunft in Aussicht gestellt, und so kostete es mich auch diesmal wiederum nur wenig Überwindung, meinen wenigen Krempel zusammen zu packen und mein abstrus - abenteuerliches Leben erneut von Null an zu beginnen. Es wurde eine Art Wiedergeburt...
    1997 landete ich also mit zwei Koffern voller Klamotten, mit dem nötigsten an Hausrat und einigen persönlichen Erinnerungsstücken auf ausgerechnet jener Insel an, die ständig in der Touristik – Werbung als „In Deutschland ganz oben!“ bezeichnet wird und bekam den ausgeschriebenen Job.
    Ich begann für eine größere Firma zu fahren, deren Geschäftsführer ich einige vage Andeutungen über mein Vorleben gemacht hatte und erhielt damit die Chance, die Dinge anders zu machen als bisher. Absolut anders.
    Leicht war dieser Neustart nicht, denn ich kannte weder die Insel Sylt selbst, noch irgendwelche Leute dort oder etwa das System, wie Personenbeförderung auf dem Eiland praktiziert wurde.
    Geschweige denn kannte ich einen Arzt, der mich mit meiner täglich notwendigen Ration Methadon versorgte, das meinen gelegentlichen Appetit auf injezierbares Material schon jahrelang einigermaßen in Schach gehalten hatte.
    Gesundheitlich war ich damals ohnehin relativ angeschlagen, denn seit den frühen Achtzigern plagten mich das Wissen und die direkten körperlichen Auswirkungen einer chronischen Hepatitis, und aufgrund der Schwere des Krankheitsbildes war ich bereits kurz nach dem Nachweis der Leberinfektion mit einem lebenslänglichen Teilnahmerecht am staatlichen Substitutionsprogramm ausgestattet worden, was unzweifelhaft zu einer gewissen Stabilisierung führte.
    Dennoch empfand ich diese medikamentöse Hilfe mitunter wie ein achtlos hingeworfenes Gnadenbrot – als eine Art stillschweigenden Wiedergutmachungs - Versuch der Gesellschaft, die wenigen Überlebenden des „Krieges gegen Drogen“ innerlich ruhig zu stellen und sie dadurch besser verdrängen zu lassen, daß Kriminalisierung und Ausgrenzung (drogensüchtiger) Menschen im Grunde einem weltweitem Genozid gleichkommt, den man als notwendiges Regulativ gegen die globale Überbevölkerung lediglich achselzuckend hinnimmt. Zu diesem traurigen Fazit sah ich mich aufgrund der allgemeinen Verhältnisse und all meiner Erfahrungen genötigt.

    Meine Dosierung an „Metha“ war nicht besonders hoch und hinderte mich in keinster Weise, ziemlich schnell als Taxifahrer auf der Insel klarzukommen. Alles lief bestens.
    Zwar schlief ich aufgrund des verabreichten Zeugs jeden Tag gute 12-14 Stunden, aber für mich waren diese Phasen des tiefen, traumlosen Schlafes genau jene ersehnte Möglichkeit, mich seelisch und emotional nicht mit allgegenwärtiger Not, mit Unrecht und Gewalt auf der Welt befassen zu müssen, die in Form von schlechten und negativen Nachrichten permanent aus allen Medien auf mich einprasselte.
    Pennen war da wie Erholung. Wie die erlösende Ohnmacht nach schwerer, intensiver Folter oder wie kurzzeitige Gesundung nach immer wiederkehrender Krankheit.
    Die direkten Auswirkungen meiner Hepatitis indes hatte ich ziemlich gut im Griff: Die gelegentlichen Depressionen wegen der Angst, irgendwann Zirrhose oder Leberkrebs zu entwickeln, konnte ich mit Hanf bestens bekämpfen. Das Kraut half gegen meine dauernden Appetitstörungen, linderte den permanenten Bauchdruck und wie sich herausstellte, sorgte es wegen seiner entzündungshemmenden Eigenschaften auch für kontinuierlich gute Leberwerte.
    Mit dem neuen Arzt, der mich nun mit Ersatzstoff versorgte, hatte ich erfreulicher Weise jemanden gefunden, der nicht nur überaus tolerant und relativ locker drauf war, sondern in der Tat ebenso etwas über das unbestreitbare therapeutische Potential von Cannabis wußte. Ich freute mich, jemanden aufgetan zu haben, der nicht dem öden Durchschnitt der „Götter in Weiß“ entsprach. Auch er gab mir meine Chance...

    Als notwendiger Bestandteil der Methadon – Vergabe zählt die sogenannte „psychosoziale Betreuung“, der man sich als Klient im offiziellen Programm in einer Drogenberatungsstelle unterziehen muß. Ich hatte nun bereits Arbeit, Wohnung, legalen Hilfsstoff vom Arzt und illegalen durch den geringen Selbstanbau von Hanfkraut zum Eigenkonsum. Fehlte nur noch die „ordnende Hand“.
    Selbige lernte ich schließlich bei der örtlichen Drogenberatung kennen: Ein engagiertes Persönchen weiblicher Natur, das ihren Sysiphus - Job womöglich aus anfänglicher Überzeugung gemacht hatte, aber über die Jahre schnell der größten Illusionen beraubt wurde, lediglich durch Gespräche die vielen, verschiedenen Suchtcharaktere zur Dauerabstinenz bewegen zu können oder gar als Vorbild an individueller Lebensführung für manchen Süchtel zu dienen. Bemüht, aber oft auch hilflos.
    Trotzdem faßte ich Vertrauen zu ihr im Verlaufe der Jahre; ich konnte über Probleme und Schwierigkeiten berichten, durfte mich mitunter bei ihr sogar richtig gehen lassen und ausheulen, ohne daß ich mich dafür schämen mußte, und in meiner weitestgehenden Einsamkeit wurde die „Drobse“ für mich zur Möglichkeit, menschliche Reflektion auf einen wichtigen Teil meines eigenen Verhaltens zu bekommen, anstatt alle problematischen Vorkommnisse wie bisher nur in Gedicht- oder Kurzgeschichten - Form nieder zu schreiben oder alle negativen Emotionen mit Opiaten und anderen Injektions - Substanzen platt zu machen, wie ich es vorher von frühester Jugend an getan hatte.
    Insofern akzeptierte ich diese Person mit augenscheinlichem Helfersyndrom als geeignete Therapeutin für mich, wenn mir auch schnell klar wurde, daß in unseren häufig stattfindenden Zweiergesprächen ich selbst ebenfalls in bestimmter Weise irgendwie therapierte, indem ich mit falschen Vorstellungen und überkommenen Vorurteilen aufräumte...
    Allein schon dadurch, daß ich bewies, daß ein Leben mit Drogenkonsum nicht nur möglich war, sondern geradezu bestmöglich gemeistert werden konnte, wenn man die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür schuf. Allerdings führte ich mit diesem Verhalten die Tätigkeit meiner „Drobse“ oft genug regelrecht ad absurdum.
    Doch auch sie gab mir meine Chance...

    Part 2 folgt...
    Geändert von Denis (07.07.2004 um 21:42 Uhr)
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    Üblicherweise gehe ich davon aus, dass die von mir verlinkten Seiten keine illegalen Inhalte enthalten sondern seriöse Informationen zu den Themenbereichen Drogen und Drogenpolitik.
    Da ich das aber logischerweise nicht in jedem Falle überwachen kann, fordert das Gesetz von mir, mich von den Inhalten aller verlinkten Seiten zu distanzieren. Das sei hiermit geschehen. Auch möchte ich nicht zum Drogenkonsum aufrufen.
    Sofern sich jemand aufgrund der Dialoge verletzt fühlt, werde ich sie umgehend nach Mitteilung ändern.
    Das ACM-Forum distanziert sich konkret und ausdrücklich von diesem Beitrag.
    Der Autor haftet ausschließlich selbst für seine Äußerungen! Siehe hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/89348

  2. #2
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    Unglaubliche Realsatire - Part 2

    KULTUR IM TAL DER AHNUNGSLOSEN


    Unglaubliche Realsatire der Verurteilung eines Verbrechens nach dem BTM - Gesetz (Teil 2)

    Die Voraussetzungen, mein Leben endlich in den Griff zu kriegen, waren gegeben. Ich fand mich zurecht in den neuen, ungewohnten Verhältnissen einer scheinbar bürgerlichen Existenz mit regelmäßiger Arbeit und einem Minimum an sozialen Kontakten. Die Kollegen Taxifahrer akzeptierten mich, mit der Kundschaft kam ich weitestgehend klar, und daß mein eigener Bruder just in dieser Zeit seinen finalen Schuß nicht überlebte, warf mich auch nicht aus der Bahn. Ich hatte seinen Drogenexitus schon immer irgendwie erwartet und deshalb war er wohl keine echte Überraschung für mich.
    Es dauerte jedoch nicht allzu lange, bis das erste wirkliche Problem auftauchte.
    Diese schwierige Hürde ergab sich bereits nach etwa 9 Monaten meiner Tätigkeit als Fahrer auf der Insel, als ich routinemäßig meinen Taxischein verlängern sollte.
    Das zuständige Amt in Husum stolperte angesichts meines vorgelegten Führungszeugnisses plötzlich und unerwartet über meine ausgeprägte Vorstrafenliste, ordnete daraufhin eine medizinisch-psychologische Untersuchung an, und als anläßlich einer Urinuntersuchung herauskam, daß ich neben dem Methadonkonsum auch kiffte, wollte man mich auf eine ziemlich kostenintensive Reise durch den Dschungel von Verordnungen, Vorschriften und zu zahlenden Gebühren schicken. So wie man es von Paragraphenreitern nicht anders kennt.
    Bei rund 4000 umsonst verpulverten Märkern zog ich schließlich die Notbremse, verzichtete konsequent auf Führerschein und Taxilizenz und konnte so auch meinen Job knicken.
    Ich wußte, daß ich gegen bürokratische Betonschädel argumentativ nicht anrennen konnte und tröstete mich mit der Gewißheit, daß ich zwar arbeitslos wurde und dem Sozialsystem damit zur Last fiel, aber nicht aus beabsichtigtem Vorsatz; denn schließlich tat ich wie aus einem Instinkt heraus ja nur das Beste für meine eigene Gesundheit, und dieser Priorität mußte ich als kranker Mensch alle anderen Umstände unterordnen. Lieber kiffen und gesund bleiben – als Auto fahren und langsam unter Schmerz und Depression verhungern, sagte ich mir.

    Mein Boss hatte Verständnis. Er ließ mich nach kurzer Arbeitslosigkeit in der umfangreichen Wohnanlage unseres Taxiunternehmens als Handwerker die ständig anfallenden Reparaturen durchführen, was mir als gelernter Tischler und Schweißer gut gelegen kam, denn ich lernte gern dazu und konnte auf diese Weise öfter mal meine kreativen Fähigkeiten aufblitzen lassen. Ich kam nun in einem veränderten Umfeld zurecht, knüpfte weitere Kontakte und mehrte Wissen.
    Nach fast 18 Monaten in der ruhigen Position eines zweiten Hausmeister fragte mich mein verständiger Chef schließlich eines schönen Tages, ob ich mir zutraue, die Nachtschicht in der Taxizentrale zu übernehmen.
    Ich traute.
    Mein Leben war bis dahin ohnehin ein ständiges Wahrnehmen von Chancen gewesen, und jetzt bot sich offensichtlich die Gelegenheit, schief hängende Bilder von scheinbar gesellschaftlichem Abschaum in ein individuelles Lot zu rücken.
    Bis ich allerdings diesen neuen Nachtschicht – Job in der Zentrale annähernd souverän beherrschte, gingen weitere gute drei Jahre ins Land. Ich mußte mir mühsam grundlegende Computerkenntnisse aneignen; wurde durch die Situation gezwungen, mir selbst das Notwendigste in Sachen Psychologie und Menschenführung beizubringen und wuchs fortlaufend auch an der komplizierten Aufgabe, gut dreißig Taxifahrern meine eigene Auslegung der geltenden Funkordnung verständlich zu machen: Fairness, Toleranz und gegenseitiger Respekt im alltäglichen Kleinkrieg um Prozente und Monatsverdienst.
    Es schien unglaublich: Ein geläuterter Junkie als Vorgesetzter und Dirigent eines wilden Haufens von Einzelkämpfern, gescheiterten Existenzen und wirtschaftlich – politischen Flüchtlingen, die mich argwöhnisch beobachteten und anfangs nur auf grobe Fehler meinerseits zu warten schienen... Typen und Urgesteine des Chauffeurwesens, verschüchterte Aushilfsfahrer oder schweigsame Junggesellen mit Tendenzen zur Spielsucht.
    Von einem auf den anderen Tag war ich es nun, der die Chancen verteilte – in Form von Touren und der Möglichkeit des Geldverdienens.
    Reglementieren, Sanktionieren und innerhalb von Sekunden wichtige Entscheidungen treffen, wurden mein nächtliches Brot. Büroarbeiten, Auskünfte und Versorgung der Kundschaft mit Alkoholika und anderen Dingen des täglichen Bedarfs gehörten fortan zu meinem kurzweiligen Aufgabengebiet wie tausendfaches Abwaschen von Kaffeetassen.
    Einerseits wurde ich zudem durch die vielen Kontakte mit der anfangs relativ anonymen Kundschaft teilweise zum Telefonseelsorger, manchmal sogar zum Blitzableiter für irgendwelche stupiden Aggressionen, aber auch immer wieder aufs Neue wurde ich zur scheinbar letzten Ansprechstation für hilf- und orientierungslose Säufer, die lallend, ausfällig oder enthemmt nach einem Taxi verlangten. Möglichst Liegendtransport...
    Unfreiwillig - und dennoch innerlich überzeugt - wurde ich sogar zum Erfüllungsgehilfen der örtlichen Polizei, wenn ich etwa über Unfälle informierte oder die Fahrerschaft um Mithilfe bei der Suche nach ganz bestimmten Personen gebeten werden sollten. Ausgerechnet ich.
    Meine Arbeit war anfangs stressintensiv bis zur totalen Magensäure – Überproduktion, aber stets, wenn ich mich in meinen persönlichen Empfindungen zu sehr beansprucht sah, half mir der kurze Griff zum Stimulantium Hanf und beschied mir ultimativ den notwendigen Abstand - oder die erforderliche Nähe - um den anspruchsvollen Job weiterhin engagiert und optimistisch zu bewerkstelligen.

    Die vielen Kollegen, die aus der hiesigen Umgebung – aber auch teilweise aus einem guten Dutzend Ländern zwischen Togo, dem Libanon und Moldawien stammen - akzeptierten mich und meine etwas unkonventionelle Arbeitsweise mit zunehmender Dauer, weil ich den Standpunkt vertrete, daß Geld verdienen mitunter sogar Spaß machen kann, sofern man mit einer gelockerten Sichtweise an die gesellschaftlich doch relativ kranken Verhältnisse herangeht, die hier auf Sylt besonders krass und verbreitet sind.
    Hier geht es in erster Linie um Geld; aber auch um elitäres Gehabe und um den permanenten Versuch, brüchige Fassaden nach außen als in Ordnung scheinen zu lassen, während es dahinter ziemlich öde, leer und trostlos zu sein scheint.
    Es geht um Dinge wie Einfluß, Klüngelei und ebenso um soziales Prestige, das man nur noch mit Alarmanlagen, scharfen Hunden und privatem Wachschutz verteidigen kann, wenn man es auf dubiosen Wegen der allgegenwärtigen Abzockerei irgendwie geschafft hat, auf Sylt – ganz oben in Deutschland - dazu zu gehören.
    Mit „Fressen, Ficken und Vermieten“ ist das sehr gut möglich und mit Alkohol – Dealerei geht es noch schneller.

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    Unglaubliche Realsatire - Part 3

    KULTUR IM TAL DER AHNUNGSLOSEN

    Unglaubliche Realsatire der Verurteilung eines Verbrechens nach dem BTM - Gesetz (Teil 3)

    Vielleicht war ich selbst auf dem besten Weg hin in solcherlei Verhältnisse, denn ich agierte mit der Zeit tatsächlich wie ein stabiles Rädchen im monetären System: ich arbeitete regelmäßig, zahlte meine Steuern, konsumierte und funktionierte und merkte irgendwie noch rechtzeitig, daß ich innerlich stagnierte. Die restliche Zeit nach dem Job war leer. Arbeiten und Schlafen konnte doch nicht alles sein...
    Also grub ich verschüttete Talente aus grauer Vorzeit aus und begann, mir einen kleinen Namen als Holzbildhauer auf der Insel zu schaffen.
    Wiederum unter Mithilfe von Personen, die mir vertrauensvoll Chancen gaben.
    Was einstmals lediglich freudlos ausgeführtes Hobby gewesen war, entwickelte sich nun plötzlich unter meinen Händen und mit viel Geduld zu einer Form echter Kunst, die mir eine enorme Welle an Anerkennung und Zuspruch beschied.
    Man lud mich zu Bildhauer - Symposien ein, ich organisierte meine erste Werkschau unter freiem Himmel und sorgte dafür, daß einige meiner Skulpturen an verschiedenen Punkten der Insel aufgestellt wurden.
    Aber ich intensivierte auch erneut meine schriftstellerischen Versuche, schrieb meine Biographie unter dem Titel „Polytoxi – Comanche“ in einem drei-Wochen-Marathon nieder und brachte späterhin mit einem guten Freund zusammen im Selbstverlag einen kleinen Gedichtband heraus, für den ich einigermaßen regionalbezogenes Lob einheimste.
    Zwischendurch stürzte ich mich kopfüber in mein Lieblingshobby, die Musik, und belegte einen Kurs für Afrikanisches Trommeln in der Musikschule. Als mir diese Unterweisungen nicht mehr genügten und mich das Zusammenspiel in einer 10köpfigen Perkussionsgruppe eigentlich auch nur mäßig forderte, nahm ich zusätzlichen Einzelunterricht für Trommeln und schob zwischendurch einige rhythmische Projekte an, in denen in wechselnder Besetzung getrommelt oder Musik gemacht wurde.
    Mittlerweile hatte die regionale Presse meine vielfältigen Bemühungen immer wieder mal mit einem wohlwollenden Artikel zur Kenntnis genommen, und ich nutzte die Möglichkeit zur Offensive, auf mein drogenbedingt – problematisches Vorleben hinzuweisen, ohne dabei auch nur im entferntesten den Abstinenten heraushängen zu lassen.
    Denn als „clean“ konnte man meine Zustand eigentlich nicht bezeichnen, doch wurde er zunehmend angstfreier.
    Zwar hatte ich über die Jahre auf der Insel meinen Methadonverbrauch um mehr als gute 95 % gesenkt und mittlerweile schlief ich auch erheblich weniger, aber mit zunehmender Wachphase wurden mir erneut und brutal die vielen unglaublichen Dinge sehr viel schmerzhafter bewußt, die praktisch in jedem Moment überall auf der Welt passierten.
    Die Informationsflut über mörderische Ereignisse in aller Herren Länder war wie ein enges Stahlkorsett, das mir immer mehr und immer öfter die Luft zum Atmen nahm. Ich konnte nicht begreifen, wie grausam Menschen sich verhalten und wie sehr der gesamte Planet ohne Rücksicht auf nachfolgende Generationen ausgeplündert wird. Es tat regelrecht weh und machte mich wahnsinnig. Ich fühlte mich hilflos. Noch immer.
    Nur die Wirkung von Hanf hielt dagegen.

    Meine züchterischen Ergebnisse und allgemeine Kenntnisse über die Pflanze waren innerhalb von 20 Jahren zu einem guten Fundament für meine eigene Selbstversorgung geworden.
    Ich baute auf nur einem Quadratmeter ausreichend Kraut an, um meinen persönlichen Bedarf für den Verlauf einer etwa insgesamt fünfmonatigen Wachstums- und Blühphase zu decken und rauchte dennoch - quasi „homöopathisch“ - aus einer winzigen Purpfeife geringste Mengen, weil das Zeug von der Qualität her gut genug war, um den benötigten therapeutischen Zweck zu erfüllen.
    Es ging mir schon lange nicht mehr um einen Rausch beim Kiffen, sondern vielmehr um die heilende Wirkung für Körper und Geist.
    Dazu gehörte zwangsläufig ein vernünftiger und bewußter Umgang mit dem Material, das wie alle übrigen Genußmittel natürlich zum Mißbrauch verführt, wenn individuell vorhandene Charaktermängel oder psychische Deformationen bei manchem Konsumenten vorliegen.
    Klar springt der eine oder andere Kiffer grinsend aus dem Fenster eines Hochhauses, aber liegen die Ursachen solcher Sprünge dann am konsumierten Genußmittel? Oder nicht vielmehr an einer labilen Psyche? Springen weltweit nicht weitaus mehr Deppen in den Tod, die vorher nichts geraucht haben? Wenn man Hanf demnach wegen seiner psychoaktiven Wirksamkeit eine Mitschuld am Fehlverhalten einiger Menschen anlasten will, könnte man nach dieser Denkart eigentlich genauso gut alle Fahrzeuge als potentielle Waffen verbieten.
    Solange deshalb nirgends überzeugend dargelegt wird, ein Hanfgebraucher könne an einer Überdosierung von Cannabis verrecken, muß niemand versuchen mich zu belehren oder meine ureigenen, lebenslangen Erfahrungen in Zweifel ziehen. Schon gar nicht, wenn weiterhin staatlicherseits dieses sozial ungeächtete und rechtlich abgesegnete Ausrottungsprogramm mit der toxischen Nervendroge Alkohol betrieben wird, der an erster Stelle die Bezeichnung „Rauschgift“ verdient.

    Zugleich frage ich mich in dieser verlogenen Situation unwillkürlich, warum Hanfbesitz überhaupt derart streng unter Strafe gestellt wird und einer so immensen Ächtung unterliegt, wenn die Zigarettenindustrie beispielsweise Schweinereien wie Zyanid und Ammoniak legal unter ihre Lullen mischen darf oder gar Werbestrategen bestens davon leben, daß mit Reklame für „Alcopops – Getränke“ das Einstiegsalter für potentielle Alkoholiker noch tiefer gedrückt werden kann, um den abgewichsten Dealern der durchschlagenden Suffgifte dadurch weiterhin zusätzliche Milliardengewinne zu sichern?
    Kinder werden ungestraft millionenfach süchtig gemacht, weil ihnen suggeriert wird, daß Saufen schick ist. Niemand regt sich deswegen ernsthaft auf in Staat und Politik.
    Im Grunde weiß ja jeder, daß der alltägliche Kapitalismus mit seinen vielfältigen Auswirkungen - über riesige Berge von Leichen zu wandern - ebenso schizophren ist, wie der Hang des Menschen zum Rausch und zur Enthemmung wider besseres Wissen gegen die eigene körperlich - geistige Unversehrtheit gerichtet zu sein scheint.
    Nicht zu vergessen die immensen wirtschaftlichen Folgekosten dieser legalen Form von schleichender Tötung durch harte Drogen wie Nikotin und Alkohol, wobei diese Produkte zwar offiziell besteuert werden und der Staat scheinbar vordergründig profitiert, zugleich aber die Auswirkungen des globalen Übermaßkonsums ein mehrfaches von dem kosten, was an Steuern zuvor erhoben wurde. Krankheit, Kriminalität und kollabierende Konsumenten als gesellschaftlich akzeptiertes Massenphänomen.

    Beim Hanfprodukt Cannabis verzichtet der Staat komischer Weise auf einen durchaus möglichen Profit, obwohl die gesundheitliche Unbedenklichkeit mittlerweile wissenschaftlich erwiesen ist und die Abgabe von Hanf - zumindest an Kranke - einen Teil der enormen Löcher der maroden Krankenkassen gut würde stopfen können.
    Doch „Hanf ist kulturfremd“, argumentiert die Rechtsprechung, nachdem alle übrigen Feindbilder - eins nach dem anderen - widerlegt worden sind. Alkohol hingegen, sagt man, ist fester Bestandteil unserer Kultur.
    Mich wundert bei solcherart zusammengelogener Diskussion nicht, daß große Teile der Gesellschaft mehr oder weniger verzweifelt und krankhaft an der Flasche hängen, und uns dieses abartige Verhalten als fester Bestandteil unserer eigenen Kultur verkauft wird. Mit drastischen Worten könnte man die Gesinnung von Politik und Rechtsprechung auch so ausdrücken: Sauft euch ruhig zu Tode, aber leistet bis dahin artig eure Abgaben, damit künftig ausreichend offener und versteckter Alkoholismus subventioniert werden kann und die Schwachen einer süchtig durchseuchten Gesellschaft noch schneller ausgemerzt sind. Für ein anonymes Begräbnis auf Kosten des Sozialamtes reichen die steuerlichen Abgaben auf einige Hektoliter Bier und ein paar Buddeln Schnaps allemal, denn nur die Harten komm` in Garten – die Kiffer dürfen etwas länger braten.


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    Da ich das aber logischerweise nicht in jedem Falle überwachen kann, fordert das Gesetz von mir, mich von den Inhalten aller verlinkten Seiten zu distanzieren. Das sei hiermit geschehen. Auch möchte ich nicht zum Drogenkonsum aufrufen.
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  4. #4
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    Unglaubliche Realsatire - Part 4

    KULTUR IM TAL DER AHNUNGSLOSEN

    Unglaubliche Realsatire der Verurteilung eines Verbrechens nach dem BTM - Gesetz (Teil 4)

    Wo aber sind die Verfechter dieses etwas anderen Lebensstils, die offen und medienwirksam im Namen des Drittels aller Europäer - die Hanf bereits probiert haben oder dies gelegentlich oder regelmäßig tun – sprechen? Wo sind die Vordenker und Bekenner? Prominente Fürsprecher mit echten Überzeugungen?
    Abgetaucht oder mundtot gemacht durch Angst vor drohender Strafe. Ähnlich eingeschüchtert wie Bevölkerungsgruppen in Ruanda, Tschetschenien oder Simbabwe oder aber einfältig wie geistig Behinderte, die auch nie glauben, dass die Amis jemals auf der Welt ihre dollargrünen Finger in den globalen Drogenmärkten hatten.
    Ein ganzes Drittel der gesamten Population Europas hat gekifft oder kifft aktuell, sagen durchaus seriöse Statistiken. Sind diese Leute etwa auch alle bloß „Kulturfremde“?



    Ein in der Tat Fremder stand in bereits zuvor erwähnter Januarnacht vor gut 15 Monaten an meiner Haustür und klopfte. Einer mit Kultur – ein Säufer.
    Er hätte ein Taxi bestellt, meinte er. Und das käme nicht...
    Zu Anfang glaubte ich noch, dieser junge Typ sei mit seinem kleinen Problem bei mir genau richtig. Der Knochen sozusagen beim Hund.
    Ich bedeutet ihm also kurz zu warten, weil ich mit unserer Zentrale sprechen würde wegen des georderten Wagens und ging zurück in meine Bude zum Telefon.
    Ich hatte gerade den Hörer in der Hand, als der Besucher die angelehnte Tür aufdrückte, ungefragt in meine Hütte kam und erstaunt um sich blickend meine Hanfpflanzen sah.
    Sofort plapperte er einen Haufen Unsinn los: Schwadronierte was von „roten und blauen Haschbäumen“, von „Bewußtseinsverbreiterung durch Kichergras“, und bereits nach den ersten Sätzen hing der fette Dunst seines Alkoholatems in meiner direkten Umluft. Widerlich!
    Er redete wie ein Wasserfall und freute sich offensichtlich, mich total zutexten zu können.
    Natürlich wollte er nur mit seinen halbgaren Kenntnissen lediglich prahlen und ebenso natürlich wollte er was zu rauchen von mir haben. Wahrscheinlich dachte er, man brauche lediglich Blätter von der Pflanze zu schneiden und könne sie sofort in eine „Tüte“ drehen.
    Ich blockte ab. Erzählte, daß das Zeug wegen meiner Krankheit nur für meinen eigenen Gebrauch sei und der Verkauf sowieso strikt verboten und unter Strafe gestellt.
    Der Typ aber ließ nicht locker und quasselte mich weiter voll: er hätte früher schon jede Menge Drogen genommen, er kenne sich aus und wolle mit seinen Kumpels um die Häuser ziehen und, und, und...
    Ein Schwätzer und ein alkoholischer dazu – wie Millionen Andere: Massenkultur.
    Da ich selbst ziemlich in Eile war an jenem Abend, weil ich zur Arbeit mußte, beging ich den verhängnisvollen Fehler und gab der angesäuselten Nervensäge ein paar bräunliche Abfallblätter, die ich im Frühjahr eigentlich auf den Kompost werfen wollte. Doch bei dem jungen Suffkopp erfüllte jener Dreck auch seinen Zweck. Wenn er das Zeug geraucht haben würde und nichts davon merkte, würde er wohl nie mehr wiederkommen.
    Nicht mehr als vielleicht ein halbes Gramm Blattgut bekam er, das ich noch nicht einmal meinem schlechtesten Freund als Rauchware hätte andrehen wollen. Ich hätte ihm genauso gut klein geraspelte Elefantenscheiße geben können – mit wahrscheinlich derselben Wirkung: Placebo.

    Der Typ war aber dennoch überglücklich, bedankte sich überschwenglich und bot mir bei der Verabschiedung noch an, demnächst mal einen auszugeben...
    Was er dann auch wirklich tat; allerdings auf meine Kosten.

    Was ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wußte, war, daß exakt dieser alkoholische Tiefflieger runde 62 Tage später bei den Kripo anrufen würde, etwas über ein früheres Drogenproblem lallte, gegen das er sich jetzt engagieren wolle und dann meinen Namen nannte.
    Das reichte...

    Gute zwei Monate später saß ich morgens vor meiner Haustür, putzte mir die Zähne und blickte stolz auf meine schönen, teilweise schon in Blüte stehenden Sinsemilla – Pflanzen, denen ich ein kurzes Sonnenbad in frischer Luft gönnte, als ich aus dem Augenwinkel ein fremdes Fahrzeug sah, das mit drei Personen besetzt war.
    Instinktiv wußte ich, wer da kommt.
    Mir sprang fast das Herz aus dem Hals, dennoch mußte ich cool bleiben, denn an der realen Situation war zu diesem Zeitpunkt absolut nichts mehr zu verändern, und so versuchte ich ruhig und gelassen dem zu begegnen, was sich durch den ungebetenen Besuch der beiden jungen Kriminalbeamten und ihrer eigens mitgebrachten Zeugin von der Stadt Westerland ergab: Hausdurchsuchungsbefehl!
    Ein lapidares Schriftstücke mit ordentlicher Angabe von amtseingedeutschten Gründen. Abgestellt auf die entsprechenden Paragraphen und mit namentlicher Nennung der mich belastenden Person. Stempel und Unterschrift des Richters.

    Zumindest einen der beiden Kriminalbeamten kannte ich bereits von einer früheren Begebenheit her, als die Jungs mir schon einmal wegen meines Hanfanbaus ihre Aufwartung gemacht hatten. Ein netter Typ der eine, mit dem man eigentlich reden konnte. Nicht gerade helle, wie sich zeigen sollte, aber gutmütig. Vor der Sorte, die einem im Vorübergehen zuraunt, dass man nicht käme, wenn es keinen Hinweisgeber gäbe...
    Es war anläßlich dieser damalig ersten Durchsuchung lediglich bei der Beschlagnahme der Pflanzen geblieben und dann wurde das Verfahren eingestellt, nachdem ich auf meine gesundheitliche Situation verwiesen hatte. Mehr kam nicht nach.
    Von da an ging ich schließlich von der irrigen Annahme einer Art „wortlosen Paktes“ aus – von einer stillschweigenden Duldung und womöglich der vagen Ahnung seitens der Kripo, daß ich im Grunde absolut harmlos sei. Ein Medizinalkiffer sozusagen.
    Deswegen baute ich nach der erfolgten Konfiszierung und entsprechend wahrheitsgemäßer Ankündigung auch gleich wieder mein Heilkraut an, weil ich gesundheitlich gar keine andere Wahl hatte - keine andere Chance.

    Anläßlich dieser neuerlichen Aktion des Filzens sollte es jedoch diesmal nicht so glimpflich für mich ausgehen; obwohl sich die Kriminaler erneut ziemlich verständig zeigten und es ihnen sichtbar peinliches Unbehagen bereitete, einem wesentlich älteren Mann das notwendige Therapeutikum auf vorgesetzten Geheiß wegzunehmen.
    Ich zeigte mich trotzdem kooperativ, verhielt mich friedlich und zeigte auf die Frage - ob ich denn auch „getrocknetes Marihuana“ besäße - auf ein Holzkistchen im Schrank, aus welchem ich schon den versoffenen Denunzianten bedient hatte.
    Test...!
    Die beiden Herren Kommissare ließen sich unkritisch mit dem wirkstofflosem Blattgut abspeisen, machten sich daraufhin keinerlei Mühe mehr, meine Hütte nach weiterem Rauchgut zu durchstöbern - was meiner weiteren Selbstversorgung nicht abträglich zu sein schien - und begannen dann die vor der Haustür befindlichen Pflanzen zu vermessen, zu fotografieren und schließlich unter Zuhilfenahme einer eigens mitgebrachten Gartenschere abzuzwacken.
    Sie schienen zumindest ausrüstungstechnisch gut vorbereitet, exzellenten Stoff in billige Mülltüten zu verpacken und als kurzfristigen Energierohstoff einer x-beliebigen Verbrennungsanlage zuzuführen.
    Hexenverbrennung im Mittelalter hat nach ähnlichen Regeln funktioniert, ging mir noch durch den Kopf..

    Dieser streng nach Gesetz durchgeführten Amtshandlung fielen gegen Ende Mai 2003 insgesamt fünfzehn Hanfpflanzen der Sorten "Bonsai, Purple und Northern Light“ zum Opfer.
    Mühsam durch langjährige Selektion herunter gezüchtet auf einen geringen THC-Gehalt, der nur knapp über Hanf mit einem Wert von 2 % liegt, bis zu dem so ein Zeug nicht einmal psychoaktiv ist.
    Unter dem Beschlagnahmegut befanden sich zudem vier Jungpflanzen im vegetativen Stadium, die sich auch hätten zu männlichen Pflanzen entwickeln können. Dies hätte zwar als züchterische Konsequenz den finalen Gang zum Komposthaufen bedeutet, aber als Bruttogewichts-Vermehrung in Form eines Asservates war das Zeug in meinem Strafverfahren dann doch noch gut genug, wie ich späterhin feststellen mußte. Auf diese perfide Art kann man eben auch ein gemeines Verbrechen konstruieren, wenn sich überkommene Feindbilder und offensichtliche Manipulationen mit logischen Argumenten, gesundheitlicher Indikation und persönlicher Erfahrung nicht mehr aushebeln lassen.

    Als die komplette Amtsaktion schließlich nach etwa fünfzig Minuten beendet war, meine telefonischen Kontaktversuche zum Staatsanwalt inzwischen allesamt ergebnislos gescheitert, verabschiedete sich das Trio freundlich und hinterließ nur verstreute Erde, Pflanzenstümpfe und Wurzeln vor meiner Haustür, etwa so, als sei ein heftiges Orkantief durch meine arbeitsintensive Anpflanzung gebrettert.
    Noch einige Stunden später sinnierte ich lange über die Bemerkung der von der Stadt entlehnten offiziellen Zeugin des Geschehens, die – nachdem sie nur den Zollstock für die verfälschende Größenmessung hat halten dürfen - mich mit Blick auf meine umfangreiche Trommelsammlung in meiner Wohnung zum Abschied gefragt hatte:“ Spielen sie die alle selber...?“
    Wahrscheinlich konnte sie nur so ihrer - mit einem versteckten Lob in Form einer Frage gestellten - außerordentlich peinlichen Berührtheit angemessen Ausdruck geben. Aber das half mir nicht.


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    Sofern sich jemand aufgrund der Dialoge verletzt fühlt, werde ich sie umgehend nach Mitteilung ändern.
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  5. #5
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    Unglaubliche Realsatire - Part 5

    KULTUR IM TAL DER AHNUNGSLOSEN

    Unglaubliche Realsatire der Verurteilung eines Verbrechens nach dem BTM - Gesetz (Teil 5)


    Da war es wieder, das Phänomen das ich in anderen Versionen schon so gut kannte: alltägliche Gewalt im Kleinen, Befehlsnotstand, mangelnde Zivilcourage und generelles Unwissen.
    Dieser beinahe schon physische Druck, der mir fast alle Luft nahm. Die Ignoranz, die unbedenkliche Machtausübung und diese schreckliche Bevormundung, mich nicht selbst entscheiden lassen zu dürfen, was ich für richtig hielt.
    Wut kroch in mir hoch wie zähflüssige Lava im Kater eines Vulkans – wie ekelhaft stinkendes Erbrochenes in der Mundhöhle.
    Ich nahm schließlich meine übrigen drei Pflanzen – Hanf oder nicht Hanf? - vom Vordach, wo sie zufällig oder auch absichtlich übersehen worden waren und füllte einen der nunmehr leeren Töpfe mit der verstreuten speziellen Erdmischung, um mit einigen Rankpflanzen – Stecklingen und meinen Speziallampen die entstandenen Lücken meiner Hütte zu füllen und sie zum grünen, kaum durchdringbaren Pflanzendschungel zu machen – zum Sinnbild von „nature against nonsens“.

    So kam es.
    Die Verhandlung vor dem Amtsgericht Niebüll war ein Schlag ins Kontor für meine Ambitionen, der generellen Unkenntnis ein erträgliches Ende zu bereiten.
    Der Vorsitzende Richter des Amtsgerichts fegte alle meine Argumente mit der einzigen Bemerkung vom Tisch, gegen die Auswirkungen meiner Hepatitis C gäbe es ausreichend Medikamente von der Pharmaindustrie.
    Das war in diesem speziellen Fall glatt gelogen bzw. unbedarft hinausposaunt, weil das einzige Medikament - das in seiner Jahresdosis über 100 000 Euro kostet - wegen meiner Methadonabhängigkeit und meiner ausgeprägt guten Leber -Transaminasen für mich contraindiziert ist und zudem auch nur eine Heilungsrate von etwa 63 % aufweisen kann. Von den Nebenwirkungen ganz zu schweigen, die in der ellenlangen Gebrauchsinformation als schwerwiegend – bis hin zum Suizid – beschrieben werden.
    Ebenso fulminant in der Auswirkung war die Verächtlichmachung des Vereins „Cannabis als Medizin e.V.“, indem diese anerkannte Institution rundweg als „dubios“ bezeichnet wurde.
    Ein eigens für meine gesundheitlichen Verhältnisse aufwendig geschriebenes Gutachten des – nach meiner Meinung - besten Hanfexperten der Republik, anerkannt als Sachverständiger in sehr viel wichtigeren Prozessen als diesem, wurde nicht einmal verlesen; geschweige denn überhaupt zur Kenntnis genommen.

    Keine Chance für Kiffer! Auch und erst Recht nicht, wenn das eigene Leben daran hängt.
    Dementsprechend drakonisch war der vollkommen überzogene Strafantrag der jungen Staatsanwältin, die sich stotternd um nötige Anerkennung für ihren publikumsunwirksamen Auftritt mühte: 18 Monate Haft ohne Bewährung.
    Eineinhalb Jahre Knast!

    In der Folge merkte ich, daß es der Staatsanwaltschaft sehr ernst damit war, die gesamte Angelegenheit mehr als unnötig aufzublähen. Eventuell sogar das berühmt-berüchtigte Exempel zu statuieren.
    Wahrscheinlich lag es am Straftatbestand der „Abgabe von Test – Betäubungsmitteln an Kulturmitglieder“...

    Bereits bei den beiden jungen Kriminalern hatte ich angegeben, daß ich mich lediglich schriftlich zur Sache äußern würde, weil ich zurecht meine begründeten Zweifel an den Formulierkünsten mancher Beamter in mir trug, und deshalb schrieb ich dem Staatsanwalt unter Hinweis auf meine gesundheitliche Situation einen entsprechenden Brief, gab den Anbau freimütig zu und entband zugleich meine beiden Ärzte von ihrer Schweigepflicht. Zudem verwies ich bezüglich meiner sozialen Entwicklung auf die Zusammenarbeit mit der Drogentherapeutin und informierte über meine Mitgliedschaft im Verein „Cannabis als Medizin“, der auf internationaler Ebene arbeitet und ständig neueste Ergebnisse der Hanfforschung publiziert.
    Was konnte ich sonst noch tun, wenn schon der Staatsanwalt in der Folge – wie sich herausstellte - rein gar nichts zu meiner Entlastung tat?

    Einen Anwalt nehmen, riet man mir von Seiten der Ermittlungsbehörde, denn die labortechnische Analyse meiner Kräuterlinge hatte bei einem verfügbaren Anteil von 4 % Wirkstoffgehalt auf die Gesamtmenge von knapp 300 g Hanfblättern und –blüten gerechnet insgesamt 11,7 Gramm THC ergeben.
    Was ein Verbrechen ist – nach dem Gesetz. Bei 7,5 g reinem Wirkstoff hätte man eventuell das Verfahren eingestellt, aber nun bot sich die günstige Gelegenheit, auf dem Weg der Beförderung zum Oberstaatsanwalt noch ein paar Punkte zu sammeln. Wann hatte man schon mal eine so gute Gelegenheit, einem dermaßen gefährlichen Verbrecher wie mir den Prozeß zu machen?

    Ein ordentlicher Verteidiger würde mich zwar nicht unbedingt von dem Vorwurf eines Verbrechens befreien können, aber er kostete gutes Honorar und profitierte somit wie alle übrigen Involvierten bei solchen Angelegenheiten zumindest von dem widersprüchlichen System der Illegalität, unter dem die gesamte Rechtsproblematik schon dermaßen lange und intensiv zwangsgeknebelt wird.
    Auf Anraten einer Bekannten, die sich ebenfalls lange mit der therapeutischen Verwendung von Hanf beschäftigt, weil sie bereits 18 Jahre HIV-positiv ist und keinerlei sonstigen Medikamente außer Cannabis zu sich nimmt, fiel die Wahl meines Rechtsbeistandes auf einen Anwalt, der rein äußerlich den Eindruck macht, als sei er ein mit der Zeit langsam gesellschaftlich assimilierter, ehemaliger Revoluzzer aus dem Kollektiv des Sozialistischen Deutschen Anwaltsbunds.
    Nicht übermäßig engagiert oder gar bestens sachkundig in Sachen BTM-Problematik, aber immerhin erfahren genug, um die verschiedenen Richter der Amts- oder Landgerichte im Umkreis annähernd auf ihr Urteilsvermögen einschätzen zu können. Ein besonnener Mann mit gut gehender Kanzlei. Ein typischer „Wind-aus-den-Segeln-Nehmer“. Hoffnungen besser tief stapeln!
    Das konnte sich hilfreich auswirken.

    Persönlich war mir sehr daran gelegen, mit Hilfe des gedungenen Advokaten die vielen laienhaften Fehler der ermittelnden Kripobeamten aufzudecken und anzuprangern, die sich mehr als provinziell verhalten – und im Grunde bloß als einsame Wanderer im Tal der Ahnungslosen präsentiert hatten. Das zeigten die Ermittlungsfehler überdeutlich.
    Die Größenmessung der beschlagnahmten Pflanzen war – fotografisch dokumentiert - ganz offensichtlich falsch; auch wenn ein solcher Lapsus nicht besonders gravierend ist – er zeigt dumpfe Systematik: die Zusammensetzung der Bruttomenge war wegen der wirkstofflosen Pflanzen -Bestandteile ebenfalls mehr als fragwürdig. Mehr Blätter und vegetative Bestandteile jedenfalls, als brauchbare Blüten und damit mehr Gewicht an meinem möglichen Genickbruch.
    Zudem trockneten die Jungs im Verlaufe der weiteren Verarbeitung die Pflanzenteile im prallen Sonnenlicht und bloß knappe 6 Tage, was meinerseits die Befürchtung aufkommen ließ, die verbliebene Restfeuchte habe letztendlich wohl ein Gutteil der Gewichtsmenge des einmaligen Wiegevorganges ausgemacht.
    Nach dieser laienhaften Prozedur wurde das gesamte Zeug in einer einfachen Papiertüte an die Staatsanwaltschaft verschickt, was wegen der chemischen Instabilität des Wirkstoffes THC auch grundverkehrt gewesen ist, weil sich Luft und Licht negativ auf besagten Inhaltsstoff auswirken, indem dieser dadurch abgebaut wird, und ergo die Möglichkeit einer neuerlichen Gegenanalyse von vornherein durch die unbedarften Kriminalisten zunichte gemacht wurde.
    Den absolut mangelhaften Durchsuchungseifer der Beiden indes anzuprangern, konnte hingegen nicht in meinem Interesse liegen, weil ich mich nicht unnötig belasten wollte. Mitunter ist richtiges Schweigen besser als falsches Reden, wenn schon hinreichend durch die Kripo bewiesen wird, wie wenig fachkompetente Substanz in einzelnen Köpfen steckt, die mit ihrer liderlichen Arbeit über fremde Schicksale und Lebensläufe entscheiden.

    In der Folge überschwemmte ich meinen Anwalt mit Informationen, Stellungnahmen und ureigenen Sichtweisen zur Hanfthematik, doch im bekam im Grunde nur zu hören, daß meine einschlägigen Vorstrafen für eine erneute Verurteilung völlig ausreichen würden. Überdies würde es keinen guten Eindruck machen, wenn ein Angeklagter über mehr Fachwissen verfüge, denn mehr als eine Hand voll Personen, die sich berufsbedingt mit solchen Dingen befassen.
    Und vor einem Amtsgericht in der tiefsten Provinz eines Flachlandes hätte ich sowieso keine Chance mit ethisch-moralisch-gesundheitlichen Menschenrechts-Allüren.

    Wäre ich nicht so nüchtern gewesen an jedem Tag, hätte ich vielleicht gegrinst, weil ich hätte meinen können, die junge Dame in der schwarzen Robe habe sich eventuell versprochen.
    Doch sie meinte es vollkommen ernst.

    Etwa zur gleichen Zeit machte der Fall „Turbo - Rolf“ in der Medienlandschaft Furore. Dieser Typ hatte das Auto einer Mutter nebst Kleinkind mit überhöhter Geschwindigkeit seines eigenen Geschosses von der Piste gedrängt und ihren brutalen Tod verursacht. Ergebnis: 18 Monate Haft...ohne Waffenschein.
    Irgendwo kam ich ganz plötzlich nicht mehr mit der Tatsache klar, daß ich wegen des Anbaus einiger Pflänzchen gegen meine lädierte Gesundheit für eineinhalb Jahre weggebunkert werden sollte, wo man für dasselbe Strafmaß zwei Menschen und individuellen Einzelschicksalen auf rabiateste Weise das Lebenslicht ausblasen durfte.
    Im Falle des gegen mich erhobenen Vorwurfs wegen Anbaus von Betäubungsmitteln (die Abgabe von „Test-Dope“ an den amtsbekannten Kronzeugen und Denunzianten aus Überzeugung war inzwischen auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt worden) lag nachweislich weder Fremd- noch Eigengefährdung vor, und doch stellte man mein Tun auf dieselbe Stufe mit der des psychotischen Rasers Rolf.


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  6. #6
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    Unglaubliche Realsatire - Part 6

    KULTUR IM TAL DER AHNUNGSLOSEN

    Unglaubliche Realsatire der Verurteilung eines Verbrechens nach dem BTM - Gesetz (Teil 6)

    Als das Urteil des Amtsgerichts gesprochen wurde, war ich voller Wut und Enttäuschung über ein Rechtswesen, das meiner Meinung nach diesen Namen in der Betäubungsmittel - Gesetzgebung nicht mal im Ansatz verdient.
    Man würdigte zwar insgesamt meine inzwischen erfolgte Sozialisation und stellte mir eine günstige Zukunftsprognose, aber das ausgesprochene Strafmaß war den diffizilen Verhältnissen schlichtweg unangemessen: 7 Monate auf drei Jahre zur Bewährung; fette Geldstrafe; 14tägige Therapiegespräche und Pflicht zur Anzeige von Wohnortwechseln. Wahrscheinlich damit man immer wissen würde, wo der Verbrecher wohnt.

    Da stand ich nun mit all meiner persönlichen Erfahrung in Sachen Drogenproblematik. Stundenlange Vorträge hätte ich halten können über Wirkungsweisen verschiedener legaler und insbesondere illegaler Drogen, über soziale Auswirkungen durch Pönalisierung und konkrete Auswege aus dem Dilemma zwischen Sucht und Begleitkriminalität.
    Ich hätte in gewisser Weise als Vorbild dienen können und als lebendes Anschauungsobjekt, als Auskunftei und sachkundiger Betroffener, der sich im Laufe seines Lebens mehr und intensiver mit der Thematik auseinandergesetzt hat, als dies jeder sesselfurzende Theoretiker einer Drogenberatung jemals können wird.

    Ich wollte eine neue Chance, denn ich lebe auch von meiner Hoffnung.
    Also überredete ich meinen Rechtsanwalt sofort Rechtsmittel einzulegen. Glücklicher Weise beharrte ich ihm gegenüber auf die Berufung, denn wie sich bald herausstellte, war auch die starrsinnige Staatsanwaltschaft generell unzufrieden mit dem verkündeten Urteil und kündigte deshalb den Gang zur nächsten Instanz an.

    Der Amtsrichter hatte mir in der Verhandlung einen sogenannten „minder schweren Fall eines Verbrechens“ zugute gehalten, was der Ermittlungsbehörde so offensichtlich nicht in den Kram paßte. Entsprechend mühte man sich dort, in der schriftlichen Berufungsbegründung die Geschehnisse derart zurechtzubiegen, daß eventuell doch noch eine Haftstrafe ausgesprochen werden würde.
    Der Ventilator in meinem Anbauzimmer mußte beispielsweise für einen „hohen Grad an Professionalität“ herhalten, und mein offenes Bekennen zum Kiffen wurde zum geradezu strafverschärfenden Grund einer absoluten Uneinsichtigkeit umdefiniert.
    Ebenso hätte man mir kulturfeindliches Verhalten vorwerfen können.

    Gute drei und ein halber Mond später wurde der Termin vor dem Landgericht Flensburg anberaumt.

    Mein Rechtsbeistand lud in letzter Minute – nachdem ich ihn wiederum mit einem regelrechten Bombardement an Schriftsätzen zur Sache eingedeckt hatte – den Diplom Chemiker des Landeskriminalamts Kiel, der als Zusatz zu seinem Namen die Bezeichnung „Doktor“ führen durfte. Ein älterer Herr mit leichtem Tremor war das, der einen ziemlich nervösen Eindruck auf ich machte. Möglicherweise auch ein starker Freund von „Kultur“...

    Neben allen übrigen Beteiligten war diesmal im Gerichtssaal ein anderer Staatsanwalt vertreten – der insgesamt dritte des Verfahrens – der mir persönlich nicht unsympathisch war, weil er weniger insistierte und drauf los behauptete, sondern vielmehr interessierte Fragen zur Sachlage stellte. Keine Fallen, keine Übertreibungen und kein Gehabe wie anno 44 vor dem Volksgerichtshof, wie ich es ähnlich aus Verhandlungen in meiner Jugendzeit kannte, wo die Abschreckung als psychologisches Mittel der Erziehung irgendwann öffentliche Stockschläge abgelöst haben mussten.
    Dennoch merkte ich auch bei diesem Termin relativ schnell, daß meine Hepatitis C und meine erfolgreiche Wiedereingliederung in die Gesellschaft nur eine untergeordnete Rolle spielen sollten, und das eigentliche Hauptaugenmerk auf den fahrigen Ausführungen des Dr. Dipl-Chem. vom LKA lagen.
    Dieser war ganz unzweifelhaft der unbestrittene Anführer der einsamen Wanderer im oberahnungslosen Tal aller Kulturfreunde.
    Der konnte unwidersprochen einen Haufen verbalen Müll von sich geben, weil sich im Verhandlungssaal außer mir keiner wirklich wagte, es besser zu wissen.

    Aber wer vertraut schon dem Wort eines fachkundigen Angeklagten? Mein Anwalt offensichtlich nicht, denn der wusste genau, dass ich das Geld für einen Prozess vor dem Europäischen Menschengerichtshof nicht würde zusammenkratzen können.
    So phantasierte der Herr „Dr. Landeskriminalamts – Analytiker Dipl.Chem.“ munter von Haschisch und Marihuana, das aus männlichen Pflanzen gewonnen werde; er prangerte den hohen THC-Wert in holländischen Neuzüchtungen an, der die Konsumenten „aggressiv und gefährlich“ macht, „weil das Zeug nicht mehr zu vergleichen ist mit dem Hippie-Gras der 70er Jahre“, und er hielt auch die Zusammensetzung des Asservates mit dem übermäßig hohen Anteil an großen Blättern - die keinerlei relevanten Wirkstoff aufweisen - als zusätzlichen Gewichtmacher de facto und per se für ganz in Ordnung.
    In einigen Nebensätzen beklagte er sich zwar über die mangelnde finanzielle und personelle Ausstattung der Landeskriminalämter, und eine Mühle (um Portionen über 50 g Hanf für die gaschromatographische Analyse zu zermahlen) könne man sich deshalb auch nicht leisten, aber daß die diversen Entnahmemengen zur Untersuchung von Teilen jeweilig zu untersuchenden Beschlagnahmegutes generell nicht dokumentiert wurden, fand er wiederum ganz angemessen und normal. Man könne doch nicht immer alles aufschrieben- zumal es keine entsprechenden Formblätter für solche Vorgänge gibt...
    Im übrigen, so die Krönung all dieses munter verzapften Bullshits, sei keine Wissenschaft unfehlbar und eine hundertprozentige Sicherheit als Ergebnis derzeitiger Analyseverfahren könne es nun mal nicht geben. Dennoch habe man schon von vornherein rund 10% als Schwankungswert vom Gesamtgehalt des THC in Abzug gebracht.
    Nur in das aus drei Sätzen bestehende Gutachten hat diese Tatsache nicht mehr gepasst.

    Als ich merkte, daß ich gegen soviel wissenschaftliche Stagnation aus meiner Position heraus kaum etwas ausrichten konnte und auch die verstohlenen Zeichen meines Anwaltes - nicht zu sehr den Besserwisser raushängen zu lassen - zunahmen, fühlte ich mich kranker als jemals zuvor.
    Umsonst die beiden Statements meiner Ärzte über den Zustand meiner Leber und die ausführliche Stellungnahme, daß von Anbeginn meiner Teilnahme am Methadonprogramm der Beikonsum von Cannabis fester Bestandteil des therapeutischen Settings gewesen sei.
    Umsonst das ausführliche Schreiben meiner Drobse bezüglich meiner überaus günstigen Sozialprognose, die kaum jemals besser für einen Junkie mit einer solchen Vergangenheit hätte sein können.
    Umsonst das viele aus dem Fenster geschmissene Geld und meine intensive Vorbereitung auf das Verfahren.
    Ich resignierte.
    Das Adrenalin pochte in meinen Schläfen, ich war übermüdet und überanstrengt, und wahrscheinlich hätte eine strapstragende Krankenschwester als meine Vertretung auf der Anklagebank tanzend einen besseren Eindruck auf diese professionelle Teilnehmerschaft am Wandertag im tiefen, dunklen Tal der Ahnungslosigkeit hinterlassen, als ich selbst.


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  7. #7
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    Unglaubliche Realsatire - Part 7

    KULTUR IM TAL DER AHNUNGSLOSEN

    Unglaubliche Realsatire der Verurteilung eines Verbrechens nach dem BTM - Gesetz (Teil 7)

    Nach gut dreieinhalb Stunden waren alle nötigen Argumente getauscht und die Plädoyers konnten gehalten werden.
    Zu meiner Überraschung forderte der angenehm objektive Staatsanwalt diesmal nur noch 14 Monate und beantragte auch, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Ein winziger Lichtblick.
    Er beharrte jedoch weiterhin auf einen „nicht minder schweren Fall“.
    Danach hob mein Anwalt mit seiner ausführlichen Würdigung des Gesamtgeschehens an, und naturgemäß fand ich mich in seinen Darstellungen der vorgetragenen Verhältnisse eher wieder, als in denen der Ermittlungsbehörde. Verstanden fühlte ich mich allerdings nicht. Vielleicht gerade noch vorgeführt als überlebender Dinosaurier einer nahezu wesenfremden Art.
    Schlußendlich forderte mein Rechtberater eine Geldstrafe.

    Meine letzten Worte waren eher belanglos. Kampflos.
    Ich wußte instinktiv, daß ich mit meinem Ansinnen der Zeit um fünf bis zehn Jahre voraus war, und daß ich gegen fachunkundige Inkompetenz als einschlägig vorbestrafter Angeklagter genauso gut wie gegen die Geräuschkulisse eines guten Dutzends von Windkrafträdern anreden konnte. Ein Don Quichote – mehr nicht.

    Das Urteil der kleinen Strafkammer des Landgerichts Flensburg lautete im Namen eines überaus kulturfreudigen Volkes schließlich auf 7 Monate auf zwei Jahre zur Bewährung plus 500 Tacken Geldstrafe an eine Suchthilfe – Organisation.
    Das war zwar eine geringfügige Verbesserung im Verhältnis zum erstinstanzlichen Urteil, aber immer noch insgesamt der derzeitigen Problematik einer verantwortlichen Entscheidung zuwiderlaufend, das wirksamste Therapeutikum für eine akute Krankheit selbstbestimmt und straffrei nehmen zu dürfen, wie dies m. E. geltendes Grund- und Menschenrecht ist.
    Völlig unangemessen und bar jeder wirtschaftlichen Vernunft jedoch, den ernsthaft kranken Gebraucher einer Heilpflanze, die im Selbstanbau jährlich etwa 36 Euro kostet, überhaupt mit Androhung von Freiheitsstrafe zu belegen.
    Dabei soll nicht verkannt werden, daß es die notwendige Angelegenheit der Politik ist, ein teilweise überkommenes Recht der modernen wissenschaftlichen Entwicklung anzupassen und nicht etwa Aufgabe der vollkommen überlasteten Gerichte.
    Die haben schon genug damit zu tun, sich auf die schwammigen Aussagen von sogenannten Experten zu konzentrieren, die scheinbar noch mit internen Standards der Nachkriegs-Ära arbeiten, ohne sich zu vergegenwärtigen, daß sie auf diese Art ebenfalls Lebenslinien massiv beeinflussen wie jene lethargischen Kriminalbeamte, die sich jeglicher Fortbildung verweigern.


    Als ich an jenem denkwürdigen Apriltag aus dem düsteren Gerichtsgebäude trat, war das Wetter gut und freundlich.
    Ein paar Freunde beglückwünschten mich zur nie verlorenen Freiheit, und wie zur Honorierung meines einsamen Kampfes gegen das allgemeine Unwissen senkte sich eine kurzfristige Amnesie über mein Bewußtsein – so etwa vom Schlage „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal...“
    Vier, vielleicht fünf Sekunden Ahnungslosigkeit – mehr nicht.

    Nachdem sich die Nebel des Vergessens fast ebenso schnell gelichtet hatten, wie sie gekommen waren, fand ich zwischen meinen Lippen eine ziemlich dünn gedrehte Zigarette wieder – von wem kann ich beim besten Willen nicht sagen - und fast schon automatisch sog ich den etwas eigentümlich schmeckenden Rauch in meine Lungen, wo ich ihn etwas länger als üblich beließ. Scheinbar eine Instinkthandlung.
    Ich atmete die süßlichen Schwaden aus in dem kristallklaren Gedanken, daß der Konsum dieses alten Heilkrautes nicht verboten sei und schickte mich an, meinen Gesundheitszustand - und die Welt damit ebenfalls - zumindest ein klein wenig zu verbessern und mir wiederholt und hoffnungsfroh somit eine neuerliche Chance zuzugestehen.


    A. J. 10. IV. 04


    P. S.
    Die Staatsanwaltschaft hat fristgerecht Revision gegen das Urteil eingelegt…
    P.P.S
    Nach 9seitiger Stellungnahme meinerseits hat die Staatsanwaltschaft ihre Revision zurückgezogen...
    P.P.P.S.
    In der ersten Maiwoche 2004 “Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand” beantragt und meinerseits
    Revision eingelegt.
    Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den verantwortlichen Staatsanwalt.
    P.P.P.P.S
    29. VI. 04 - das OLG Schleswig hält die eingelegte
    Revision für unzulässig.


    -End of Parts-

    Geändert von Denis (22.07.2004 um 04:39 Uhr)
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  8. #8
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    Unglücklich @Denis

    Hi,

    habe gerade deine einzelnen Postings gelesen und bin wie (fast) immer schockiert über soviel Dummheit und Ignoranz!
    Wie bitte? Alkohol gehöre zu unserer Kultur? Cannabis würde gewalttätig machen??? Nicht umsonst hat die portugiesische Regierung den Besitz und Konsum von C. während der EM "erlaubt" bzw. nicht unter Strafe gestellt. Im Gegensatz zu unseren Politikern gibt es in anderen Ländern nämlich auch noch Menschen, die nachdenken und von anderen lernen können. Es gab nur wenige Ausschreitungen, so wie es aus den Erfahrungen von der letzten EM in Holland und Belgien zu erwarten war. Cannabis "pazifiziert", was vor 4 Jahren eindeutig festzustellen war, da es nur in Belgien zu Übergriffen von "besoffenen" Fans kam! Traurig, daß ein Gutachter, von dem man eigentlich eine gewisse Sachkenntnis erwarten kann, scheinbar dumm wie eine Nuss, althergebrachte Verteufelungsparolen im Gerichtssaal breittritt.
    Um noch einmal auf die sogen. Kultur zu sprechen zu kommen: Vor und noch während dem 2ten Weltkrieg wurde deutschlandweit Hanf angebaut, verarbeitet und ja, auch geraucht! (Als ich meiner Oma vor Jahren eine Grasknospe zeigte - mit der Bemerkung: "das ist das von allen so verteufelte Marijuana", sagte sie: "Das ist ja Knaster - das hat dein Opa auch geraucht").
    Besonders in den südlichen Landesteilen (Bayern, Ba. Wü. und Rhld. Pfalz), wo es jetzt, außer in Rhld. Pfalz, besonders verteufelt wird, war der Hanfanbau weit verbreitet.
    Soviel zur "Kulturdroge Alkohol". Um es etwas überspitzt zu formulieren: "Wer mit Alkohol seine Kultur versoffen hat, sollte auch nicht über Kultur sprechen" und schon gar nicht über anere urteilen!!!
    Ich wünsche Dir sehr, sehr viel Glück bei deinem Revisionsverfahren und hoffe natürlich, daß deine Dienstaufsichtsbeschwerde unser aller Erwartungen erfüllt!!!

    Gruß Frank

    :smoke:
    Hinweis: In Deutschland ist der Besitz, Anbau, Verkauf, usw. von Cannabis verboten!!! Jede Maßnahme C. zu erwerben, anzubauen und einzuführen, kann strafrechtlich verfolgt werden und geschieht daher in Eigenverantwortung!!!

  9. #9
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    @Geheimrat

    Hi Frank !

    Cannabis bewirkt beim bei Absetzen -Borderline- ähnliche Wutausbrüche und Emotions-Schübe, sowie Gedankenlosigkeit.
    Sofern die Medizin wieder zugeführt wird, versetzt sich der Körper und der Geist wieder in den medikamentösen "Normal-Zustand".
    Das ist doch wohl allg. bekannt, das eine psychische "Gewöhnung" von Cannabis nicht auszuschliessen ist, man spricht auch von "Absetzphänomenen".

    Die Meinung des Inhaltes der Satire bleibt daher unberührt, hier ist der medizinische Nutzen primärer, als die offene Kritik.
    Ein Geamteindruck kommt erst beim zweiten und dritten mal lesen. *fg*

    Von daher würd ich zwischen den Zeilen lesen und ich meine, der Autor dieser Realsatire möchte gerne das gesamte Puplikum erreichen und überspringt dabei die "Alkoholfeindlichkeit", mit der wir -uns- (-zumind. einige von uns-) ja versteift haben. *eek*

    Eine Droge, bleibt eine Droge. Alkohol gehört mich Sicherheit dazu, oder bin ich der einzige, der "Alkoholiker" kennt ?

    MfG
    Denis
    Geändert von Denis (02.05.2007 um 15:10 Uhr)
    '_' + __~ = *_*

    "nur die Harten komm` in Garten – die Kiffer dürfen etwas länger braten !"
    -
    "Erst wenn wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit alles zu tun"


    Foren-Disclaimer:
    Üblicherweise gehe ich davon aus, dass die von mir verlinkten Seiten keine illegalen Inhalte enthalten sondern seriöse Informationen zu den Themenbereichen Drogen und Drogenpolitik.
    Da ich das aber logischerweise nicht in jedem Falle überwachen kann, fordert das Gesetz von mir, mich von den Inhalten aller verlinkten Seiten zu distanzieren. Das sei hiermit geschehen. Auch möchte ich nicht zum Drogenkonsum aufrufen.
    Sofern sich jemand aufgrund der Dialoge verletzt fühlt, werde ich sie umgehend nach Mitteilung ändern.
    Das ACM-Forum distanziert sich konkret und ausdrücklich von diesem Beitrag.
    Der Autor haftet ausschließlich selbst für seine Äußerungen! Siehe hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/89348

  10. #10
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    Hallo,

    das ist ja mal wieder ne krasse geschichte, sehr gut geschrieben. Ich schwankte zwischen Trauer, Heiterkeit und Wut.

    Ich nutze Cannabis seit ca. 7 Jahren als Genussmittel (manchmal hilft es aber auch gegen den Weltschmerz der mich hin und wieder überkommt). Ich hab mich einige Male wiedererkannt als ich deine story gelesen hab.

    Ich kenne den medizinischen Nutzen denn ein Freund von mir hat Morbus-Cron. Ich baue mittlerweile selber an und versorge Ihn hin und wieder mit Medizin. Ich hoffe seit Jahren auf eine Entspannung der Lage. Die hoffnung stirbt zuletzt. Eigentlich kann es nur eine Frage der Zeit sein bis auch ich, als Schwerstkrimmineller, vor dem Richter steh.

    Wenn du wirklich die Pflanzen auf einen so geringen THC gehalt gezüchtet hast kann ich nur sagen respekt! Und das dieses nicht einmal erwähnt wird in den Verhandlungen und Stellungnahmen ist ein untrüglicher Beweis dafür das wir immer noch ganz am Anfang stehen.

    P.S. die erste Alkoholvergiftung traf drei Stunden nach Start des Oktoberfestes bei den Sannis ein. Er wurde sicher fürsorglich wieder aufgepeppelt damit er spätestens am nächsten Tag weitersaufen kann.
    Geändert von dukebattle (24.09.2004 um 11:15 Uhr)

  11. #11
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    Ausrufezeichen @dukebattle

    Hi,

    Oktoberfest? Wer geht denn schon da hin? Sind doch meistens die Leute, die nach dem "O´zapft is" dem kollektiven Volksbesäufnis fröhnen und gleichzeitig einen, der draußen vor dem Festzelt ´ne Tüte raucht, verhaften lassen wollen.
    Bin gespannt, wohin uns deren Ignoranz noch führt! Jedenfalls hoffe ich, daß sich die "Intelligenz", die uns die Pisa-Studie abspricht, wieder hier ansiedelt und nicht weiter totgesoffen wird!

    Gruß Frank
    Hinweis: In Deutschland ist der Besitz, Anbau, Verkauf, usw. von Cannabis verboten!!! Jede Maßnahme C. zu erwerben, anzubauen und einzuführen, kann strafrechtlich verfolgt werden und geschieht daher in Eigenverantwortung!!!

  12. #12
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    Blinzeln Oktoberfest...

    ...Jedenfalls hoffe ich, daß sich die "Intelligenz", die uns die Pisa-Studie abspricht, wieder hier ansiedelt und nicht weiter totgesoffen wird!
    Jo Frank, und ich hoffe weiter, dass vielleicht wenigstens einmal unsere Kinder, irgendwann in der Zukunt, ganz legal ein alternatives Oktoberfest (Erntedankfest) erleben dürfen, wo es dann heißt:

    "O'zünd is!" :smoke:

    Da hätten die Sannis mit Sicherheit nicht so viel Arbeit.

    Gruß :hi:
    TheBushD0ct0r :joint:
    Legalize it - and I will advertise it (P.Tosh)

    ICQ? MSN? Yahoo?
    Hab Ich - Frag Mich

  13. #13
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    Daumen hoch @Bushdoctor

    Hi,

    joooo, kann ich da nur sagen - Sunshine, Reggae und richtig gutes Gras - da mach ich mit . Bin zwar nicht auf herkömmliche Art und Weise religiös, aber bei dem Erntedankfest bin ich dabei!!!

    Gruß Frank

    :smoke:
    Hinweis: In Deutschland ist der Besitz, Anbau, Verkauf, usw. von Cannabis verboten!!! Jede Maßnahme C. zu erwerben, anzubauen und einzuführen, kann strafrechtlich verfolgt werden und geschieht daher in Eigenverantwortung!!!

  14. #14
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    214

    Ausrufezeichen Nachtrag zum "Tal der Ahnungslosen"

    Ich kann Euch diesen link hier nur nahelegen:

    Klick hier

    Aber die meisten wissen ja schon von der Aktion aXXL!?! (hoffe ich!)

  15. #15
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    10
    @Denis,

    ich habe mich ja schon fast selber wieder erkannt in deinen Ausführungen. Nur war es bei mir Bayern, genauer München.

    Meine damalige Revision wurde aber angenommen, weil nur der Wirkstoff einer aufgefundenen Haschplatte genommen wurde und nicht der des ganzen Restes und da dieser Rest, auf Grund von Vernichtung im Polizei Revier (haben die dort bestimmt einfach nur so verbrannt), musste laut Obersten Gericht der Geringste Wirkstoff Gehalt angenommen werden. So wurde aus meinem schweren Verbrechen, ein leichteres und aus drei!!! zwei Jahre Haft, aber ohne Bewährung weil ich ja ein schlimmer Wiederholungstäter war.

    Als Vorbestrafter Drogenkonsument hat man glaube ich schlechte Karten um an eine Erlaubnis zu kommen. Da habe ich eher die Hoffnung das der Konsum einfach legal wird und alle Kranken sich dann auf diesem Weg ihre Medizin holen können.

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