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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verfahren wegen Verstoß gegen BtmG



MBechterew
04.09.2006, 14:15
Hallo zusammen,

ich bin neu im Forum, deshalb kurz etwas zu mir: seit ca. 6 Jahren bin ich u.a. an Morbus Bechterew erkrankt, und leide unter starken Schmerzen in der Wirbelsäule und den Iliosakralgelenken. Unbehandelt kann ich daher nachts nicht länger als 2 - 3 Stunden am Stück schlafen.
Nach vielen Ärzten und Medikamenten habe nach einem Rat eines Bekannten herausgefunden, dass ich mit Hilfe von Cannabis in Kombination mit meinen "normalen" Medikamenten (insb. ein COX-2 Hemmer) die Beschwerden fast vollständig beseitigen kann, und die Krankheit seither keine weiteren Schäden angerichtet hat. Ein anderer Bekannter, bei dem der Bechterew etwa ein Jahr früher diagnostiziert wurde, kann heute nur noch den Kopf drehen, die restliche Wirbelsäule ist steif.

Leider hat es sich nun Anfang des Jahres zugetragen, dass ein vierköpfiger Polizeitrupp unser Haus aufgrund eines vollkommen abwegigen Vorwurfs durchsucht hat. Die Beamten trafen nur meine Ehefrau mit unserem wenige Monate alten Sohn an, übertölpelten sie und klärten sie nicht über ihre Rechte auf, so dass sie leider keinen Zeugen bzw. Anwalt hinzuzog. Nachdem der ursprüngliche Grund der Hausdurchsuchung eindeutig entkräftet werden konnte (das ursprüngliche Ermittlungsverfahren wurde umgehend eingestellt) fuhren die Herrschften mit der Durchsuchung jedoch fort, und entdeckten als "Zufallsfund" ca. 200g Cannabis aus eigenem Anbau, das offen auf einem Tablett in einer Kammer lagerte, mit einem Wirkstoffgehalt von ca. 5%, also insgesamt knapp 10g THC.

Nun rollt ein Strafverfahren mit dem Vorwurf eines Verbrechens auf mich zu, da ich mehr als 7,5g THC besessen habe.

Meine Krankengeschichte ist glücklicherweise recht gut dokumentiert, ich habe auch schon Kontakt mit Franjo Grotenhermen aufgenommen, und sehe trotz allem bzgl. des eigentlichen Verfahrens nicht mal sooo schwarz, auch wenn ich mit einer ziemlich großen Wahrscheinlichkeit eine Freiheitsstrafe bekommen werde, die meiner Berufsausübung nicht gerade zuträglich ist. Daran kann ich im Moment aber nicht viel ändern.

Ich erwarte aber nun weiteren Ärger von der Führerscheinstelle; mein Anwalt hat mir dazu geraten, lediglich einen gelegentlichen Konsum einzuräumen (wenn die Schmerzen besonders stark waren), da wohl bei Dauerkonsum grundsätzlich die Eignung zum Führen eines KFZ angezweifelt wird.
-> kann ich mich hierbei auf einen medizinischen Zweck berufen, oder spielt das rechtlich keine Rolle (da nicht vom Arzt verschrieben)?

Lasse ich mich dagegen nur auf gelegentlichen Konsum ein, muss ich mir zu Recht die Frage stellen lassen, was ich dann mit 200g Gras anfangen wollte.
-> Wie ist das denn nun mit dieser 7,5g-Grenze (500 Konszumeinheiten zu 15mg): ich habe das so verstanden, als sei das eine Empfehlung des BGH, die Menge könne im Einzelfall aber auch höher angesetzt werden. Stimmt das, und wie sieht die gängige Praxis aus?

Im weiteren habe ich natürlich das Problem, dass ich auf THC angewiesen bin. Eine Behandlung mit Valoron hat mir nicht geholfen, da Valoron nicht entzündungshemmend wirkt.
Seit der Hausdurchsuchung habe ich kein Cannabis mehr konsumiert, und mit den Schmerzen gelebt, solange es ging, und mir dann kurzzeitig Dronabinol verschreiben lassen (die Kasse trägt die Kosten), was auch recht gut angeschlagen hat. Ich habe die Behandlung trotzdem abgebrochen, weil ich damit z.T. noch am nächsten Morgen etwas benebelt war. Dagegen hilft wahrscheinlich die Einnahme mit einem Vaporizer.
Allerdings befürchte ich weitere Probleme, falls ich mich einem Drogenscreening unterziehen muss - und das wird recht wahrscheinlich der Fall sein - das bei einer weiteren Dronabinolbehandlung logischerweise positiv ausfallen würde.
Mein Anwalt meinte, ich müsse eben "einfach" solange die Schmerzen aushalten, und könnte mir danach ja wieder Dronabinol verschreiben lassen. Neben der Sinnbefreitheit eines solchen Vorgehens glaube ich nicht, dass ich das durchhalten kann - spätestens wenn es jetzt witterungsbedingt wieder kühler wird, nehmen auch die Schmerzen zu - und was erst mal kaputt ist, ist dauerhaft kaputt.
-> hat irgendjemand eine Ahnung, wie das rechtlich behalndelt wird? Wird mir dann Drogenkonsum unterstellt, obwohl ich das Dronabinolrezept vorlegen kann?
-> sollte ich eine MPU über mich ergehen lassen müssen, hat diese meines Wissens ja den Sinn, zukünftigen Missbrauch auszuschließen. Wie soll ich hier den notwendigen Nachweis erbringen, wenn ich Dronabinol einnehme?

Puh... das war jetzt etwas länglich, danke schon mal an alle, die sich die Mühe gemacht haben, bis hier hin zu lesen. Ich bin für jeden Rat dankbar!

Carsten
04.09.2006, 16:46
Hallo,

die Grenze zum "Verbrechen" liegt bei 7,5g THC( lt. Gesetz eine Mindestsstrafe von einem Jahr). Allerdings kann das Strafmass abgemildert werden, wenn besondere Umstände vorliegen.
Bez. der Führerscheins kann ich Dir nix sagen, mir konnten die keinen abnehmen, weil ich nie einen gemacht habe.
lg
Carsten

MBechterew
04.09.2006, 20:59
Erst mal danke für Eure raschen Antworten!


Original geschrieben von Carsten
die Grenze zum "Verbrechen" liegt bei 7,5g THC( lt. Gesetz eine Mindestsstrafe von einem Jahr). Allerdings kann das Strafmass abgemildert werden, wenn besondere Umstände vorliegen.
Schon klar - aber stellen die 7,5g eine unverrückbare Grenze dar, oder ist das nur eine Empfehlung, von der auch abgewishcen werden kann?
Ich überschreite die 7,5g um etwa 30%. Das war weder beim Anbau (5 weibl. Pflanzen) nicht vorhersehbar, und auch im Nachhinein durch mich mangels Gaschromatograph nicht feststellbar.
Zum anderen basieren die 7,5g ja auf einer Hochrechnung von 500 Dosen zu 15mg - was aber, wenn ich tatsächlich geringere Menge konsumiere, aber für med. Bäder deutlich mehr benötige?



Original geschrieben von Günther
Der VGH-MA hat zum Beispiel in meiner Sache bestätigt dass der FS weg bleibt weil ich Dronabinol nehme.
Wieviel Dronabinol nimmst Du denn ein? Bzw., mit welcher Begründung wurde Dir der Führerschein trotzdem entzogen?


Original geschrieben von Günther
zu Vorwurf „ Cannabisfund „ würde ich anklingen lassen ab und an eher selten wenn ich z.B.Dronabinol nicht zur vfg. habe, da Wirkstoffgleichheit zur Schmerzbekämpfung !!
Dazu rät mein Anwalt - aber wie begründe ich dann die Menge von 200g? Gut - für Bäder benötigt man deutlich mehr als für den Konsum, und dafür kann ich auch kein Dronabinol einsetzen (ausser ich kippe eine ganze Flasche davon rein), aber ob das plausibel klingt?


Original geschrieben von Günther
Auch solltest Du immer besonderst herausstellen dass Du keinesfalls ein KFZ führst nachdem Du Drona gen. hast !!!!
Das habe und werde ich ohnehin niemals tun, weder mit Cannabis, Alkohol oder anderen Rauschmitteln.


Original geschrieben von Günther
Ich wünsche Dir dass Du den Lappen behältst , falls das Amt Dir doch Ärger macht , richte Dich auf Streitigkeiten ein welchen Du – ohne – Anwalt nicht begegnen solltest !Danke :-)


Original geschrieben von Günther
Zu Deiner Strafsache.:
Wenn Polizist „ Gefahr in Verzug „ äußert oder gar einen „ Durchsuchungsbeschluss „ hat
ist der Fall gegessen , er hat bessere Karten und –sticht !
Ich weiss. Und ich hätte - wohl wie 90% aller Normalbürger - vor der Hausdruchsuchung wahrscheinlich jeden, der mir die erlebte Geschichte erzählt hätte, für verrückt erklärt, in der Annahme, Polizisten seien doch anständige Leute. "Meine" Polizisten waren das leider nicht - die haben so lange gesucht, bis sie was gefunden haben. Einfach ohne Rücksicht und Gewissen eine Frau mit einem Säugling überfallen, und den größtmöglichen Schaden anrichten...

Um mein aktuelles Bild dieses Staatsapparats mit Wolf Biermanns Worten zu auszudrücken: Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.

Carsten
04.09.2006, 21:52
Hallo,

hiermit möchte ich Dich darauf hinweisen, das Michael Grosse, der an Morbus Crohn leidet, vor Gericht angegeben hatte, Sitzbäder mit Cannabisblüten zu nutzen.
Da Cannabis kaum wasserlöslich ist, wurde den Cannabisbädern eine Notwendigkeit und ein möglicher medizinischer Nutzen abgesprochen.
Bäder sollten mit Ölen oder Fetten versehen werden, um eine "Freisetzung" der Cannabinoide zu ermöglichen und somit etwaigen Nachfragen der Staatsmacht eine mögliche med. Indikation entgegenstellen zu können (sonst kommen die noch auf die Idee, du hättest Dir das mit den Bädern ausgedacht, um die Gesamtmenge zu rechtfertigen, und dem ist ja nun wirklich nicht so)
Bezüglich der 7,5 g Regelung, da gibt es meines Wissens kein "Ermessungsspielraum" , da beissen die sich fest auf 7,5g.
lg
Carsten

Gabi
04.09.2006, 22:18
hallo M.Bechterew

guck dir unter dieser Seite (http://inside.to/cannabis/) unter "Rechtslage" die Urteile an (Freispruch trotz Nicht-geringer-Menge) und den Artikel zu Dronabinol und Führerschein.
Daran würde ich an deiner Stelle anknüpfen.
der Tip deines Anwalts ist ja- wie du auch selbst meinst- für den Arsch. Irgenwie raffen die wohl immer noch nicht, dass Cannabis als Medizin für manche eine Notwendigkeit ist.

lg Gabi

MBechterew
05.09.2006, 19:08
Original geschrieben von Carsten
Da Cannabis kaum wasserlöslich ist, wurde den Cannabisbädern eine Notwendigkeit und ein möglicher medizinischer Nutzen abgesprochen.
Danke für den Tipp, trotzdem ertstaunt mich die Auffassung. Es soll doch auch Leute geben, die mit Cannabistee gute Erfolge haben...


Original geschrieben von Gabi
guck dir unter dieser Seite unter "Rechtslage" die Urteile an (Freispruch trotz Nicht-geringer-Menge) und den Artikel zu Dronabinol und Führerschein.
Danke, mach ich! :-)


Original geschrieben von Günther
Nun möchte ich nicht den – Teufel – an die Wand malen , aber Dein Bundesland
Zählt nicht gerade zu „ smilie „ Land /vorsorglich auch an Deine Adresse .: stell einen Antrag b. BfArM
Da könntest Du leider recht haben, hier gehen die Uhren - gelinde gesagt - anders. Aber was würde mir ein Antrag beim BfArM bringen? Momentan sind die Auflagen doch ohnehin keinesfalls durch eine Privatperson erfüllbar, und rückwirkend auf das laufende Strafverfahren kann sich so ein Antrag, selbst wenn er angenommen würde, ohnehin nicht auswirken, oder sehe ich das falsch?

MBechterew
28.09.2006, 18:40
Hallo,


update zu meinem Fall, nachdem ich nun die Klageschrift zugestellt bekommen habe.

Inzwischen werde nicht nur ich angeklagt, sondern zusätzlich meine Frau (dass unser Kind nicht auch noch der Hexerei angeklagt ist, grenzt an ein Wunder). Zudem wird mir nicht nur Besitz, sondern auch Handel mit mindestens der Hälfte der aufgefundenen Menge, sprich 100g, zur Last gelegt, da meine Einlassung einen nur gelegentlichen Konsum einräumt. Zudem wurden auf meinem Rechner, der ebenfalls beschlagnahmt wurde, ältere Fotos, auf denen Pflanzen in verschiedenen Wachstumsphasen abgebildet sind.

Wenn ich richtig informiert bin, könnte ich mit 100g minderwertigem Gras die großartige Summe von ca. 500 Euro auf dem Schwarzmarkt erwirtschaften. Bezogen zu Haushaltseinkommen meiner Frau und mir (mit ehrlicher, harter Arbeit) steht das auch nicht annähernernd in plausibler Aufwand/Gewinn-Relation.
Ich meine - wer riskiert denn Kopf und Kragen für einen Betrag von 500 Euro, wenn er darauf nicht wirklich dringendst angewiesen ist??!

Im übrigen wird eine medizinische Verwendung indirekt angezweifelt, auf jeden Fall aber als unerheblich abgetan, da ich keine Erlaubnis besitze.

Nun würde mich interessieren, wie das bei anderen gelaufen ist:
- wurde da auch versucht, Eure (Ehe-)partner mit hinein zu ziehen?
- wurde ebenfalls versucht, Euch Handel zu unterstellen?
- Und vor allem, was ist schlussendlich dabei herausgekommen?

Ich habe mal gelernt, dass es einen Spruch gibt, der da lautet "in dubio pro reo" - nach allem, was vorgefallen ist, weiss ich allerdings nicht, ob ich mich darauf verlassen soll. Es macht den Anschein, als versuchte die StA, uns einfach den größtmöglichen Schaden zufügen (obwohl ich eigentlich dachte, bei der StA handle es sich um die Anwaltschaft des Staates und nicht um die Rächer der Nation).

Meinem Anwalt - zu dem ich langsam das Vertrauen verliere - hatte ich meine Bedenken bzgl. dieser Einlassung und dem Plausibilitätsmangel bereits schriftlich mitgeteilt, wie sich zeigt, zurecht, aber wiedermal keinerlei Antwort erhalten (nach etwa zwei Wochen). Ist das eigentlich allgemein üblich, dass Anwälte sich so verhalten? Ich gewinne den Eindruck, ich bekomme für mein Geld nur eine sehr dürftige Gegenleistung; was bisher an Schriftstücken erstellt wurde, hätte ich als juristischer Laie auch noch selbst hinbekommen...


Gruß
MBechterew

rimmler
29.09.2006, 00:22
Hallo,


haben die bei dir eine Feinwaage,Plastiktütchen gefunden ?

Gibt es Zeugen ?

Schon ein Ärztliches Gutachten gemacht ?

Grüsse

MBechterew
29.09.2006, 08:44
Original geschrieben von rimmler
haben die bei dir eine Feinwaage,Plastiktütchen gefunden ?
Nein.

Gibt es Zeugen ?
Zeugen für Handel? Selbstverständlich nicht - schließlich habe ich niemals etwas verkauft, auch nicht verschenkt.

Schon ein Ärztliches Gutachten gemacht ?
Ja, liegt meinem Anwalt vor, der aber darauf nicht reagiert hat.

Carsten
29.09.2006, 12:22
Hallo,

die Fotos auf deinem Rechner waren doch von Faserhanfpflanzen...
Bei meinem Prozess hat man zu keinem Zeitpunkt versucht, meine Frau mit hineinzuziehen, habe denen von vornherein gesagt, das meine Frau damit nix zu tun hat, und das hat wohl genügt. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft haben mir Weitergabe unterstellt, allerdings waren für den Richter 17,7g THC eine so unglauglich grosse Menge, das dieser von Handel ausgegangen ist, in der Berufung wurde dieser Vorwurf verworfen, da haltlos.
lg
Carsten

MBechterew
29.09.2006, 12:32
Original geschrieben von Carsten
die Fotos auf deinem Rechner waren doch von Faserhanfpflanzen....
Stimmt, hatte ich in der Aufregung ganz vergessen :D
Ausserdem steht auf keiner der abgebildeten Pflanzen, dass das meine waren.

Dass meine Frau nichts damit zu tun hat, habe ich über meinen Anwalt mitgeteilt, was den StA aber nicht weiter interessiert hat.


allerdings waren für den Richter 17,7g THC eine so unglauglich grosse Menge, das dieser von Handel ausgegangen ist
Da fragt man sich, wer die ungesünderen Drogen konsumiert hat - der Beklagte oder der Richter.
Was kam denn dann insgesamt nach der Berufung bei Dir heraus?

Gruß
MBechterew

rimmler
29.09.2006, 17:13
Keine Feinwaage und keine Zeugen das ist schonmal gut.

Bei mir sind es insgesamt 40g und dazu kommen noch 50g von meinen Kumpels dazu,
allerdings wird in meinem Fall mir Handel vorgeworfen.

(Forum/Gewerblicher Handel)

Allerdings geht es bei mir um minimale Abgaben von Cannabis ohne Gewinn,
aso unter Kumpels
Allerdings muß ich trotzdem mit einer Strafe rechnen.

Ich muß rechnen mit Geldstrafe oder 6 Monate Freiheitstrafe was aber meistens zur Bewährung ausgelegt wird.
Gefängnis können eher Täter erwarten die Wiederholungstäter sind.
Also die öfters mit solchen Mengen erwischt worden sind.

Im Internet gibt es einige Gerichtsurteilslisten wo deutlich vermerkt ist das zwischen 50-400g noch keiner in den Bau muste.
Höchstrafe waren sogar für Wiederholungstäter meist nur hohe Geldstrafen von 1000-3000e oder oft auch Bewährung.

(Gerichtsurteile von Bayern,BW,NRW,Dresden 1999-2006)

Von mir wurde vor 3 Jahren ein Kumpel erwischt mit auch genau 100g Grass.
Das Urteil war 1000e Geldstrafe !!

Bekannter mit Einfuhr von 500g Kanten = 1 Jahr auf Bewährung

Mache deinen Anwalt aufmerksam wegen deiner Krankheit,
sowas ist wichtig.
Ich weis aus eigener Erfahrung das der Anwalt erstmal nach seinen eigenen Methoden geht.
Allerdings übersehen viele das man ja eigentlich Krank ist, allerdings versucht auch ein Anwalt erstmal eine andere Methode bevor er seine Strategie ändert für den Gerichtstermin.

Ich habe mit meinem Anwalt 3 Strategien erstellt.

1.) Therapieplatz anmelden falls alles schief läuft.

2.) Gutachten und Opferrolle spielen, aus der Not gehandelt.

3.) Überraschungstaktik im Prozess


Das mit dem Therapieplatz ist nur eine Notbremse das man nicht in den Knast muß, allerdings sollte man Clean bleiben auf Therapie sonst = Knast.

Gutachten bringen immer etwas, auch dann nur wenn man damit dem Richter ins Gewissen redet.
Der Staatsanwalt will sowas natürlich immer gerne abblocken, aber zum Schluss entscheidet immer noch der Richter.

Es ist aber auch sehr wichtig das man sich Positiv zeigt vor Gericht.
Daher nicht ständig auf sein Hanfrecht plädieren eher akzeptieren das man sich befreien möchte von Cannabis.


Hoffe ich konnte Dir etwas helfen ..


;)

MBechterew
29.09.2006, 19:23
Danke für Deine Antwort, rimmler.
Ein Stück weit werde ich sicher auch so argumentieren, wie es für eine möglichst geringe Strafe opportun ist. Schließlich versuchen auch der Staatsanwalt und Polizei, mich mit Unterstellungen und sogar Lügen möglichst tief in den Dreck zu ziehen.

Was für mich aber nicht in Frage kommt, ist eine Position zu beziehen, in der ich mich als hilfesuchender Süchtiger darstelle.
Eine Therapie mache ich gerne - aber ausschließlich bzgl. meiner Krankheit, Morbus Bechterew; leider gibts dafür keine Heilung.
Ausserdem ist es ist scheinbar Taktik, dass man Cannabiskonsumenten gerne zur Therapie schickt. Dadurch die dadurch künstlich geschaffenen "Cannabissüchtigen" lässt sich in der Folge statistisch belegen, wie gefährlich Cannabis doch sei. Zu einer solchen Manipulation beizutragen, kommt für mich nicht in Frage.

Ich bin weder psychisch labil, noch in irgend einer Weise Drogensüchtig. Die schlimmste Droge, mit der ich ernsthaft zu kämpfen hatte, war Nikotin, und das habe ich seit einigen Jahren vollkommen eingestellt. Mein Konsum erfolgte entsprechend nikotinfrei.

Ich bin auch kein armer reuiger Sünder, und so werde ich mich auch niemals darstellen. Ich habe lediglich ein probates Mittel gegen meine Beschwerden gefunden, das mich nicht anderweitig schädigt - ich würde mein Leben gerne noch ein paar Jahrzehnte ohne Dialyse genießen.

Die Strafen zwischen 1000 und 3000 EUR beruhigen mich zwar etwas (wobei das ja Einkommensabhängig ist), auch gehe ich auf keine Fall von einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung aus.
Allerdings ist auch eine Bewährungsstrafe ein erhebliches Problem für die berufliche Zukunft.

Gabi
29.09.2006, 22:20
Original geschrieben von rimmler
..........................................

Es ist aber auch sehr wichtig das man sich Positiv zeigt vor Gericht.
Daher nicht ständig auf sein Hanfrecht plädieren eher akzeptieren das man sich befreien möchte von Cannabis.


Hoffe ich konnte Dir etwas helfen ..


;)

ich habs , glaub ich weiter oben schon mal geschrieben. Für Patienten ist absoluter Quatsch, so zu tun, als würde man auf Hanf verzichten wollen. Aus dem ganz einfachen Grund: man brauchts.
Das ist die Ausgangslage, die man seinem Anwalt ganz unmißverständlich klarmachen muß und dass das keine Masche ist, auf der man reitet. Es gibt inzwischen einige Urteile, auf die man sich berufen kann. Damit und mit dem konkreten Kranbkheitsbild sollen die sich gefälligst auseinandersetzen.

In Michaels Prozeß wurde ich auch in Ruhe gelassen. Ich mußte offensiv im Prozeß mich melden, um als Zeugin aufgerufen zu werden.

viele Grüße
gabi

MBechterew
29.09.2006, 23:25
Original geschrieben von Gabi
Für Patienten ist absoluter Quatsch, so zu tun, als würde man auf Hanf verzichten wollen.
Naja, ich vermute, mein Anwalt, der ähnmliches vorschlägt, denkt dabei an den Führerschein (zumindest hoffe ich, dass er sich irgendwas dabei denkt...). Einem Gelegenheitskonsumenten kann man den nach aktueller Rechtsprechung nicht mehr einfach so wegnehmen, einem Dauerkonsumenten dagegen schon.
Sicher gibt es relativ kostengünstige Wege, einen neuen Führerschein im Ausland zu machen, aber ein halbes Jahr zur Arbeit laufen macht wenig Spaß.

rimmler
30.09.2006, 00:39
Original geschrieben von Günther
Hallo rimmler,

wenn Du zu Deiner Krankheit stehst sofern dies Grundlage Deines Konsum ist,

wieso .: Therapie machen wg. Cannabis ?

(Gilt nur als Notlösung)

weil es gut aussieht ? verleugnest Du Deine Überzeugung und rechtfertigendes handeln ! ?

(Mit 2 Gutachten werde ich natürlich auf meine Krankheit
hinweisen stark)

Übrigens.:
Jeder Richter ist – unabhängig – in seiner Entscheidung , ganz besonderst jene im „ ersten „ Waffengang !

(Daher hoffen das er einen guten Tag hat)

Du liegst zwar in der Annahme der Strafe „ Bewährung „ richtig , doch es kann ganz locker dem Richter auch – Knast – einfallen , der ist ziemlich frei in seiner Würdigung !

Dein letzter Satz stimmt mich nachdenklich.:

„Daher nicht ständig auf sein Hanfrecht plädieren eher akzeptieren das man sich befreien möchte von Cannabis „

(Ich werde meinem Anwalt nochmals mitteilen das er den
Staatsanwalt und Richter wegen meiner Krankheit damit
das Ohr betäuben soll)

Dann höre doch auf zu kiffen und alles ist Paletti !

rimmler
30.09.2006, 01:11
Original geschrieben von Gabi
ich habs , glaub ich weiter oben schon mal geschrieben. Für Patienten ist absoluter Quatsch, so zu tun, als würde man auf Hanf verzichten wollen. Aus dem ganz einfachen Grund: man brauchts.
Das ist die Ausgangslage, die man seinem Anwalt ganz unmißverständlich klarmachen muß und dass das keine Masche ist, auf der man reitet. Es gibt inzwischen einige Urteile, auf die man sich berufen kann. Damit und mit dem konkreten Kranbkheitsbild sollen die sich gefälligst auseinandersetzen.

In Michaels Prozeß wurde ich auch in Ruhe gelassen. Ich mußte offensiv im Prozeß mich melden, um als Zeugin aufgerufen zu werden.

viele Grüße
gabi


Sehe ich genauso, allerdings muß man das jedem Anwalt genau erklären bis es bei dennen schnackelt ;)

Therapie finde ich auch lächerlich und wird von Anwälten auch nur als Notlösung empfohlen.
Natürlich werde ich auf "STGB 34 Notstand" herumreiten wie Klaus Kinski in seinem besten Film.

10.10.2006, 11:29
Schleswig-Holstein:
http://www.hanfverband.de/aktuell/content_aktuell.php?subaction=showfull&id=1159364488&archive=&start_from=&ucat=5&

Vorschlag Bayern

Strafverfahren

1. Gutachter, Uniklinik suchen, Experte für Morbus Bechterew
2. Gutachter Kleiber, Cannabis ist nach derzeitigem Wissensstand weniger gefährlich als zum Zeitpunkt der Entscheidung des BVerfG 1994.
3. Beschwerde gegen Beschlagnahme beim AG
4. sofortige Beschwerde beim LG
5. AG - Ein Verhandlungstag, auf Freispruch plädieren (gerechtfertigert Notstand), dafür AG Mannheim, OLG Karlsruhe, Kammergericht Berlin, dagegen OLG Oldenburg und BVerfG
6. Im Falle der Verurteilung (6 Monate auf Bewährung wahrscheinlich + Bewährungsauflage Ratenzahlung an gemeinnützige Organisation), Sprungrevision zum OLG
7. Divergenzvorlage zum BGH anregen, ist notwendig, wenn OLGs unterschiedlich entscheiden.
8. Weiteres rechtliches Argument, Cannabisbesitz ist kein Betäubungsmittelverkehr, der Bund hat für diese Frage keine Regelungskompetenz. Leitentscheidung des BVerfG diesbezüglich (Frischzellenentscheidung). Die Regulierung von Besitz und Anbau ist Ländersache.
9. Länderkompetenzfrage dem bayerischen Petitionsausschuß und dem Bundespetitionsausschuß vorlegen.

Zeitplan: ca. 2 Jahre

Verwaltungsverfahren

1. BfArM - Antrag, bei Ablehnung: Widerspruch, bei Untätigkeit: Untätigkeitsklage
2. einstweiliger Rechtsschutz VG Köln
3. einstweiliger Rechtsschutz OVG Münster
4. einstweiliger Rechtsschutz BVerfG

Zeitplan: ca. 1 Jahr

Sozialverfahren

1. Dronabinolrezept bei Krankenkasse einreichen
2. Ablehnung kassieren
3. Klage beim Sozialgericht erheben
4. Berufung beim Landessozialgericht+
5. Revision resp. Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundessozialgericht
6. ggf. Verfassungsbeschwerde

Zeitplan: 6 Jahre

MPU kann ich auch! Ist ja nicht sicher, dass das kommt!

Anwaltskosten: Gesamtkonzept € 6000.-, Ratenzahlung (kostet Dich die zu erwartende Geldstrafe resp. Bewährungsauflage -je nach Einkommen- auch). Wenn Dein Anwalt weiter pfuscht, sind das 6 Monate auf Bewährung und Bewährungsauflage Geld zahlen und ein sehr unangenehmes Gerichtsverfahren, wenn Du nochmal 7.5 Gramm THC aufwärts erwischt wirst.

Gab es eigentlich eine richterliche Durchsuchungsanordnung? Ansonsten gibt es noch ein Verwertungsbotproblemchen hinsichtlich des Zufallfundes Cannabis

Finanzierung: Anfrage bei der ACM, Spendenaufruf bei den Growern www.hanfburg.de

Liebe Grüße
Robert Wenzel

MBechterew
10.10.2006, 15:37
Vielen Dank für die Antwort, Robert.

Zum Strafverfahren:
> 1. Gutachter, Uniklinik suchen, Experte für Morbus Bechterew
Krankengeschichte und Kuraufenthalt ist vom Rheumatologen dokumentiert. Ein erneuter Kurantrag ist in Vorbereitung, ein ausführliches med. Gutachten habe ich von H. Grothenhermen.

> 3. Beschwerde gegen Beschlagnahme beim AG
> 4. sofortige Beschwerde beim LG
Mit welcher Begründung jeweils? Und was bewirkt das?

> 5. AG - Ein Verhandlungstag, auf Freispruch plädieren (gerechtfertigert Notstand), dafür AG Mannheim, OLG Karlsruhe, Kammergericht Berlin, dagegen OLG Oldenburg und BVerfG
Aufgrund des (zwar unhaltbaren, aber eben erhobenen) Handlesvorwurf landet das vor dem Schöffengericht (gehört aber dann noch in die Kategorie Amtsgericht, oder?).
Mein Anwalt ist der Meinung, dass der gerechtfertigte Notstand hier nicht anwendbar sei, und in Bayern bestimmt nicht zielführend sei, und dass in meinem Fall eine Verurteilung in einem "minderschweren Fall" bereits ein guter Erfolg sei...

> 7. Divergenzvorlage zum BGH anregen, ist notwendig, wenn OLGs unterschiedlich entscheiden.
au wei - was ist denn das?

> 8. Weiteres rechtliches Argument, Cannabisbesitz ist kein Betäubungsmittelverkehr, der Bund hat für diese Frage keine Regelungskompetenz. Leitentscheidung des BVerfG diesbezüglich (Frischzellenentscheidung). Die Regulierung von Besitz und Anbau ist Ländersache.
>9. Länderkompetenzfrage dem bayerischen Petitionsausschuß und dem Bundespetitionsausschuß vorlegen.
Aber verschlimmert das nicht mein Problem (Bayern!)?


Zum Verwaltungsverfahren, BfArM - Antrag:
Wenn ich das richtig verstehe, dient so ein Antrag im Nachhinen nur dazu, ein positives Nachtatverhalten zu demonstrieren. Riskiere ich damit nicht, dass mir als erneute Anbauabsicht ausgelegt wird, der ich ggf. auch bei einer Ablehnung nachkommen werde?


Ein Sozialverfahren ist hinfällig, meine private Krankenkasse übernimmt die Kosten derzeit ohne zu murren. Allerdings ist Dronabinol nur eine Notlösung für mich. Meine Beschwerden werden damit gelindert, ich kann einigermaßen durchschlafen, aber mit Cannabis war ich praktisch beschwerdefrei, und konnte ein ganz normales Leben führen.
Von Dronabinol habe ich erst nach der HD Kenntnis bekommen, keiner meiner Ärzte hatte mir das Medikament empfohlen.
Meinen Rheumatologen habe ich inzwischen auf Cannabis/Dronabinol angesprochen. Der gab zu, über keinerlei Erfahrungen damit zu verfügen, riet mir aber dazu, andere Präparate auszuprobieren, ggf. auf Immunsuppressiva (!!!) auszuweichen, und das Dronabinol noch eine Weile parallel einzunehmen - wegen der ENTZUGSERSCHEINUNGEN (!!!).

> MPU kann ich auch! Ist ja nicht sicher, dass das kommt!
Naja, im Falle einer Verurteilung aber sehr wahrscheinlich, oder? Und dann frage ich mich, was dabei gemacht werden soll - da ich Dronabinol einnehme, wird jeder THC-Test positiv ausfallen...

> Anwaltskosten: Gesamtkonzept € 6000.-, Ratenzahlung (kostet Dich die zu erwartende Geldstrafe resp. Bewährungsauflage -je nach Einkommen- auch).
Wenn ich wüsste, dass ich damit durchkomme, wäre mir das das Geld wert. Bitter wäre es, diesen Betrag zu investieren, um nochmal das selbe obendrauf an Strafe zu bekommen...

> Wenn Dein Anwalt weiter pfuscht, sind das 6 Monate auf Bewährung und Bewährungsauflage Geld zahlen und ein sehr unangenehmes Gerichtsverfahren, wenn Du nochmal 7.5 Gramm THC aufwärts erwischt wirst.
Hmmm.. und wenn es weniger als 7,5 Gramm sind?


> Gab es eigentlich eine richterliche Durchsuchungsanordnung? Ansonsten gibt es noch ein Verwertungsbotproblemchen hinsichtlich des Zufallfundes Cannabis
Ja, gab es, aber wegen etwas ganz anderem. Der ursprüngliche Tatvorwurf konnte sofort widerlegt werden, Ermittlungsverfahren wurde umgehend eingestellt, trotzdem haben die Beamten die Durchsuchung nicht beendet, und stattdessen ganz gezielt nach "Zufallsfunden" weitergesucht. Auch wurde meine Ehefrau, die alleine mit Baby zuhause war und regelrecht überfallen wurde, nicht über ihre Rechte aufgeklärt.
Ich weiss, dass aus beiden Gründen ein Beweisverwertungsverbot greifen würde, hätte ich einen Zeugen. So behauptet der Einsatzleiter aber natürlich das Gegenteil.
Alleine an Umstand hatte ich sehr lange zu kauen - mir war nicht klar, dass Polizeibeamte scheinbar selbst mit kriminellen Methoden vorgehen, und nicht mal rot werden, wenn sie einem im Nachhinein ins Gesicht lügen. Das empfinde ich wirklich als bitter, und zerstört jedes Vertrauen in diesen Staat.

> Finanzierung: Anfrage bei der ACM, Spendenaufruf bei den Growern www.hanfburg.de
Na die würden sich freuen :-( Wäre ich da schon länger aktiv, wäre es einen versuch wert. Ich habe in der Vergangenheit aber absichtlich nie in einschlägigen Foren mitgemischt - aus Angst vor unangenehmem besuch, der nun auch ohne haltbaren Anlass kam, und ganze Arbeit geleistet hat.
Btw., ich habe schon bei der Grünen Hilfe allein um Rat (ohne Geld) angefragt, und nun auch nach mehreren Wochen noch keinerlei Antwort bekommen.

rüdeberta
10.10.2006, 21:09
Hallo

Zitat:
...riet mir aber dazu, andere Präparate auszuprobieren, ggf. auf Immunsuppressiva (!!!) auszuweichen...
Zitat Ende

und genau dieses "andere Präparate ausprobieren zu können" hat mich in meinem ersten Verfahren den gerechtfertigten Notstand gekostet.

Urteilsbegründung kannst du unter "Noch ein Verfahren" nachlesen.

Alles Gute:
R

10.10.2006, 21:55
Die positiven Urteile kannst Du auf inside.to/cannabis und www.cannabisprozess.de nachlesen. Bitte doch deinen Anwalt -falls Du ihn behalten willst- die Rechtssprechung in der juris-datenbank Stchwort "Cannabis als Medizin" nachzurecherchieren und Dir zur Verfügung zu stellen. Minderschwerer Fall ist kein Erfolg. Schlechte Anwälte führen zur schlechter Rechtsprechung. Divergenzvorlage ist BGH Bundesgerichtshof und deshalb nicht nur Bayern.

Ruf doch durch, dann kann ich Dir das alles telefonisch erklären, was Dein Anwalt mangels Wissens und mangels Bock zu recherchieren, Dir nicht erklären kann oder will!

Schöffengericht ist Amtsgericht, ein Richter, zwei Bürger (Schöffen). Schöffengericht deshalb, weil mehr als 7.5 Gramm THC

genug der ehrenamtlichen Arbeit, hzast von mir mehr Infos für umsonst, als von Deinem Anwalt für Geld bekommen. Falls Du ihn behalten willst, dann drucke meine Texte aus und sage ihm, er möge dazu kurz Stellung beziehen.

Grüße von der waterkant
Robert

MBechterew
11.10.2006, 21:15
Original geschrieben von rüdeberta
und genau dieses "andere Präparate ausprobieren zu können" hat mich in meinem ersten Verfahren den gerechtfertigten Notstand gekostet.
Schon klar. Nur habe ich schon so alles mögliche probiert: Ibuprofen, Indometacin, Vioxx, Arcoxia, Telos, ein TENS-Gerät, hochdosiertes Vitamin E und Zink, Omega-3 Präparate, Wobenzym, homöopathische Mittelchen wie Rhus Toxicodendron und Causticum, Teufelskralle, Magnetfeldtherapie, Akupunktur... uff, hab bestimmt noch das eine oder andere vergessen - nur eben alles ohne spürbare Wirkung oder mit erheblichen Nebenwirkungen. Und ich würde meine Leber und vielleicht auch die Nieren noch gerne ein paar Jahre behalten.

Alle milderen Mittel als Cannabis (das auch milder als Vioxx/Arcoxia sein dürfte, gemessen an den Todesfällen pro Jahr durch Nebenwirkungen) sind bereits ausgeschöpft. Bei den vom Rheumatologen vorgeschlagenen Immunsuppressiva (Humira oder Remicade) kann ich mir gleich ein festes Zimmer im Krankenhaus mieten, denn der geringste Infekt kann dann lebensgefährlich werden. Nebenbei kostet der Spaß ca. 30.000 EUR p.a. (!); Nein danke - solange das nicht unbedingt sein muss, soll er sich das Zeug selbst spritzen.

@Robert Wenzel: danke, werde ich mir ansehen und mich mal melden!

MBechterew
21.11.2006, 21:32
Tja... bislang hat sich noch nichts weiter getan, meine Frau ist ja nun auch mit angeklagt, hat aber bislang noch nicht mal Akteneinsicht erhalten. Angeblich seien die Akten z. Zt. anderweitig verschickt (ist das normal? Wer außer dem Anwalt meiner Frau sollte die denn sonst angefordert haben?).

Natürlich überlegen wir, wie wir mit möglichst geringem Schaden aus der Sache herauskommen. Nun stelle ich mir die Frage: Wenn uns schon vorgeworfen wird, gemeinsam Cannabis mit insg. knapp 10g THC angebaut und besessen zu haben, trifft das doch jeden nur mit 5g, d.h., jeweils mit einer nicht "nicht-geringen" Menge.

Mein Anwalt sagt, eine Aufteilung sei nicht möglich, auch bei gemeinschaftlichem Mord würde ja nicht jeder Täter nur für einen halben Mord bestraft.
Dieser Vergleich hinkt in meinen Augen - denn die 10g THC können faktisch jeweils gleichzeitig weder von beiden konsumiert, noch veräußert werden (wobei mich der Handelsvorwurf eher amüsiert, ich kann mir nicht vorstellen, dass die StA so einen Unsinn Aufrecht erhalten können wird). Leider wäre das bei weitem nicht der erste Punkt, in dem ich meinen Anwalt (der dafür ca. 500 EUR über Brago nimmt, und dafür bisher erstaunlich wenig geleistet hat) nach eigener Recherche eines Besseren belehren müsste.

Weiß jemand hierzu etwas stichhaltiges?

Sollte die Menge aufteilbar sein, mit welcher Strafe müssten wir ggf. rechnen, wenn wir beide jeweils für den Besitz einer "nicht-nicht-geringen" Menge belangt würden? Bzw. wie stehen da die Chancen, dass das Verfahren dann eingestellt wird?

Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte meine Frau da wirklich in nichts reinziehen, wir müssen aber einfach den Schaden minimieren. Sollte ich hinter Gittern landen und wir unsere Existenzgrundlage damit verlieren, ist uns auch nicht geholfen.

rimmler
22.11.2006, 00:05
Akteneinsicht hatte ich ziemlich schnell erhalten, wenn du das Gefühl hast das dein Anwalt nichts taugt dann wechsle einfach.

Knast ?

Ich hab mir mal von der Grünen Hilfe einige aktuelle Gerichtsurteile besorgt aus Berlin, Stuttgart, Dresden, Frankfurt usw. .

Ohne Vorstrafen bekommen viele meistens eine hohe Geldstrafe und teils auch Bewährung laut der Gerichtsurteile.
Dabei handelt es sich meist um 30g - 500g, viele wurden auch mehrmals erwischt und haben dann nur eine Bewährung erhalten.

Aber bei diesen Personen handelt es sich eher um gesunde Menschen, natürlich hängt es auch an der Tageslaune des Richters ab.
Wenn Pontius Pilatus gerade schlecht gelaunt ist kann das auchmal schlimmer enden.

Plus: Ärztliches Gutachten, Keine Vorstrafen, Arbeit, Frau

Minus: Vorstrafen (90 Tagessätze), Wiederholungstäter, Kein Gutachten, Keine Arbeit ..


Körperverletzung = Verbot von Cannabis für Kranke

Systobi
22.11.2006, 00:13
Moin,
versuch Dich mal von Deinen Ängsten frei zu machen, auch wenn`s nicht leicht scheint.

Du hast nun die Möglichkeit, in zwei unterschiedlich saure Äpfel zu beißen. Beide sind teuer.

Du bist nachweislich krank, kannst beweisen (per ACM-Gutachten, falls Mitglied), daß Hanf Dir Linderung verschafft;
Du hast ein verbürgtes Menschenrecht auf freie Therapiewahl und handelst somit aus medizinisch gerechtfertigter (übergeordneter) Notwehr.
Wechsle UNBEDINGT Deinen Anwalt, wenn Du nur den geringsten Zweifel hast, er würde nicht ABSOLUT hinter Dir und Deinem Anliegen stehen.
Stelle nach Anklageerhebung (falls die Frist nicht schon vorbei ist) entsprechende Beweisanträge bei Gericht, damit sich die Verfahrensbeteiligten (Richter, Staatsanwalt) durch die Informationen lesen, die Du für wichtig hältst. Viele Entscheidungsträger bei der Justiz sind nur unzureichend gebildet
was das Potential von Cannabis betrifft.
Mach deutlich, daß Deine Frau nicht in SIPPENHAFT zu nehmen ist.
Die Zeiten müssten längst vorbei sein.


Die zweite Alternative zum sauren Apfel:
Mach auf "reuiges Schaf".
Geh freiwillig zum Metzger.
Verleugne Dich und Deine Krankheit.
Räume alles ein und gar nichts aus.

Sie werden Dir dafür das Stigma eines Verbrechers anheften und womöglich wird die Sache (so) insgesamt noch teurer werden, als wenn Du Dein Schicksal in die Hände nimmst und für Deine Überzeugungen kämpfst.

Mir ist vor rund 3 Jahren etwas Ähnliches passiert wie Dir eventuell erst noch bevorsteht (siehe ACM-Forum "Knast und Psychiatrie" - Im Tal der Ahnungslosen), deswegen bin ich jünst in die Offensive gegangen, um mich nicht dem künftigen Vorwurf ausgesetzt zu sehen, ich sei ein schwerverbrecherischer Wiederholungstäter, dem Sicherungsverwahrung angedroht werden muß.

Beste Grüße
Axel

MBechterew
22.11.2006, 09:45
Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten! Ich bin ACM Mitglied, habe eine belegbare Krankengeschichte inkl. genetischem Fingerabdruck HLA B-27, ein Gutachten, ein Antrag beim BfArM läuft gerade (bisher ohne Antwort), einen sehr guten, verantwortungsvollen Job, Familie, pos. soziales Umfeld etc. All das sollte sich positiv auf das Verfahren auswirken...

Andererseits glaube ich nicht mehr daran, dass unser sog. Rechtssytem an der Herstellung von Gerechtigkeit interessiert ist.
Ich gewinne vielmehr den Eindruck, dass sich Deutschland auf dem Weg zu einer zweiten DDR befindet, und seine Bürger mit möglichst viel Druck unter Kontrolle halten will. Recht bekommt der, der Macht, Geld und Einfluss hat (siehe nur z.B. der aktuelle Cumarin-Skandal, wo einfach die Grenzwerte für den Verzehr auf das 30-fache erhöht werden, und Gesundheitsschäden billigend in Kauf genommen werden), der Rest wird weggesperrt oder zumindest kräftig ausgenommen.

Wie auch immer - es ist für mich aktuell sehr wichtig, mir ein Bild über alle Möglichkeiten zu verschaffen, und eine davon ist die Verteilung der "Schuld" auf zwei Personen, sofern das dann aus der nicht-geringen Menge zumindest eine nicht-nicht-geringe Menge machen kann.

Die Entscheidung, welcher Weg der günstigste ist, treffe ich, nachdem ich alle Möglichkeiten sachlich gegeneinander abwäge, dazu muss ich aber wissen, welche Möglichkeiten überhaupt in Frage kommen.

Daher nochmals die ursprüngliche Frage: sind die 200g Cannabis/10g THC bei einem gemeinsamen Tatvorwurf aufzuteilen oder nicht?

Gruß
MBechterew

rimmler
22.11.2006, 10:57
Soweit ich es weis kann man diese Menge nicht teilen, bin mir da aber nicht 100% sicher.

Bei mir geht es um 90g wobei bei mir nur 40g gefunden worden sind ca., allerdings wurden 2 Kumpels vor der Türe noch mit insgesamt 50g erwischt die mir auch angerechnet werden.

Kann nur hoffen das der Grenzwert unter 7,5 sich beläuft.

Laut einiger Gerichtsurteile wurde noch keiner wegen 200g in den Knast geschickt, vorallem nicht wenn man keine Vorstrafe hatte usw. .
Fakt ist aber das man mit 200g schon gut in das Profil past der Freiheitsstrafe laut Gesetz.

Knast haben eher Leute bekommen die mit 1-2 Kg erwischt worden sind und dann meist auch nur 3-12 Monate.
Viel eher passiert es das man mit hohen Geldstrafen rechnen muß von 1000€-3000€.

Wahrscheinlich in deiner Sache wäre eine Geldstrafe oder eine Bewährung eher realistisch, aber besser wäre dann Freispruch das auch möglich wäre.

Für das Cannabisverbot ist auch die Amerikanische Lobby verantwortlich die Bonzen haben halt Angst das sie bald keine Millarden mhr haben sondern nur noch Millionen ;)

Zudem Leben wir in der Zeit der Korruption und der Gott ist das Geld, was leider viele Menschen in Machtpositionen noch gieriger an sich bringen wollen.

Geld = Macht

Aber so wie die Mauer fiel damals in Berlin so wird auch irgendwann Cannabis überall wieder legal sein ;)

Systobi
22.11.2006, 21:54
Bechterew,
Deine Angst zäumt Deinen Strategiegaul von hinten auf.
Scheiß auf Fragen, ob Du die Menge, die Verbrechensgrenze (>7,5 g THC) oder die mögliche strafrechtliche Verantwortung
aufteilen und somit minimieren kannst. Es nützt Dir einen Dreck, wenn Du weißt, in Mannheim und Berlin sind in ähnlichen Verfahren Freisprüche erfolgt, wenn Dein Anwalt sich nicht für Deine Argumente interessiert, sondern für sein eigenes Bankkonto.

Wenn Du Dich um Deinen Kopf reden willst, dann polemisiere vor Gericht über einen "DDR-JUSTIZ-CHARAKTER" - das verbessert Deine Chancen auf eine Haftstrafe eindeutig.

Hast Du Dich um einen Fachanwalt in Deiner Region gekümmert?
(Kontakt Grüne Hilfe, VfD. ACM oder Hanfverband).
Hast Du eine transparente, leicht nachvollziehbare Dokumentation Deiner Krankengeschichte?
Entsprechende Aktenzeichen "ähnlicher" Verfahren? Urteile?
Beschlüsse?


Du wirst, wenn Du weiter ängstlich wie das Kaninchen vor der Schlange hockst oder in Nebensächlichkeiten abdriftest, mit Haut und Haaren gefressen. Wenigstens erstinstanzlich.
Deswegen würde ich mir an Deiner Stelle SOFORT überlegen, ob Du eine zwei und dritte Instanz durchstehen kannst, wenn
dies mit einem Anwalt geschehen soll, der Deinen Anspruch auf
freie, selbstverantwortliche, cannabisbezogene Therapiewahl nicht hundertprozentig (überzeugt) mitträgt.

Alle Information aus diesem Forum kann Dich nicht davor bewahren, Entscheidungen von Wichtigkeit in eigener Sache treffen zu müssen.
Tu es.
Tu es Jetzt.

Gruß

MBechterew
19.02.2007, 17:00
Gute Neuigkeiten, zumindest für meine Frau:

Das Verfahren gegen sie wurde eingestellt, und zwar durch den Ermittlungsrichter :D
Damit fallen die notwendigen Auslagen und Verfahrenskosten der Staatskasse zur Last, was mich um so mehr freut, da nun der wahre Verursacher für seinen Fehler bluten muss :cool:
(zumindest wenn man mal außer acht lässt, von wessen Steuern die Staatskasse gefüllt wird...)

Es gibt also auch bei der Justiz noch Leute, denen der gesunde Menschenverstand nicht vollständig abhanden gekommen ist.


Leider wird die Freude durch das Verhalten der Anwältin meiner Frau etwas getrübt:

Zur Mandatserteilung vor etwa einem halben Jahr wurde nie von einer Vergütungs- bzw. Honorarvereinbarung gesprochen. Seither hat meine Frau zwei mal 500 EUR Vorschuss geleistet.

Vor etwa einem Monat flatterte dann kommentarlos eine nachgeschobene Vergütungsvereinbarung ins Haus, die meine Frau bitte kurzfristig unterzeichnen und zurücksenden sollte. Darin forderte die Anwälting ein Pauschalhonorar von 1000 EUR (was zufällig den Vorauszahlungen entspricht :mad: ).
Die Vergütungsvereinbarung hatte meine Frau natürlich (und zum Glück) bisher nicht unterschrieben.

Mit dem Einstellungsschreiben des Gerichts kam heute auch die Aufforderung der Kanzlei, die Vergütungsvereinbarung auf einen Gesamtbetrag von 800 EUR (was in etwa dem Maximalsatz nach RVG entspricht) abzuändern, und kurzfristig zurückzusenden.
Nach Ansicht der Anwältin darf sie das jederzeit machen, auch im Nachhinein, was ich stark bezweifle.

Das Gericht wird aber nur einen mittleren Satz (ca. 500 EUR) anerkennen, so dass wir auf dem Differenzbetrag sitzen bleiben werden.

Mir geht es nicht wirklich um die 300 EUR, sondern ums Prinzip, und den Versuch, uns für dumm zu verkaufen.

An Aufwand ist für die Dame folgendes angefallen
- Einarbeitung
- 2 Fristgesuche, eines davon aufgrund eines durch die Kanzlei verursachten Fehlers
- 1 Schreiben, in dem die Einstellung beantragt wird

Ich sehe jetzt nicht, dass die Anwältin Hunger leiden müsste, wenn sie dafür "nur" 500 EUR bekäme, zumal ursprünglich ja auch keine Vergütungsveinbarung getroffen wurde. Demnach wäre meiens Wissens nach RVG abzurechnen, und kein Cent darüber.

Wir überlegen jetzt, ob wir einfach abwarten, bis die Dame vor Wut platzt, oder des lieben Friedens Willen unterschreiben und das Geld bezahlen.

Wie sind da Eure Erfahrungen? Ist so ein Verhalten üblich bei Anwälten? Wozu würdet Ihr uns raten?

Hier würde mich auch explizit über die Meinung von Robert Wenzel als - in diesem Fall - Vertreter der anderen Seite freuen!


Wie es bei mir weiter geht, kommt noch auf. Zumindest hat der Ermittlungsrichter, der den Fall meiner Frau bearbeitet hat, in der Begründung explizit meine ärztlichen Atteste und meine Schmerzmedikation erwähnt. Das lässt zumindest hoffen :)


Viele Grüße
MBechterew

19.02.2007, 19:50
__________________________________________________ __
Sehr geehrte Frau RA,

ich möchte Sie bitten die Strafsache "........" nach dem RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz), Mittelgebühr, abzurechnen:

Grundgebühr 145.-
Vorverfahrensgebühr 160.-
Telpauschale 20.-
+ 19 % MwSt 61,74
Summe 386,74,

da wir keine schriftliche Honoravereinbarung getroffen haben. Sollten Sie auf einen höheren Rechnungsbetrag bestehen, rege ich ein Schlichtungsgespräch bei der Rechtsanwaltskammer an. Mit Ihrer fachlichen Leistung bin ich seht zufrieden und werde wieder auf Sie zurückkommen, wenn ich anwaltlichen Beistand benötige.

Ich möchte Sie bitten, den überzahlten Vorschuß in Höhe von ......
bis zum ...... auf das Konto ........., BlZ ......... bei der ........ zu überweisen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
__________________________________________________

Eine Überschreitung der Mittelgebühr um mehr als 20 % bedarf schriftlicher Begründung, ob des Umfang oder der Schwierigkeit
Vergütungsvereinbarung -höheres Honorar als RVG- zählt nur schriftlich.
__________________________________________________ _

Diese Rechtsberatung -Gebührenrecht- erbringe ich kostenlos als Vorstand des Buenet e.V. und rege an, Du spendest einen Teil der ersparten Anwaltskosten auf das Konto: "Prozeßkostenhilfe" der ACM, damit diese Rechtsstreitigkeiten armer Kranker finanziell unterstützen kann.

__________________________________________________ __

Da ich neugierig bin, wie andere Anwälte vorgehen:

Ich würde mal an Deiner Stelle -falls Du BfArM Antragsteller bist, mit Deinem Anwalt diskutieren, ob es sinnvoll ist gemäß § 123 VwGO einen Eilantrag -vorläufige Erlaubnis des Anbaus von Cannabis- bis zur Entscheidung in der Hauptsache zu beantragen.

Hast Du ein Dronabinolrezept?

Hat Dein Anwalt das freisprechende Urteil P. S. vom LG Berlin. Sonst maile Piet hier im Forum an, der schickt es Dir bestimmt in Kopie.

Aus meiner Sicht ein angemessene Honrarvereinbarung einer "Cannabis als Medizin" - Verteidigung ist 1000.- fürs Vorverfahren und 500.- pro Verhandlungstag, plus Zusatzvereinbarung, dass Mandant Rückerstattung Anwaltskosten durch Justiz im Falle eines Freispruchs an Anwalt abtritt (legale Form eines Erfolgshonorars, bringt der Freispruch Kohle setzt sich der Anwalt mehr dafür ein), plus Beiordnung als Pflichtverteidiger. (Zahlungsweise: ggf. Rate 200.- monatlich) Was hast Du denn mit Deinem Anwalt vereinbart? Das Thema ist etwas schwieriger und umfangreicher als die Einstellung wegen dubioser und unhaltbarer Tatvorwürfe.

Steht der Rechtsanwalt oder Du im Kontakt mit der Lokalredaktion / Gerichtsreporter Eurer Tageszeitung? Richter arbeiten sauberer und recherchieren besser, wenn sie wissen, die Medien berichten.

Habt Ihr schon einen Sachverständigen für Deine Krankheit?

Habt Ihr Deine Krankenakten zum Gegenstand der Ermittlungsakte gemacht. Schweigepflichtsentbindung für Ärzte.

Habt Ihr Beschwerde gegen die Beschlagnahme der Betäubungsmittel eingelegt, brauchste ja als Arzneimittel!

Berichte doch mal ein wenig, welche Prozeßtaktik und -strategie, Dir Dein Anwalt empfiehlt. Ist er denn von dem blödsinnigen "Therapie statt Strafe" - Trip runter?

Liebe Grüße
Robert Wenzel
Rechtsanwalt

MBechterew
19.02.2007, 20:57
Lieber Robert,

vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort und das Musterschreiben :)


und rege an, Du spendest einen Teil der ersparten Anwaltskosten auf das Konto: "Prozeßkostenhilfe" der ACM, damit diese Rechtsstreitigkeiten armer Kranker finanziell unterstützen kann.
Na na, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, und die Ersparnis nicht vor der Überweisung ;)
Aber ich werde darauf zurückkommen, wenn alles ausgestanden ist! Versprochen.


Mein Anwalt vertritt nach wie vor den Standpunkt, ein Notstand sei hier nicht gegeben, und man sollte das Gericht nicht damit ärgern. Selbstverständlich wäre es aber meine Entscheidung, sollte ich mich darauf berufen wollen (zwischen den Zeilen: Du Depp).
Von Therapie war nie die Rede, aber davon, dass ich bei Gericht einfach sagen sollte, meine Pflanzen seinen "mir einfach über den Kopf gewachsen" (wegen der Menge), und einen auf reuiger Sünder zu machen.

Ich habe zwischenzeitlich auch Abtrag beim BfArM gestellt, was der Anwalt belächelt hat, und in seinen Augen kein pos. Nachtatverhalten darstellt.

Dronabinol erhalte ich als Privatpatient problemlos und ohne Zuzahlungen. Schlecht am Dronabinol ist die unvorhersehbare Intensität der Wirkung, sowie das Einsetzen und die Wirkungsdauer. D.h., ich kann das Dronabinol nur am Wochenende nehmen, unter der Woche ist das Risiko zu hoch, dass ich morgens noch berauscht bin.
Damit komme ich einigermaßen über die Runden, muss aber erheblich mehr Schmerzmittel (Arcoxia) zu mir nehmen, als noch mit natürlichem Cannabis. Entsprechend höher das Risiko der Nebenwirkungen, und eine nennt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wie bei dem Vorgeänerpräparat Vioxx, das vom Markt genommen werden musste: Herzinfarkt/Schlaganfall.


Habt Ihr schon einen Sachverständigen für Deine Krankheit?
Nun, ich bin in Behandlung bei einem sehr guten Rheumatologen. Bzgl. Cannabis/THC meinte er allerdings, dass er bisher nur aus dem Ärzteblatt davon gehört hätte.


Habt Ihr Deine Krankenakten zum Gegenstand der Ermittlungsakte gemacht. Schweigepflichtsentbindung für Ärzte.
Zumindest Teile davon: zwei Atteste meines Hausarztes, Gutachten von H. Grotenhermen etc.
Schweigepflichtsentbindung: nein, wäre ja auch nur sinnvoll, falls ein Arzt als Zeuge auftreten soll. Derzeit nicht geplant.


Habt Ihr Beschwerde gegen die Beschlagnahme der Betäubungsmittel eingelegt, brauchste ja als Arzneimittel!
Nein, mein Anwalt sagte, das sei sinnlos...


Steht der Rechtsanwalt oder Du im Kontakt mit der Lokalredaktion / Gerichtsreporter Eurer Tageszeitung? Richter arbeiten sauberer und recherchieren besser, wenn sie wissen, die Medien berichten.
Keine Ahnung, aber bei der aktuellen Mode, möglichst reißerische Berichte zu fabrizieren ("Kranker Drogendealer vor Gericht - ab nach Guantanamo!") wäre mir lieber, die Presse bliebe draußen. Wenn herauskommt, wer ich bin, darf ich mein Haus verkaufen und umziehen (Dorf!).

Honorarvereinbarung mit meinem Anwalt: 500,- EUR zusätzlich zu den gesetzlichen gebühren pro Verhandlungstag. Was angemessen wäre, wenn mein Anwalt denn auch etwas für sein Geld tun würde. Auch er hat bereits 1000 EUR Vorschuss kassiert, und bisher gerade mal zwei Briefe geschrieben, zu deren Formulierung ich ohne weiteres ebenfalls in der Lage gewesen wäre.


Hat Dein Anwalt das freisprechende Urteil P. S. vom LG Berlin. Sonst maile Piet hier im Forum an, der schickt es Dir bestimmt in Kopie.
Nein, habe/kenne ich nicht, und wird meinen Anwalt wahrscheinlich ebenfalls nicht interessieren (hatte selbst schon Urteile besorgt). Aber mich interessiert die Sache auf jeden Fall - nennt sich "Piet" auch "Piet" in seinem Benutzernamen?

Ich gedenke, den RA überwiegend ohnehin nur als Berater zu gebrauchen, der einschreitet, falls ich Mist bauen sollte. Ich habe eine rechte gute Vorstellung davon, wie ich mich verteidigen muss, und bin nicht auf den Mund gefallen (gebe u.a. auch mehrstündige Seminare, bei denen ich absolut überzeigend wirken muss).

Nun wird die Frage kommen, ob ich denn noch nicht über einen Anwaltswechsel nachgedacht hätte.
Die Antwort lautet selbstverständlich: JA KLAR! Aber wenn ich mir ansehe, was die Anwältin meiner Frau gedreht hat, gewinne ich den Eindruck, dass bei einem Großteil dieses Berufsstandes die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht. Bitte nicht persönlich nehmen, ist ja auch irgendwo verständlich.
Aber wenn ich jetzt wechsle, hab eich 1000 EUR in den Sand gesetzt, und gehe ggf. dem nächsten Abzocker auf den Leim.
Ich überlege eher, ob ich den Anwalt kündigen soll, die Rechnung begleiche, und einen Pflichtverteidiger in Anspruch nehme, der auch nicht mehr leistet, aber weniger kostet. Wie es aussieht, bleibt die Arbeit ohnehin an mir hängen...

So, nun aber genug, sorry für die etwas längliche Nachricht ;)

Viele Grüße
MBechterew

19.02.2007, 23:54
Dann antworte ich mal ausführlich:

gesetzliche Gebühren:

250.- Vorbereitung der Hauptverhandlung
400.- pro Hauptverhandlungstag

+ 500 obendrauf:

also 1150.- für den ersten Verhandlungstag
und 900.- für jeden weiteren

Mein Tip, sag Deinem Anwalt, dass Du vor dem AG nur einen Verhandlungstag (keine Beweisanträge) möchtest und laß Dich in der Berufung vernünftig (ca. 3 Verhandlungstage) verteidigen. Kriegst Du in erster Instanz ein mildes oder freisprechendes Urteil geht die Staatsanwaltschaft sicher in Berufung. Ein Kampf vor dem AG lohnt deshalb nicht. Kostet Zeit und Geld.

Die Anzahl der Verhandlungstage dealt man mit dem Richter telefonisch aus, man plaudert vorher, um zu sehen, wohin die Sache in der Hauptverhandlung laufen wird, außer man spielt Konfliktverteidigung.

Es spricht eine Menge dafür, Deinen Anwalt zu kündigen und sich einen Pflichtverteidiger vor dem AG beiordnen zu lassen. Den Satz, das ist Notstand und wenn nicht, dann eine notstandsähnliche Lage kann jeder Pflichtverteidiger. 1150 sind dafür recht viel. Dem Richter die freudige Botschaft zu unterbreiten, dass keine Beweisanträge gestellt werden, kann auch jeder Pflichtverteidiger.

Hat man eine Beschwerde -die man verliert gegen die Beschlagnahme eingelegt- so ist der Richter rechtlich im Bilde, den Beschwerdeschriftsatz nebst anliegender Rechtssprechung im Sinne des Angeklagten und die Entscheidung des Ermittlungsrichters hat er gelesen, und ist erfreut, wenn man trotz des Konfliktes -Beschlagnahmeverfahrens- eine kooperative und verfahrensbeschleunigende Verhandlung ankündigt, wenn es ein mildes Urteil gibt.

Nur leider ist auch ein mildes Urteil in Deiner Sache eine Haftstrafe auf Bewährung.

Da ich davon ausgehe, dass Du weiter Cannabis verwenden willst, hilft Dir ein Bewährungsstrafe nicht. Bewährungswiderruf, wenn Du ein zweites Mal erwischt und verurteilt wirst.

Deshalb: Kein Rechtsmittelverzicht vor dem Amtsgericht und Berufungsfrist ist 7 Tage nach der mündlichen Verhandlung.

hypothetische Mindeststrafe: Strafvorbehalt auf Bewährung: 90 Tagessätze x Einkommen pro Tag. Das hat Grosse in Berlin bekommen, er hatte einen 4 - Jahresvorat Cannabis, das sprengte den Rahmen des Notstandes und stand einem Freispruch entgegen. Instanzenzug war AG (6 Monate auf Bewährung), Kammergericht (Revision), und wieder Amtsgericht. Vor einem bayerischen Amtsgericht unwahrscheinlich.

Wenn man mit o.a. dieser Strategie auf Freispruch in II. Instanz geht, ist der wahrscheinliche Ablauf so:

Verurteilung ca. 6 Monate vor dem AG
milderes Urteil oder Freispruch vor dem LG
Revision: offene Entscheidung vor dem OLG, wahrscheinlich Divergenzvorlage an den BGH
Zurückverweisung und evtl. Endergebnis vor dem LG (Freispruch oder mildes Urteil aufgrund notstandsähnlicher Lage und langer Verfahrensdauer)
oder wieder Revision und ggf. wieder Zurückverweisung
ggf. Verfassungsbeschwerde
ggf. Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

Diese Strategie beinhaltet ein erhebliches Kostenrisiko (Anwalt, Sachverständige, Zeugengebühren, Gerichtskosten).

Hinzu kommen die Kosten für das Verwaltungsverfahren BfArM, das paralell läuft (Verwaltungsgericht, Oberverwaltungsgericht, Bundesverwaltungsgericht, evtl. Zurückverweisung an das Oberverwaltungsgericht oder Verfassungsbeschwerde). GGf. ergänzt durch ein Eilverfahren.

Damit das alles im überschaubaren Rahmen bleibt, vereinbart man mit dem Anwalt eine monatliche Rate bis zum Abschluß des Gesamtverfahrens und die Beiordnung als Pflichtverteidiger.

Verhandelt wird übrigens beim AG vor einem Schöffengericht, ein Richter, zwei Schöffen. Es ist wichtig, dass der Anwalt die Schöffen für die Sache gewinnt.

Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage geht übrigens nicht, ist Verbrechen. Einstellen kann man nur gegen große "Verbrecher", wie Ackermann und Escher (Mannesmann - Vodaphone)

Geht die Staatsanwaltschaft in Berufung kann die Strafe beim LG höher ausfallen. Geht nur der Angeklagte in Berufung, darf die Strafe beim LG nicht höher ausfallen als beim AG.

Die Fragen die übrigens sachverständig zu klären sind, sind

1. hilft Cannabis bei Morbus Bechterew im Fall des Angeklagten
2. wie hoch ist die nötige Tagesdosis an THC im Fall des Angeklagten
3. wirkt die Pflanze, besser, anders oder nebenwirkungsfreier als Dronabinol im Fall des Angeklagten
4. gibt es zumutbare Therapiealternativen für den Angeklagten

Die Verteidigung muß versuchen darauf Einfluß darauf nehmen, einen Sachverständigen zu laden, der auf 30 Seiten: 1. ja, 2. hoch, 3. ja antwortet, 4. nein antwortet und damit ca. € 2.000.- verdient.

Man muß also frühzeitig überlegen, was man will, will man einen Freispruch muß man recht viel Geld, Kraft und Zeit investieren oder möchte man lieber einen kurzen Prozeß, mit dem Risiko nocheinmal verurteilt zu werden.

Man kann auch im Strafverfahren den Antrag stellen, bis zum rechtskräftigen Abschluß des Verwaltungsverfahrens das Strafverfahren auszusetzen. Argument: Angeklagtes Handeln ist erlaubnisfähiges Handeln. Muß man auch mit dem Staatsanwalt diskutieren. Da hat man dann ein paar Jahre Ruhe (hat schon mal ein AG in Mannheim gemacht). Das wäre eine andere Strategie.

Ich würde das mit Deinem Anwalt diskutieren und eine zweite Meinung einholen. Allerdings nicht die Frage, ob Du ihn durch einen billigen Pflichtverteidiger ersetzt.

Übrigens: Die Presse berichtet fast immer positiv über "Cannabis als Medizin", aber Medienöffentlichkeit ist immer eine schwierige Frage.

Übrigens 2: Das Lächeln Deines Anwaltes über die Einlegung des BfArM - Antrages ist falsch, jeder Richter fragt, warum man diesen Antrag nicht gestelllt hat.

Übrigens 3: Wenn dein Anwalt Sachen schreibt, die Du selber schreiben kannst, solltest Du ihn bitten, Dir die Sachen zuzuschicken, bevor er Sie an Gericht und Staatsanwalt sendet und Dir telefonisch zu erläutern, was er damit bezweckt.

Liebe Grüße
Robert Wenzel
Rechtsanwalt

20.02.2007, 00:25
Ach so, sollten Sie doch noch auf die Idee kommen, Ihrem Anwalt zu kündigen, der an Ihrer Sache nicht besonders interessiert ist, können Sie gerne beantragen, dass ich als Pflichtverteidiger beigeordnet werde. Wir müßten dann diskutieren, welche Strategie sie vorläufig fahren wollen, ich habe Ihnen verschiedene Wege skizziert, Strategien müssen manchmal im Laufe des Verfahrens angepaßt werden. Vielleicht sollte man vorher telefonieren.

nokrim@aol.com
Tel. 040 / 420 66 66

MBechterew
20.02.2007, 22:34
Hallo Robert/Herr Wenzel,

(btw. wie wollen wir das im Forum handhaben - "Du" oder "Sie"? Ich habe mit beidem kein Problem, nur mit der ungewissen Mischform ;) ) ein weiteres mal vielen Dank für die wirklich ausführliche Auskunft!

Auch auf die Gefahr hin, als Angsthase zu gelten - wenn ich mir das so ansehe, weiß ich nicht, ob ich den vollen Instanzenzug mit ungewissem Ausgang auf mich nehmen möchte. Mein ganzer Respekt denen, die das machen!

Aber: ich habe unter der Woche täglich einen 12 Stunden-Tag zu bewältigen, eine Frau und ein Kind, das aufwachsen soll, ohne unter Papas Frust und Sorgen leiden zu müssen.
Wiegen 6 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung schwerer als eine Summe von überschlagsweise 15000 Euro (wenn das überhaupt reicht)? Wenn ich mir diesen Staat ansehe, in dem ein wahrer Verbrecher gegen zehn Prozent seiner Beute frei kommt, der es zulässt und billigt, dass Menschen in rechtsfreie Zonen wie Guantanamo Bay verschleppt werden, relativiert sich die Schande, die man durch eine Vorstrafe erleidet.

Würde ich damit durchkommen, würde ich dann dieses System nicht auch noch in seiner Praxis bestätigen, dass man sich sein Recht einfach kauft, wenn man genügend Geld aufbringen kann?
Ein echter Sieg wäre es ohnehin nicht, lediglich ein Tausch von Bewährungsstrafe gegen Geld. Ein echter Sieg hieße Freispruch, und der scheint nicht möglich zu sein.

Ein Präzedenzfallrecht gibts in diesem Land zudem nicht, daher wäre auch im Erfolgsfall allein mir geholfen, ohne Aussicht auf eine grundsätzliche Bereinigung des ursächlichen Misstandes; vielleicht wäre meine Kraft in der Bekämpfung der Ursachen besser angelegt.

Gesellschaftlich ist man aktuell noch ruiniert, falls eine Vorstrafe ans Tageslicht kommt. Sollte unser Staat aber weiter zielstrebig auf eine totalüberwachte Diktatur zusteuern, werden Vorstrafen ohnehin bald gang und gäbe sein, auch bei denen, die sich heute mangels besserem Wissen anmaßen, mit den Fingern auf so einen "Aussätzigen" zeigen zu dürfen.

Soweit zu meinen Gedanken, die ich noch ordnen und sorgfältig abwägen muss.


Mal angenommen - ich würde meinen Anwalt kündigen, und eine Pflichtverteidigung wählen. Ich gehe nicht davon aus, dass das Strafmaß dadurch auch nur eine Spur heftiger wird, aber ich habe zumindest keinen unmotivierten Geldautomaten gefüttert. Je nach Urteil würde ich dann die Entscheidung treffen, weiter zu machen, oder es sein zu lassen.
Der einzige Ansporn für mich wäre hier, sowohl Richter als auch Staatsanwalt zu überzeugen, und eine Einstellung bereits hier zu erwirken. Für ganz unrealistisch halte ich das nicht - wie gesagt, ich kann sehr überzeugend sein, und brauche mich dazu auch nicht verstellen. Ist es denn technisch überhaupt nicht möglich, dass das Verfahren vor dem Amtsgericht endet?

Mal angenommen, ich würde Dich/Sie als Pflichtverteidiger beantragen - aktuell nur ein Gedanke! - gäbe es ja noch das "kleine" Problem der nicht vernachlässigbaren Entfernung zwischen Hamburg und Bayern. Ich gehe davon aus, dass ich für die Reisekosten aufkäme. Das dürften einfach etwa 800 km sein, zzgl. Zeit... wie stehts denn damit?

Gruß
MBechterew

rimmler
26.02.2007, 16:07
Bei mir hat sich mitlerweile auch einiges getan.

BfArM Antrag wurde gestellt

Freiwilliges Drogenscreening folgt

Gutachten von Franjo und dem Arbeitsamt vorgelegt

2 Zeugen wurden schon mit Geldstrafen bestraft
(Einer für 3g Besitz 1000€ und der andere für 100g die dann aber auf 50g runtergerechnet wurden 1300€ Geldstrafe)

Die 2te Anhörung von der Kripo hat mein Anwalt gleich abgelehnt

Meinen Anwalt habe ich einige Berichte zugesendet über die ACM und auch einige Informationen mitgeteilt die wichtig sein könnten.

Er zeigte ein starkes interesse an weiteren Informationen, allerdings machte er mir auch klar das die Staatsanwaltschaft Stuttgart da hartnäckig sei.

Muß jetzt allerdings gerade auf Cannabis verzichten, da ich Cannabis für meine Psychosomatik verwendet habe und andere Mittel meist nichts bringen ist es schon etwas hart.

Ich habe hin und wieder starke Psychosmatische ausgelöste Allergien, war auch schon x mal beim HNO,Hautarzt,Kernspin,Naturheilpraktiker.

Cannabis lindert meine Schwellungen in den Nasenenebenhöllen sehr gut, vorallem fand ich es lustig das keiner der Ärzte die Allergie finden konnte.

Mitlerweile weis ich das diese Symptome durch Stress ausgelöst werden und da hilft nur Cannabis und meine Meersalzlösung ;)

Bei einer Naturheilpraxis war ich auch schon, allerdings bekam ich bei den Globulis ständig Panikattacken.
Fühlt sich auch so toll an wenn sich der ganze Körper verkrampft.
Man denkt das es jetzt vorbei ist und dann diese Schmerzen überall.

Mit Cannabis hatte ich weniger Nasennebenhöllenentzündungen, man ist da nicht nur 1 Woche krank sondern man ist gleichmal 1 Monat weg vom Fenster.

Das ganze Problem ist das es eigentlich gar keine gescheiten Mittel gibt in der Psychatrie *lach*
Tegretal wirkt nur so das man keine Energieblockaden hat aber gegen die Allergien bringt es nichts, Eine allergietherapie per Spritzen bringt bei mir nichts da man bei mir nichts festgestellt hatte.
Der Arzt vermutet Hausstauballergie, tja nur komisch das ich nie Niesen muß wenn ich Staub wische usw. .
Zudem reagiere ich nicht auf Milbenkot sondern nur auf Grässer.

Und im Winter habe ich auch hin und wieder starke Beschwerden und da wachsen ja keine Grässer *lach*

Valium hilft mal nur kurz bei Panikattacken da diese gedämpft werden aber das war es auch schon und viele viele andere haben meist soviele Nebenwirkungen das man sich noch schlechter fühlt.

Getestet habe ich schon soviel sei es anafranil, tavor, diazepahm, haldol usw ..

Bei anafranil kannste Viagra gleich nehmen so wie das daß Becken durchblutet. *uarghh*
Bei Haldol kannste die Roboter auf dem Mars grüssen usw ..

Und wie ein Wunder hilft da meist nur Sport bei mir oder eben Cannabis sowie gute Erholung.
Halt ich hab mein Meersalzspray vergessen, zumindest reinigt es meine Nase etwas besser durch, hilft zumindest besser wie ananfranil oder haldol.

Das beste ist das die Kripo mir anlastet ich wäre der Grossdealer,
wobei Haldol x mal mehr Nebenwirkungen hat wie Cannabis.

Fakt ist das Cannabis gut hilft bei Depressionen der Mensch bekommt wieder etwas freude in sein Leben herein.
Das Cannabis den Körper entspannt und dadurch Stressmindernder ist habe ich auch mitlerweile erfahren dürfen.

Mit Haldol oder anderen Medizinprodukten macht man noch eher seinen Körper kaputt, viele die unter Haldol stehen sehen genauso aus wie Leute die Heroin nehmen.

Kranke Menschen müssen leiden weil die Lobby andere interessen hat nur deswegen ist Cannabis verboten.


Wie es weiter läuft werden wir ja bald sehen, ich warte nur noch bis zu meinen Gerichtstermin.

Drücke dir die Daumen das bei dir alles gut läuft ;)