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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : stellt Anträge beim BfAuM



Gabi
03.10.2005, 00:48
hallo

In letzter Zeit häufen sich Urteile gg Patienten, weil sie keinen Antrag beim Bundesamt für Arzneimittel u. Medizinprodukte gestellt haben. Das ist zwar absolut hirnrissig, weil dieses sich weigert, Genehmigungen zu erteilen, aber ich finde, aber es ist sicher sinnvoll vorbeugend sonen Antrag zu stellen.

Ich setz hier exemplarisch einen Artikel zu
einem aktuellen Urteil rein.

lg Gabi

Pubdate: 30.09.05
Source: Süddeutsche
Contact:
Copyright: Süddeutsche
Website: http://www.suedeutsche.de
Online: http://www.sueddeutsche.de/,mucl1/muenchen/artikel/637/61576/





Urteil

Kampf gegen die Schmerzen teuer bezahlt

Querschnittgelähmter lindert seine Leiden mit Marihuana. Joints helfen
dem Rollstuhlfahrer besser als Medikamente – das Amtsgericht verurteilt
ihn zu einer Geldstrafe.
/Von Alexander Krug/ <mailto:muenchen@sueddeutsche.de>





Seit 17 Jahren ist Andreas W. an den Rollstuhl gefesselt. Bei einem
Verkehrsunfall 1988 wurde seine Halswirbelsäule so schwer verletzt, dass
er seitdem querschnittgelähmt ist und weder Arme noch Beine richtig
bewegen kann. Wenn die Schmerzen wieder einmal unerträglich werden,
hilft dem 38-Jährigen nur noch ein Joint. Kein zugelassenes Medikament
hat die Wirkung, die das Marihuana für ihn hat. Doch die
Staatsanwaltschaft ist unerbittlich: Sie hat Andreas W. wegen Verstoßes
gegen das Betäubungsmittelgesetz angeklagt.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten waren am 25. Februar
dieses Jahres mehrere Plastikbeutel mit insgesamt rund 340 Gramm
Marihuana gefunden worden mit einem Wirkstoffgehalt von rund zehn
Prozent Tetrahydrocannabinol (THC). Die Polizei hatte einen Tipp
bekommen – ausgerechnet vom Krankenpfleger des Angeklagten. Dieser hatte
sich mit Andreas W. wegen eines vermeintlichen Diebstahls zerstritten
und ihn dann bei den Behörden hingehängt.

Alle gängigen Schmerzmittel ausprobiert

Andreas W. macht aus seinem Cannabis-Anbau in der Wohnung kein
Geheimnis. Einmal im Jahr, so erzählt er dem Amtsrichter, würde er die
Pflanzen ernten und die Menge reiche dann für ein ganzes Jahr. Alle
gängigen Schmerzmittel hat Andreas W. schon ausprobiert, doch deren
Nebenwirkungen machen ihm das Leben unerträglich: „Ich bin dann den
ganzen Tag dämmrig und kann nicht mal mehr im Rollstuhl sitzen.“

Seine Anwältin Aglaia Muth legt eine ärztliche Bescheinigung einer
Unfallklinik vor, die seit Jahren bei neurospastischen Schmerzen das
Medikament „Dronabinol“ einsetzt, ein Hauptwirkstoff von Cannabis. Das
auf Betäubungsmittelrezept verschriebene Medikament ist allerdings so
teuer, dass es von gesetzlichen Kassen nicht bezahlt wird.

Marihuana zur Selbstmedikation

Für Anwältin Muth ist es nicht nachvollziehbar, warum Marihuana zur
Selbstmedikation nicht erlaubt wird. „Wenn es medizinisch indiziert ist
und wenn es von einem Arzt verschrieben wird, muss es eine Möglichkeit
geben, dass es legal abgegeben wird“, appelliert sie an den Gesetzgeber.
Sie fordert für Andreas W. einen Freispruch und begründet dies mit einem
„rechtfertigenden Notstand“. Danach handelt nicht rechtswidrig, wer in
einer „gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben“ handelt. Die
Staatsanwältin will davon nichts wissen, sie fordert eine neunmonatige
Bewährungsstrafe.

Der Amtsrichter macht keinen Hehl daraus, dass er lieber kein Urteil
fällen würde. „Aber was angeklagt ist, muss entschieden werden“, sagt
er. Der Gesetzgeber habe im Betäubungsmittelgesetz die Möglichkeit offen
gelassen, sich um eine Ausnahmegenehmigung für eine Behandlung mit THC
zu bemühen. Der Angeklagte habe das versäumt. Ein rechtfertigender
Notstand liege damit nicht vor. Andreas W. wird zu einer Geldstrafe von
90 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt, der Mindeststrafe für dieses
Delikt. Anwältin Muth hat bereits Berufung gegen das Urteil eingelegt.

(SZ vom 30.09.2005)

Piet
03.11.2005, 08:20
Mein Urteil,was am 10.10.05,hier beim Amtge-Berlin gefählt wurde,ist aus meiner sicht ein skandal.Ein kleiner beitrag lief in der B- Abendschau 19,30.Seid 3jahren Beha ich meine 3Tot bringen Krankheiten mit Cannabis.Damals baute ich aus meiner not heraus an.Aus Schuhlmedizinicher sicht, ist mir nicht mehr zu helfen.War auch seid meiner Eigenmedikation nicht mehr in eim Krankenhaus.Woran das wohl liegt????.Bin in REvision,es muß doch eine möglichkeit geben,ZU LEBEN.Gruß PIET.Mußte von meinem Anwalt erfahren,das Ich viel mehr an Die Öffenntlichkeit gehen muß.Meine möglichkeiten sind begrenzt,nun versuche ich es über das Internet.Wehr kann mir Helfen?,.Würde mich Riesig darüber freuen.Gruß Piet*

Thorsten
03.11.2005, 13:10
Hallo alle zusammen,

Der Vorschlag von Gabi, Anträge beim BfAuM zu stellen ist eine sehr gute idee.
Habe heute mal auf den Seiten der Bundesopiumstelle (BfArM) nachgeschaut. Leider gibt es dort keinen vernünftigen Vordruck auf dem betroffene Patienten einen entsprechenden Antrag stellen könnten bzw. habe ich diesen nicht gefunden.
Mal ganz abgesehen davon, dass es eigentliche sowieso nichts bringt diesen Antrag zu stellen ist es für eine eventuelle Gerichtsverhandlung wiederum für sehr wichtig anzusehen, diesen Antrag gestellt zu haben.
Aus diesem Grunde wäre es sicher von Vorteil, wenn man mal einen solchen Antrag ausformuliert und diese Textvorlage interessierten zur Verfügung stellt, damit sie einen entsprechenden Antrag stellen können.
Was meint Ihr dazu ???

liebe Grüße

Thorsten

Gabi
10.11.2005, 23:15
hallo
ich hatte mir schon im Hinterkopf abgespeichert, die alten Anträge einzuscannen. Aber jetzt gibts ne ganz neue Entwicklung.
Das Bundesverwaltungsgericht hat in einem
sensationellen Urteil entschieden, dass Sondergenehmigungngen für Patienten durchaus im "öffentlichen Interesse" liegen können.
Ich gehe davon aus, dass in den nächsten IACM-Nachrichten davon berichtet wird und möglicherweise ein neues Formformular f´r Anträge entwickelt wird.

viele grüße
gabi

rimmler
11.09.2006, 13:05
Wo gibt es die Antragsformulare ?

Gabi
11.09.2006, 14:07
Original geschrieben von rimmler
Wo gibt es die Antragsformulare ?



die gibt es

hier (http://www.cannabis-med.org/german/antrag.pdf)


lg Gabi

rimmler
11.09.2006, 14:38
Danke !!

So dann werde ich mal mich nach einem Arzt umschauen der mir das Belegt.

Wird es ja wohl in Stuttgart bestimmt einen geben ;)

Was kostet ein Gutachten ca. ?

Und gibt es Adressen dafür in Stuttgart ?