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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wissenschaftliche studien



nihilius
15.03.2004, 16:48
Häufig lese ich als Argument gegen die therapeutische Anwendung von Cannabisprodukten, dass es dazu nicht ausreichend Studien, bzw. noch keine Langzeitstudien gäbe. Andererseits ist auf der IACM-Webseite eine größere (?) Anzahl kontrollierter Studien beispielsweise zu Dronabinol aufgelistet. Ab wann ist denn ein Medikament umfassend genug getestet und erforscht, um auf dem (deutschen) Markt zugelassen zu werden?

Gabi
17.03.2004, 07:47
Original geschrieben von nihilius
[B Ab wann ist denn ein Medikament umfassend genug getestet und erforscht, um auf dem (deutschen) Markt zugelassen zu werden? [/B]

Das habe ich mich auch schon oft gefragt.
Ich setze dir mal hier einen Link zu einem Artikel über den Weg eines Medikaments bis zur Zulassung rein.
http://www.dccv.de/bauchredner/br97_3/br97_3_der_weg_eines_arzneimittels.pdf (http://)

wichtig erscheint mir vor allem folgende Aussage zu sein:
"Nur wenn sowohl der medizinische
Bedarf als auch die bestehende
Patentlage eine Investition sinnvoll
erscheinen lassen, wird ein Pharmaunternehmen
in ein zu entwickelndes
Medikament investieren."
Weder Dronabinol noch eine Tinktur sind patentierbar.

Grüße Gabi

serafine
18.03.2004, 06:28
Moin :-)


Das Problem ist doch wohl grundsätzlich, daß sich die Herstellung dieser Medikamente nicht lohnt, da "richtiges" Cannabis sowohl in der Wirkung als auch im Preis unschlagbar sind.
Insofern fände ich es interessant wie die Aussichten wären, Cannabis für den Eigenbedarf anzubauen. Einen Präzedenzfall dazu gibt es ja schlielich schon.

Wie ist das denn bei Euch momentan? Bekommt jemand ein entsprechendes Medikament oder raucht Ihr oder eßt Ihr Kekse?

Ach menno, ich hoffe hier ist bald mal mehr los!!!
Ich habe riesigen Bedarf an Erfahrungsaustausch weil THC wirklich zu meinem ganz persönlichen Wunder geworden ist, nachdem ich die ersten 27 Jahre meines Lebens von Haschisch nur "wußte", daß es eine Einstiegsdroge ist....

Naja, ich wünsche Euch allen einen schönen Tag.


Liebe Grüße, yvonne


:o

ticcer
18.03.2004, 14:30
Hi,

nach jahrelangen Irrfahrten durch den Medizinbetrieb erfuhr ich spät von der Diagnose Tourette-Syndrom. Eine "adäquate" Therapie bestand in einer Unmenge von bunten Tabletten, Tranquillizer, Neuroleptika und sonstiger Pillen, von denen glaube ich hätte ein Arzt keine einzige genommen. Unerträgliche Nebenwirkungen und überhaupt eine Scheißwirkung. Vor einigen Jahren erfuhr auch ich ein wunder: die wirkung von Cannabis.
Die enorme Anspannung, mit der ich immer schon lebte , wich auf einmal, meine Tics drangen nicht mehr auf Bewegung. Stattdessen kehrte Ruhe und Heiterkeit ein. Allerdings übe ich nebenher noch Tai chi, es ergänzt sich mit Cannabis sehr gut.

Tschau
ticcer

Geheimrat1
23.03.2004, 20:55
Hi Ticcer,

schön, daß Du dir eine riesen Portion Selbstironie bewahrt hast (wegen deinem Nickname), denn die braucht man um mit den täglichen Problemen und ihrer Lösung fertig zu werden.
Schade, daß Du über Jahre hinweg mit Medikamenten zugestopft worden bist, bis Du Cannabis und seine neuroleptische Wirkung kennenlernen durftest (wobei von dürfen hier in Deutschland ja nicht die Rede sein kann).
Wenn man sich da nicht wirklich im Griff hat, könnte man schon mal bei dem einen oder anderen Politiker handgreiflich werden, wenn man sie am Fass stehen sieht und rufen "O´ zapft is".
Besteht der Bundestag eigentlich nur aus nichtrauchenden Alkoholikern, oder warum geht es nicht schon lange in Richtung Legalisierung von Cannabis?
Ich selber rauche seit 22 Jahren Cannabis, weil ich einen Badeunfall hatte, bei dem ich Querschnittsgelähmt wurde und mir der Kram sehr gut gegen die damitverbundene Spastik hilft. Natürlich bleibt einem nichts erspart, denn vor 2 Jahren diagnostizierte man bei mir einen sehr seltenen und bösartigen Tumor. Nichts half auch nur annähernd gegen die Übel- und Appetitlosigkeit, wie Cannabis. Im Übrigen sind keine Metastasen aufgetreten - verwunderlich, weil diese Krebsart (Sarkom) sehr gerne metastasiert.
Naja, es scheint nämlich so zu sein, daß Cannabinolsäure das unkontrollierte Zellwachstum hemmt - darüber laufen im Moment Studien.
Z. Zt. nehme ich auch noch Dronabinol, 20mg/Tag - aber von der Wirkung her ist die Natur nicht zu schlagen!

Gruß Geheimrat