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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rückt der erlaubte Eigenbau durch die zunehmenden Lieferprobleme in greifbare Nähe?



Wonder Woman
21.06.2017, 13:42
Wir kämpfen gerade um informierte Ärzte und um Kostenübernahmen der Krankenkassen.

Bereits jetzt weiten sich die Lieferschwierigkeiten aus.

Wenn wir dann hoffentlich alle Hürden genommen haben, ist zu befürchten, dass einfach keinerlei Blüten mehr von den Apotheken beschafft werden können.

Und dann?

Mit welcher Begründung sollten die Gerichte tausende Anträge auf erlaubten Eigenanbau ablehnen?

Mit gar keiner.

Ich vermute, spätestens dann wird die Regierung sich bewegen müssen und wenigstens uns Patienten die Pflänzchen im eigenen Garten erlauben.

Was meint Ihr?

studentms
21.06.2017, 15:10
Das Frage ich mich auch. Aber als Patient ohne jegliches Know-how/Equipment in Sachen Anbau frage ich mich auch, wie sollte ich Anbauen, so dass es mir auch was bringt und ordentlich wirkt.

Für mich steht vor dem Eigenanbau das Thema Eigenimport aus den Niederlanden, egal ob aus der Apotheke oder ausm Coffeeshop.

Wonder Woman
21.06.2017, 15:44
Ich (so komplett ohne grünen Daumen) hab sogar schon geschafft, dass meine einzige Grünlilie eingegangen ist. Bei anderen wuchern die wie Unkraut... :D

Bin aber sicher, wenn die Gesetzeslage soweit ist, gibt es auch genug Anbaukurse, die Leuten wie mir sagt, wann wieviel gießen und so weiter. :)

Martin Otto
12.07.2017, 22:01
Hallo!

Wie viele andere kranke Menschen stehe ich (anfänglich naiv) in der unangenehmen Position, Cannabis-Blüten verordnet zu bekommen, (glücklicherweise) diese auch von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen,
aber jetzt schon über Monate "erklärt" bekomme dass "meine" Sorten, auf die ich endlich wieder eine unerwartet gekeimte Hoffnung auf Besserung meiner Krankheits-Symptome verspüre, nicht, und auch nicht absehbar, einfach nicht für mich gibt.
Da regt sich auch in mir die Idee, mir in meiner Not selbst zu behelfen. Bin aber sehr unsicher, inwieweit mein persönlicher Notstand "gerechtfertigt", mich illegal zu betätigen!

fiva23
13.07.2017, 15:00
Ich denke auch dass man langsam aber sicher als Medizinalblüten-Patient auf Notstand und Auswegslosigkeit, nach den momentanen Zuständen, plädieren kann.
Gibt es da die Möglichkeit einen Sammelaufruf ins Leben zu setzen und zu zeichnen um bei Nichtätigkeit darauf zu verweisen und dann den Eigenanbau durchzuwinken.
Das mit der Selbstanzeige könnte schmerzhaft enden für einige denke ich.

Fagro
13.07.2017, 15:08
Erster Ansprechpartner ist die Krankenkasse, wenn ein Medikament nicht lieferbar ist. Die müssten Druck machen, dass sie ihrem Versorgungsauftrag nicht nachkommen können. Nur wollen sie das gar nicht.

Würde der Eigenbau gestärkt, wenn sich Patienten zusammentun?

Ich wäre für das Modell der geschlossenen Cannabis Social Clubs, übertragen auf Patienten. Eine Anlage für mehrere Nutzer, die gemeinsam betrieben wird. Die eine hat einen grünen Daumen, der andere kann gut tippen und organisieren, etc. das wäre mein Favorit.

Oder lokale Agenturen, die anbauen, das schafft auch Arbeitsplätze. Es stehen doch genug Gewerberäume leer. Das ist ruckzuck aufgebaut.

Mir macht die Situation auch Angst. Zum Glück bekomme ich Dronabinol dazu und bin nicht ganz aufgeschmissen. Wenn keine Blüten mehr da sind, müsste man darauf und auf Sativex umsteigen können. (Wobei Sativex Pfefferminzöl enthält und damit für mich ausfällt)

Hätte ich keine Genehmigung für Dronabinol, würde ich mir jetzt eine besorgen. Mit der Betonung auf Ersatzmedikation. Allerdings hilft es lange nicht gegen alles.

Wonder Woman
13.07.2017, 15:53
Wäre ich akut in der Situtation, dass meine Sorte trotz Bewilligung längerfristig nicht verfügbar wäre, würde ich evtl. beim BfArM einen Antrag auf Eigenanbau stellen. Dieser würde definitiv abgelehnt werden.

Dann wäre eine Option, die Bundesrepublik zu verklagen, wie es vor der Gesetzesänderung die Erlaubnisinhaber gemacht haben.

Hier müsste man einen Anwalt fragen, ob es da eine Chance auf einstweiligen Rechtsschutz gäbe. Denn gerichtlich den Eigenanbau durchzusetzen, dauert Jahre bis Jahrzehnte, wie die Vergangenheit gezeigt hat...

Fagro
13.07.2017, 16:18
Ich habe gerade keine Kapazitäten für viel Recherche. Passiert überhaupt irgendetwas in Richtung Einfordern von Versorgung?

Fagro
13.07.2017, 16:39
Der Beitrag nebenan brachte mich auf die Idee. Vielleicht wäre es sinnvoll einzuklagen, dass die Importwege geöffnet werden. Es gibt so viel mehr auf der Welt, als das, was uns vorgesetzt wird.
Wir Patienten sollten direkt bei den Herstellern bestellen dürfen. Die Apotheken prüfen und geben das bestellte dann aus. Keine umständlichen Abfragen mehr, alles würde viel entspannter vor sich gehen.

Diese Pflanze wächst so schnell, dass das alles künstliche Druckmittel sind, schätze ich. Eigenanbau ist nur gut, solange uns hier die benötigte Sortenvielfalt vorenthalten wird. Oder quasi alle Sorten, so wie jetzt. Bei den drei bis vier Sorten, die ich brauche, wäre das schon ein Projekt.

Ich würde mir lieber unterschiedliche Sorten bestellen können, schau Dir die kanadischen Preise und die Auswahl an. Das Land zeigt, was möglich sein kann.

Hanfseilner
02.08.2017, 12:44
Das mit dem Eigenanbau geht weniger um den Jugendschutz usw als um die Wirtschaft. In unserer Wirtschaft muss es ein ewiges Wachstum geben, denn ohne Wachstum bricht sie zusammen. Wenn jetzt die ersten Patienten bereits anbauen (http://www.hanf-magazin.com/news/revision-genehmigt-amtlich-den-marihuana-eigenanbau/) durften, dann nur befristet. Das ist zu billig, zu wenig Umsatz, zu wenig Wachstum. Wenn die den Eigenanbau genehmigen, nur deswegen, um ihn direkt aus diesen Gründen wieder zu verbieten. Deswegen wird es auch keine CSCs geben. Erst mit dem richtigen Crash können wir das System neu ordnen, vorher kommen wir nicht raus aus unserem Schuldgeldsystem mit dem Wachstumszwang.

Oder was meint ihr, warum immer mehr künstliches Wachstum bereits seit Jahrzehnten erzwungen wird? Oder warum es immer mehr und immer teureren Krieg gibt und wirklich jeder entscheidende Politiker sich dem eben nicht in den Weg stellt? Weil das Spielchen mit dem ewigen Wachstum im Schuldgeldsystem immer mit oder vor dem Crash im richtigen Krieg endet. Die UDSSR konnte sich hingegen ohne Krieg sehr friedlich einfach auflösen, unser System kann das leider nicht.

flinteimkorn
13.12.2017, 13:10
Das Frage ich mich auch. Aber als Patient ohne jegliches Know-how/Equipment in Sachen Anbau frage ich mich auch, wie sollte ich Anbauen, so dass es mir auch was bringt und ordentlich wirkt.

Für mich steht vor dem Eigenanbau das Thema Eigenimport aus den Niederlanden, egal ob aus der Apotheke oder ausm Coffeeshop.

Cannabis ist von den Wachstumsbedingungen wie eine Brennessel. Das kriegt fast jeder Mensch auf die Kette. Wir reden die ganze Zeit von der Dezentralisierung von Nahrungsmittelproduzenten. Wäre ja mal ein Anfang.

Hanfseilner
13.12.2017, 15:35
Hallo zusammen,

Ich habe mir das hier noch mal durch gelesen.

@ Wonder Woman "Mit welcher Begründung sollten die Gerichte tausende Anträge auf erlaubten Eigenanbau ablehnen?"
Da müssen erst mal tausende dieser Anträge in brauchbarer Formulierung gestellt werden. Da jedoch keiner selber was macht sondern alle abwarten, dass andere was tun und über diese anderen dann schimpfen, da diese es auch nicht alles jedem recht machen können oder eben vor die Wand rennen, gibt es vermutlich nicht tausende dieser Anträge.

Wenn ihr solche Anträge stellen wollt, solltet ihr euch erst mal diesen Artikel zum Notstand (http://www.hanf-magazin.com/recht/rechtslage-deutschland/patienten-notstand-belegen/) durch lesen, um das entsprechend vorbereiten und belegen zu können.

@ Fagro "Wenn keine Blüten mehr da sind, müsste man darauf und auf Sativex umsteigen können." Du hast doch schon Dronabinol und was die fehlt ist CBD. Dieses kannst aber doch überall im Web kaufen und dabei natürlich auf einen seriösen Hersteller/Händler achten. Musst halt nur selber zahlen.

Willy
28.01.2018, 16:39
Ich glaube nicht, dass es erlaubt wird. Da haben die Pharmakonzerne zu großes Interesse daran, daran zu verdienen

AdhsPhytophil
03.02.2018, 10:24
Überlegt doch mal, was die Lobby verschiedener Wirtschaftszweige losgetreten hat. Es WIRD keinen Eigenanbau geben! Schaut euch doch mal DAX und DOW Jones an. Zumindest nicht, solange die Industrie die Goldmine nicht ausgeschöpft hat. Die sind doch nicht dumm. Alleine der wirtschaftliche Aufschwung der Konzerne die mit den derzeit 7 Produktionslizenzen versorgt wurden. Die Lobbyisten haben jetzt ne Hürde überwunden, erstmal wird jetzt das Geld für sich arbeiten lassen. Das dauert jetzt erst mal Jahrzehnte bis sich irgendwas großartig verändert. Leute, die sind doch nicht blöd. Die Lobby hat das 60 Jahre lang erfolgreich verboten. Ohne kollektives Ungehorsam: No Chance. Und das hat bisher auch nicht geklappt.

AdhsPhytophil
03.02.2018, 10:55
Alleine das hier: https://youtu.be/991nD_abDGk?t=268
Die eigentliche Motivation würde mich wirklich mal interessieren.

Syntaxie
14.05.2018, 03:39
Mit welcher Begründung sollten die Gerichte tausende Anträge auf erlaubten Eigenanbau ablehnen?
Mit welcher Begründung soll man solche Anträge denn stellen ?

Das Cannabisverbot ist doch ein Irrtum. Das ist garkein BtM !

Und wenn man auf Basis der Quasiparadoxie irgendwas versucht, können die Ablehnen wie sie lustig sind.

Also klarstellen, daß es med. sinnvoll bzw. empfehlenswert, aber kein BtM ist und sich das als 1. Ablehnungsgrund für Verschreibung u./o. Kostenübernahme bescheinigen lassen. Der 2. Ablehnungsgrund wären die quasi kriminellen Apothekenpreise.

Dann gäb's da noch den Satz 1 §17 StGB, den man dem Störfaktor Polizei etc.
noch zusätzlich unter die Nase halten könnte.

§ 17
Verbotsirrtum

1Fehlt dem Täter bei Begehung der Tat die Einsicht, Unrecht zu tun, so handelt er ohne Schuld, wenn er diesen Irrtum nicht vermeiden konnte.

Denn Polizei usw. handeln doch bislang im Irrtum, daß es ein höchstgefähliches BtM. wäre

Chrisi-B
14.05.2018, 19:10
Ich glaube nicht, dass es in D-Land je eine Anbaugenehmigung geben wird, auch nicht für Patienten.
Bestenfalls per eingeklagter Ausnahmegenehmigung.

Unsere Politiker arbeiten für die Konzerne, wie Pharmaindustrie, die alles tun, und machen es schon jetzt, dass sich Cannabisblüten hier zu Lande nicht durchsetzt.

Anbaugenehmigung selbst nur für Patienten, wird es nur dann geben, wenn die Politiker tatsächlich das machen, was sie eigentlich sind, nämlich Volksvertreter, d.h. die Interessen des Volkes vertreten.
Also, dass wird nie geschehen - ausser mit einem Wunder.
Zu dem kriecht die Bundesregierung anderen Ländern als zu gerne in den Allerwertesten, wie zB USA (die zZt mit D-Land nichts mehr zu tun haben wollen) od. China bezgl. Handel (da interessiert es keinen Politiker/in das China massiv Menschenrechte missachtet und keiner billig China-Schrott Waren braucht/haben will).

Ich bin davon überzeugt, dass kein D Politiker tatsächlich noch daran glaubt, dass natürliche Cannabisblüten eine hochgefährliche Droge ist. So dumm und/oder naiv können nicht mal die sein.
Alles was die ablehnend Anführen sind fahle Ausreden!

Chrisi-B
14.05.2018, 19:16
Polizei handelt ausschließlich auf Anweisung, d.h. die entscheiden nicht darüber was sie wie zu sehen haben, sondern bekommen den Befehl dazu. Im Grunde sind Polizisten die Marionetten der Justiz.

Syntaxie
14.05.2018, 20:39
Genau, Polizisten sind die Marionetten der Justiz. Und die soll gemäß übelwilliger Regierung auf dem Verbotsirrtum beharren. Die Polizei soll also weiter jährlich weit mehr als hundertausend Strafverfahren anzetteln, also Schaden anrichten.

Den Verbotsirrtum gilt es klarzustellen bzw. zu beseitigen.
Und die Ärzte können dabei mitmachen, weil sie doch eh bevorzugt ablehnen:
"medizinisch sinnvoll" bescheinigen lassen, aber dazu auch "Kein BtM - keine Verschreibung!"
Die Kassen können genau das selbe machen und brauchen sich nicht rauslügen mit:
"Keine Studien, nicht austherapiert" Sie können kategorisch BtM-Rezepte ablehnen.
Dazu sind sie ja auch schon durch irrsinnige Preise motiviert.

Dort in der Grafik: https://s3.amazonaws.com/leafly/content/cannabinoids-101-what-makes-cannabis-medicine/0kDQdUNqR0GCXCMdfgbs_leafly-cannabinoid-wheel-large.jpg
Tourette Syndrom: THC bewirkt nicht Betäubung, sondern im metaphorischen Sinn, GASGEBEN im Hirn.
Dann holpert's nicht wie beim Fahren auf einem Feldweg mit Schlaglöchern und Buckeln.
Sondern läuft geschmeidig, wie das Autofahren auf einer ordentlichen Straße.

Wenn das als Beispiel begriffen wurde, werden auch die anderen wenigen Anwendungen für scheinbar THC alleine unzweifelhaft plausibel.