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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : DHV Aufforderungsmail an die FDP



Zap
07.10.2009, 22:08
Hier die Antwort auf eine Aufforderungs-
mail des DHV an die FDP, Cannabiskonsumenten
zu entkriminalisieren.


Sehr geehrter Herr xxx,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. In Deutschland gibt es immer wieder Diskussionen um die Legalisierung von Cannabis. Die in der Öffentlichkeit oft geäußerte völlige Unbedenklichkeit des Hanfkonsums entspricht jedoch nicht den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen. Experten warnen insbesondere, dass Cannabis immer stärker und immer giftiger wird und nicht mehr vergleichbar ist mit der Substanz der so genannten Hippie-Droge der 70er Jahre. Der THC–Gehalt ist im Laufe der Jahre stetig gestiegen. Beispielsweise weisen Experten auf die Gefahr von schizophrenen Psychosen hin. Der Konsum von Cannabisprodukten ist eng mit dem Jugend- bzw. jungen Erwachsenenalter verknüpft. Untersuchungen zeigen, dass fast jeder Zweite in der Altersgruppe der 18- bis 20jährigen Erfahrungen mit Hanf hat. Wenn auch der Großteil der Jugendlichen nur selten Cannabis raucht oder der Konsum später beendet wird, wächst die Zahl derjenigen, die exzessiv konsumieren. Gerade für Kinder und Jugendliche ist die Gefahr von lebenslangen gesundheitlichen Schäden hoch. Nach aktuellem Forschungsstand kann davon ausgegangen werden, dass etwa 10 bis 15 % aller Konsumenten und Konsumentinnen nach internationalen Diagnosestandards einen abhängigen Cannabiskonsum aufweisen. Cannabiskonsumenten rauchen zudem häufiger Zigaretten und haben eine durchschnittlich größere Affinität zum exzessiven Alkoholkonsum. Vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse wird eine Legalisierung der so genannten weichen Drogen abgelehnt.

Allerdings hält die FDP den Weg, den Gelegenheitskonsumenten zu entkriminalisieren, für richtig. Es gilt angemessen und verhältnismäßig auf die Tatsache zu reagieren, dass das gelegentliche Rauchen eines Joints ein gesellschaftliches Phänomen ist, das nicht repressiv und mit aller Staatsmacht angegangen werden muss. Hier muss nach praktikablen Lösungen gesucht werden, die auch die Behörden und Gerichte so gering wie möglich belasten.

Die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Gefahren, die entstehen, sobald aus dem gelegentlichen Konsum ein Dauerkonsum wird und die Konsumenten keine Erwachsenen sondern Kinder sind, verlangen eine Intensivierung der Aufklärungsarbeit. Vor allem in Zeiten, in denen der Cannabiskonsum gerade bei Kindern und Jugendlichen besorgniserregend ansteigt. Daher setzt sich die FDP-Bundestagsfraktion dafür ein, dass zudem bereits bestehende Präventionsmaßnahmen – beispielsweise der BzgA – und weitere effektive suchtspezifische Hilfsangebote und zielgruppenspezifische Präventionsansätze ausgebaut werden.

Eine liberale Sucht- und Drogenpolitik setzt stärker auf Prävention als auf Repression. Das gilt auch für Cannabis.

Mit freundlichen Grüßen

Anna- Maria Schulze
FDP-Info-Point

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P.S.: "Deutschland kann es besser. Stärken Sie uns, damit wir Sie stärken können: Mehr unter: mitmachen.fdp.de"

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Wo Liberal draufsteht, muss nicht Liberal
drin sein.

Meine Hippie Droge 68 enthielt
Rauchopium, da die Kosher Nostra Nixons
sich damals nicht an die Abmachung hielt,
keine 'harten Drogen' an die hier zwischen-
gelagerten Vietnam Kämpfer zu liefern. So
ein bischen Opium im Hasch fiel ja nicht auf
und war gut, um einen neuen Markt zu
erschliessen. (Hatte die FDP bei dem neuen
Wachstumsmarkt eventuell auch ihre
Finger im Spiel? Die sind immer so verdächtig
Wachstumsgeil. Waffen gegen Drogen, ein
gutes Geschäft. Als Bösewicht hat der
Konsument herzuhalten. Es ist zum Würfel
kotzen)

Die FDP scheint von drogenpolitischer
Geschichte keine Ahnung zu haben.
Hoffnungslose Blödheit scheint 'In' zu sein.
Nun gut, bei der Steuerpolitik hat der gelbe
Haufen auch erhebliche Lücken an mathematischem Wissen, was Addition
und Subtraktion betrifft. Da kann man
Geschichtswissen wirklich nicht erwarten.

Zap

wili
08.10.2009, 10:35
Zu dieser Standartamtwortl lässt sich einiges sagen.

1.Die nachhaltige Krieggegnerschaft der Hippiebewegung wird seit Kaspers-Merk
(diese Frau trägt nach meiner Einschätzung eh "Endsiegs Phantasien" aus dem Nachkriegsdeutschland in sich, die sie entweder verdrängt oder klammheimlich pflegt, oder sich garnicht darüber bewußt ist)
wieder verstärkt bekämpft. und entwertet. Insbesondere konservative Kreise haben
daran ein großes Interesse.
2.Die damals benutzten Drogen Cannabis usw hatten angeblich einen niedrigeren Wirkungsgrad. Ich frage mich bei diesem Argument schon seit längerem, welches Cannabis hierbei zur vergleichenden Untersuchung heran gezogen wurde. Das welches damals noch durch die Apotheken vertrieben wurde oder das Cannabis, das schon seit vielen Jahren in irgendwelchen Labors nach langer Lagerzeit nochmals Verwendung fand.
3.Das Argument, der anonymen Wissenschaftler ist typisch in einer Zeit, wo anonyme
Autoritäten uns beherrschen wollen. Ob das die „Anonyme öffentliche Meinung“ ist,
oder irgendwelche dubiosen unseriöse ehrgeizige Wissenschaftler und ungenannte anonyme Untersuchungen. Eines ist offensichtlich, „Sie werden nicht genannt“, sondern
instrumentalisiert für die Prohibition.
4.Zu extensiven Konsum von Jugendlichen kann ich nur aktuell auf Otto Walkes neues Lied verweisen. Ich war erschreckt, dass es so viele Alkoholika gibt, und ich sie sogar zum großen Teil dem Namen nach kannte. Der Verweis und des Verbot von Cannabis daraus abzuleiten, zeigt welche Lobbyistenarbeit die FDP betreibt. Auffällig ist auch die schlichte Verleugnung der Gefahren dieser Todesdroge und sein Gierpotential. Also eine massive Verharmlosung der Droge Alkohol und eine Gefahrenverschiebung zu Cannabis.
5.Die Gefahren durch Cannabis, gerade bei Jugendlichen, wird gerne als Argument
eingebracht. Das Alkohol und eine Konsumsucht viel schädlicher für die Persönlichkeits-
Entwicklung junger Menschen ist, darüber gibt es keinerlei Zweifel, jedoch von der Politik
ignoriert. Gerade die jugendliche Konsumsucht ( Konsumsüchtige sind nun mal Kinder mit dem offenen Mund), von der Wirtschaft gewollt und mit einem riesigen Reklameamaschinerie gefordert und gefördert, macht Jugendliche/Erwachsene zu
gierigen Konsumenten. Gier ist nun mal ein unstillbares Bedürfnis, wogegen alle Religionen
der Welt ankämpfen und von unseren Politikern wird Cannabis als treibende Kraft
angesehen.
Wie selbstgefällig muss man eigentlich als Politiker sein um solch ein Argument
an zuführen.

Der Lärm der Argumente „neuster Stand der Wissenschaft“ und die Ableitung für die Prohibition
von Cannabis ist blanker Schwachsinn, insbesondere wenn anonyme Quellen dafür herhalten müssen und die wirklichen Gefahren für die Entwicklung von Jugendlichen/Erwachsene „Alkohol und Konsumsucht“ systematisch verschleiert werden. Hauptsache man hat einen Sündenbock, dem man die Probleme der Gesellschaft aufladen kann und ist dann selbst fein raus.
Grüße